Finanzchef Stephan Leonhard verlässt den Klinikbetreiber Asklepios.

Asklepios

27.01.16
CFO

Asklepios-CFO Stephan Leonhard geht

Nach über 13 Jahren verlässt Stephan Leonhard überraschend seinen Posten als Finanzchef bei Asklepios – ausgerechnet in einer wegweisenden Phase für den Klinikbetreiber.

Der Klinikbetreiber Asklepios verliert Ende Januar seinen langjährigen Finanzchef. Stephan Leonhard  verlässt das Unternehmen nach dreizehn Jahren auf eigenen Wunsch, um sich neuen beruflichen Aufgaben zu stellen.

Der 54-Jährige war 2002 als Prokurist und CFO zu dem Unternehmen gestoßen. 2007 wurde er dann zum Mitglied der Konzerngeschäftsführung berufen und ist seit 2011 außerdem stellvertretender Vorsitzender der Geschäftsführung.

Stephan Leonhard hat Asklepios fit für den Kapitalmarkt gemacht

Der Aufsichtsrat des Unternehmens bedauert eigenem Bekunden zufolge, dass Stephan Leonhard um die Auflösung seines Vertrags gebeten hat. Tatsächlich hat Leonhard in seiner Zeit bei Asklepios viel bewegt, insbesondere die Klinikkette fit für den Gang an den Kapitalmarkt gemacht. Der Zugang dazu war auch nötig, denn Asklepios betreibt seit 2002 eine intensive Buy-and-Build-Strategie, um mit der raschen Konsolidierung am deutschen Krankenhausmarkt Schritt zu halten. Der Umsatz des Unternehmens hat sich seitdem auf rund 3 Milliarden Euro versechsfacht.

Insgesamt hat Leonhard bei Asklepios ein Finanzierungsvolumen von 2,2 Milliarden Euro bewegt. Die erste Anleihe platziert Leonhard für den Klinikbetreiber im Jahr 2010 mit einem Volumen von 150 Millionen Euro. 2013 folgte dann der erste Schuldschein über 300 Millionen Euro. Im vergangenen Jahr konnte Leonhard das Volumen dieser Emission noch einmal übertreffen, in dem er einen weiteren Schuldschein über 580 Millionen Euro platzierte. Es war die größte Finanzierung der Unternehmensgeschichte und gleichzeitig der wesentliche Baustein für die Fremdfinanzierung des Klinikkonzerns in den kommenden Jahren. Auch bei der Bankfinanzierung sorgte der 54-Jährige Finanzchef für einige Neuerungen und schloss für das Unternehmen 2013 zum ersten Mal einen Konsortialkredit als Club-Deal ab.

Der neue Asklepios-CFO könnte auf eine Nachfolgeregelung treffen

Der Nachfolger von Stephan Leonhard wird in große Fußstapfen treten – und womöglich eine ähnlich hervorgehobene Rolle wie Leonhard einnehmen, da sich der mittlerweile 72 Jahre alte Asklepios-Eigentümer Bernard Broermann mittelfristig aus seiner aktiven Rolle bei Asklepios zurückziehen wird.

Wer den CFO-Posten übernehmen wird, steht noch nicht fest, teilte das Unternehmen auf Anfrage von FINANCE mit. Zunächst wird Hafid Rifi, der Konzernbereichsleiter Rechnungswesen, Steuern und Controlling, den Posten kommissarisch übernehmen. Auch wohin es Stephan Leonhard selbst zieht, ist bisher noch nicht bekannt.

antonia.koegler[at]finance-magazin.de

Wo Stephan Leonhard seine Karriere begann und was er bei Asklepios noch erreicht hat, erfahren Sie auf seinem Profil bei FINANCE-Köpfe.