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CFO Ingo Bank verlässt AMS-Osram

AMS-CFO Ingo Bank will im Frühjahr 2023 den Konzern verlassen. Foto: ASM
AMS-CFO Ingo Bank will im Frühjahr 2023 den Konzern verlassen. Foto: Osram

Abschied angekündigt: AMS-Osram-Finanzchef Ingo Bank will seinen im April 2023 endenden Vertrag nicht verlängern. Der CFO habe angekündigt, den österreichischen Sensorspezialisten aus persönlichen Gründen verlassen zu wollen, teilte das Unternehmen mit. Bank war seit 2016 CFO bei Osram und hatte nach der Übernahme des Leuchtmittelherstellers durch den Halbleiterproduzenten Austria Mikro Systeme (AMS) im Mai 2020 den CFO-Posten des Gesamtkonzerns übernommen.

Anfang 2021 hatte Bank zudem interimistisch die Nachfolge von Olaf Berlien als CEO angetreten, die inzwischen Alexander Everke inne hat. Nach dem Weggang von Osram-Finanzchefin Katrin Dahnke im Juni 2021 übernahm Bank zudem ihre Aufgaben als CFO von Osram, die er seitdem mitverantwortet.

Nun möchte der Finanzchef den Leuchtmittelhersteller verlassen. Wohin er geht, ist nicht bekannt. Auch ein Nachfolger ist noch nicht gefunden, das Unternehmen beginnt erst mit der Suche.

CFO Bank war viel im Ausland

Ingo Bank studierte Business Administration an der privaten Universität Witten-Herdecke. Von 1995 bis 2005 war er für den Elektrotechnikhersteller Philips in Hamburg, Eindhoven (Niederlande) sowie im japanischen Kobe und in Hongkong tätig. In dieser Zeit arbeitete er im Audit, in der M&A-Abteilung und als CFO einzelner Geschäftsbereiche. Im Jahre 2005 wechselte Bank als Finanzchef von zwei Geschäftseinheiten zu dem Tochterkonzern Philips Lightning und blieb dort vier Jahre lang. Anschließend arbeitet er kurz im Audit und zog dann im Jahr 2011 als Finanzchef für Philips Healthcare in die USA. Zwei Jahre später wechselte Bank als CFO zu dem Pharmadienstleister Parexel.

Seit 2016 ist er wieder in der Leuchtmittelbranche tätig, zunächst als CFO bei Osram in München. Für Osram hat Bank unter anderem den Verkauf des Lampengeschäfts Ledvance an ein chinesisches Konsortium abgeschlossen, ein 500-Millionen-Euro-Deal.

AMS-Vorstand bedauert Abschied

Aufsichtsrat und Vorstand bedauern Banks Weggang. Die Aufsichtsratsvorsitzende von AMS-Osram Margarete Haase dankte ihm für sein Engagement und seinen Beitrag für das Zusammenwachsen von AMS und Osram: „Ich respektiere Ingo Banks Entscheidung und habe Verständnis für seine private Lebensplanung.“ Mit der erfolgreichen Refinanzierung des Konzerns konnte er nach Angaben des Unternehmens eine wichtige Grundlage für weiteres profitables Wachstum schaffen.

Rund 24.000 Mitarbeiter arbeiten weltweit in Sensorik, Beleuchtung und Visualisierung des Konzerns. Im Jahr 2021 lag der Umsatz des Gesamtkonzerns bei mehr als 5 Milliarden Euro – damit ist er gegenüber dem Vorjahr um 44 Prozent gestiegen. Der Free Cashflow allerdings sank um 8 Prozent. Im ersten Halbjahr 2022 hatten die Österreicher ihr Portfolio neu ausgerichtet und ihre Architekturbeleuchtungssparte Traxon, den Geschäftsbereich Digital Systems Europa/Asien für LED-Stromversorgungen und das Automobilbeleuchtungssystem AMLS verkauft. Die Aktie dümpelt dennoch seit März 2020 bei Werten zwischen 10 und 20 Euro pro Stück vor sich hin. Zum Vergleich: Im Jahr 2018 hatte sie einen Höchststand von rund 65 Euro erreicht. Im gesamten dritten Quartal 2022 aber lag sie unter der 10-Euro-Marke. Mit Bekanntwerden von Banks Ausscheiden gab das Papier auf etwa 5,5 Euro nach.

erika.vonbassewitz@finance-magazin.de | + posts

Erika von Bassewitz ist Redakteurin bei FINANCE. Sie hat Philosophie und Französisch an der Humboldt-Universität in Berlin sowie an der Université de Genève studiert und mit einem Magister Artium abgeschlossen. Vor FINANCE war sie mehr als acht Jahre Redakteurin in der Multimediaredaktion des Medienhauses der EKHN. Davor war sie unter anderem Redakteurin beim HR-Magazin von monster, freie Autorin bei Deutsche Welle TV und freie Mitarbeiterin bei der Westdeutschen Zeitung.