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Bike-Schmiede Canyon macht CFO Rapp zum Interim-CEO

Nach wenigen Monaten im Amt wird CFO Winfried Rapp bei dem Fahrradhersteller Canyon zum Interim-Chef. Foto: Canyon Bicycles

Wachablösung an der Spitze des Fahrradherstellers Canyon: Geschäftsführer Armin Landgraf gibt seinen Posten Ende September ab – aus persönlichen Gründen, wie das Unternehmen mitteilt. Bis Ende des Jahres werde er Canyon Bicycles jedoch noch beratend zur Verfügung stehen, heißt es weiter. Bis ein Nachfolger für den scheidenden CEO gefunden ist, schwingt sich mit Canyons CFO Winfried Rapp jedoch ein erfahrener Manager in den CEO-Sattel.

Rapp steuerte Fusion mit Vodafone

Rapp ist allerdings erst seit Juni bei der Koblenzer Fahrradschmiede, kurz darauf wurde er zum CFO berufen. Doch er kann bereits auf einige Jahre CEO-Erfahrung zurückgreifen, denn es ist nicht das erste Mal, dass Rapp als Finanzchef den Chefposten übernimmt: Im Oktober 2013 war er als CFO bei Unitymedia angetreten. 2018 machte das Unternehmen „Winni“, wie Rapp genannt wird, zum CEO. Als Chef des Kabelnetzbetreibers steuerte er das Unternehmen unter anderem durch die Fusion mit Vodafone.

Vor seiner Zeit bei Unitymedia und Vodafone war Winfried Rapp in verschiedenen Finanzfunktionen tätig, unter anderem rund zehn Jahre lang bei SAP, wo er zuletzt laut seinem Linkedin-Profil als Global Chief Controlling Officer fungierte. Davor war er unter anderem im Controlling der Deutschen Telekom tätig.

Rapp will bei Interaktion zwischen Bike und Mensch ausbauen

Der Wechsel zu Canyon ist auch ein Wechsel in ein Private-Equity-getriebenes Umfeld. Im vergangenen Jahr hat die belgische Beteiligungsgesellschaft Groupe Bruxelles Lambert (GBL) den Koblenzer Fahrradbauer mehrheitlich übernommen. Im Bieterwettstreit hatte sich die GBL, die auch Großaktionär beim Sportartikelhersteller Adidas ist, einem Bericht zufolge gegen Investoren wie Carlyle, KKR, Advent, Apax, General Atlantic und Permira durchgesetzt und Anteile von dem US-Private-Equity-Investor TSG Consumer Partners sowie vom Canyon-Gründer Roman Arnold übernommen.

Im Zuge des Deals mit GBL wurde der Fahrradbauer Canyon, der wie die gesamte Fahrradbranche vom Corona-Boom profitiert hat, mit rund 800 Millionen Euro inklusive Schulden bewertet – eine Bewertung von rund 2x Umsatz. Unternehmensgründer Arnold hatte sich letztlich für die Belgier entschieden, weil sie eine langfristige Investment-Perspektive von mehr als zehn Jahren im Auge hätten, hieß es damals in der Presse. Im Zuge des Verkaufs war Arnold bereits im Oktober 2020 vom Vorstand in den Beirat gewechselt und hatte die Führung an den nun scheidenden CEO Armin Landgraf übergeben.

Für Interims-Nachfolger Winfried Rapp stehen die Aufgaben für die kommenden Monate bereits fest: Er will sich vor allem um die Weiterentwicklung und Verbesserung von Kunden-Service und Lieferkette kümmern. Auch den Bereich Connectivity, also die digitale Interaktion zwischen Bike und Mensch, will Canyons Interim-Chef ausbauen.

thomas.holzamer[at]finance-magazin.de

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Thomas Holzamer ist Redakteur bei FINANCE und verfolgt schwerpunktmäßig die aktuellen Entwicklungen im Banken-Sektor, speziell das Firmenkundengeschäft. Er hat Politikwissenschaften an der Technischen Universität Darmstadt studiert. Vor FINANCE arbeitete Thomas Holzamer mehr als 12 Jahre in den Redaktionen der Mediengruppe Offenbach-Post, zunächst als verantwortlicher Redakteur für Sonderpublikationen, später im Lokalen.

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