Das insolvente Erotikhandelshaus Beate Uhse hat vom Finanzinvestor Robus Capital frisches Kapital erhalten.

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09.01.18
Finanzierungen

Robus Capital springt Beate Uhse zur Seite

Der Finanzinvestor Robus greift dem insolventen Erotikhändler Beate Uhse mit einem Massedarlehen unter die Arme. Das hilft nicht nur Beate Uhse und dem frisch eingeleiteten M&A-Prozess, sondern auch Robus selbst.

Hoffnung für Beate Uhse: Das insolvente Erotikhandelshaus hat ein Massedarlehen über 2,7 Millionen Euro erhalten. Geldgeber ist ein Fonds des Debt-Investors Robus Capital – ein europaweit agierender Finanzinvestor, der regelmäßig in Unternehmen in Sondersituationen investiert, in aller Regel über die Fremdkapitalseite.

Mit dem frischen Kapital kann die Beate-Uhse-Führung um Vorstand Michael Specht und die angetretenen Sanierer das Geschäft weiter am Laufen halten. Vor allem die durch das Weihnachtsgeschäft stark geschrumpften Lagerbestände können nun wieder aufgefüllt werden, schrieb das Unternehmen in einer Pflichtmitteilung. „Dies gibt dem Management wieder ersten Handlungsspielraum, um die Sanierung weiter voran zu treiben“, heißt es darin.

Dass die Finanzspritze ausgerechnet von Robus kommt, ist nicht überraschend. Aus Kapitalmarktkreisen verlautete schon im Verlauf des vergangenen Jahres, dass Robus damals einen nennenswerten Anteil der Mittelstandsanleihe von Beate Uhse kontrollierte, deren Nominalwert 30 Millionen Euro beträgt und die schlussendlich die Insolvenz ausgelöst hat. Wie FINANCE berichtete, hatte Robus auch ein Konzept für die Restrukturierung der Anleihe erarbeitet, das letztlich aber nicht umgesetzt wurde. Stattdessen stellte Beate Uhse Mitte Dezember Insolvenzantrag.

One Square soll Käufer für Beate Uhse finden

Mit dem Massedarlehen erhöhen sich die Aussichten für die Anleihegläubiger, dass sie zumindest einen Teil ihrer Forderungen zurückerhalten. Darüber dürften sie schon bald Klarheit bekommen, denn das Management, der Sachwalter Sven-Holger Undritz und der Gläubigerausschuss haben gemeinsam einen zweigleisigen Prozess aufgesetzt, um die Insolvenzmasse möglichst groß zu machen.

Die Corporate-Finance-Beratung One Square leitet den M&A-Prozess und soll Käufer für Beste Uhse oder einzelne Teile des Unternehmens finden. Die drei größten Geschäftsbereiche des Unternehmens sind der Großhandel, das E-Commerce-Geschäft und der Einzelhandel über Filialen. Auch die Marke Beate Uhse dürfte noch einen gewissen Wert haben. Parallel zum M&A-Prozess arbeitet das Management auch an einer Fortführungslösung. Noch aber ist offen, welcher Weg besser geeignet ist, die Verluste der Bondholder zu begrenzen.

michael.hedtstueck[at]finance-magazin.de

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