Beate Uhse hat den CFO-Posten wieder besetzt: Lucas Hülsmann soll künftig die Sanierung des Erotikhändlers fortführen.

Beate Uhse

07.09.18
CFO

Beate Uhse holt neuen CFO an Bord

Beate Uhse bekommt einen neuen CFO: Lucas Hülsmann soll künftig die Sanierung des Erotikhändlers fortführen. Eigenen Angaben zufolge tragen die Restrukturierungsmaßnahmen erste Früchte.

Beate Uhse hat den CFO-Posten wieder besetzt: Seit dem 1. August ist Lucas Hülsmann als Finanzchef für die Bereiche Finanzen, IT und Recht zuständig, wie der Erotikhändler jetzt bekannt gab. Zuletzt leitete er als Finanzchef knapp zwei Jahre lang das Online-Auktionshaus Auctionata. Davor war Hülsmann über 20 Jahre lang bei Procter & Gamble international tätig, unter anderem in der Position des Associate Director Global Development Markets.

Seit dem Weggang des ehemaligen Beate-Uhse-CFOs Cornelius Vlasblom vor über einem Jahr hatte CEO Michael Specht beide Ämter in Personalunion inne. Specht soll nun weiterhin die Unternehmensleitung sowie den gesamten Bereich Business-to-Consumer verantworten. Neben Lucas Hülsmann wurde außerdem Craig Wheeler als neuer Head of E-Commerce verpflichtet. Er soll er eine neue IT-Plattform aufbauen.

Beate Uhse befand sich am Tiefpunkt

Der neue CFO Hülsmann bringe „Expertise im Turnaround und der strategischen Neuausrichtung unterschätzter Marken und Märkte“ mit, betont Beate Uhse. Diese wird das Unternehmen, das Ende 2017 Insolvenz angemeldet hatte, auch gebrauchen können. Die Pleite kam nicht völlig überraschend: Der Erotikkonzern hatte im Oktober 2017 eine schwere Gewinnwarnung herausgegeben, zuvor wurde mehrmals die Vorlage des Geschäftsberichts verschoben.

Auslöser der Insolvenz war schließlich ein Scheitern der Verhandlungen über die ausstehende Mittelstandsanleihe in Höhe von 30 Millionen Euro. Damals war es CEO Michael Specht nicht gelungen, mit den Anleihegläubigern eine Restrukturierung der Schulden auszuhandeln.

Für neue Hoffnung sorgte Anfang des Jahres der Finanzinvestor Robus Capital. Beate Uhse erhielt von ihm ein Massedarlehen in Höhe von 2,7 Millionen Euro. Damit konnte sich der Erotikhändler zunächst über Wasser halten, bis Robus Capital im Mai diesen Jahres die einstige Erotikikone schließlich aufkaufte. An dem Unternehmen, das seitdem den neuen Namen „Be you“ trägt, sollen sich auch die Inhaber der ausgefallenen Mittelstandsanleihe beteiligen. Das Bezugsrechtsangebot an die Anleihegläubiger hat Beate Uhse im Zuge der Personalmeldung ebenfalls veröffentlicht.

Umstrukturierungspläne schreiten voran

Nach Angaben des Erotikhändlers läuft die Sanierung nach Plan. Beate Uhse habe eine „tiefgreifende Neuausrichtung umgesetzt und strategische Investitionen getätigt“. Die Umsatzentwicklung zeige „bereits erste positive Auswirkungen der neuen Strategie“, sagt der Erotikhändler, ohne näher auf die Zahlen einzugehen. Zudem habe man diverse Kostensenkungsmaßnahmen umgesetzt: Unter anderem habe sich Beate Uhse von Büroimmobilien getrennt, Personal- und IT-Kosten gesenkt und  die Logistik an einen externen Dienstleisterpartner übergeben.

Geschäftsführer Michael Specht zeigt sich optimistisch: „Diverse Veränderungen tragen bereits erste Früchte, und wir sind hier erst am Anfang. Mit Lucas Hülsmann und Craig Wheeler kommen nun zwei Top-Experten an Bord, die in ihren Karrieren bereits mehrfach bewiesen haben, dass sie den Unterschied ausmachen können.“

ann-sophie.crecelius[at]frankfurt-bm.com

Im Dezember 2017 musste Beate Uhse aufgrund von Fehlern im Finanzmanagement Insolvenz beantragen. Seit Anfang des Jahres hilft der Finanzinvestor Robus Capital dem Erotikkonzern aus dem Tief. Erfahren Sie die Geschichte des Unternehmens auf dessen FINANCE-Themenseite.