Jörg Timmermann verlässt nach vier Jahren Weidmüller und wechselt zum Unternehmen Kraft Maschinenbau.

Weidmüller

07.01.20
CFO

CFO Jörg Timmermann verlässt Weidmüller

Nach vier Jahren im Amt verlässt CFO und Vorstandssprecher Jörg Timmermann den Elektronikspezialisten Weidmüller. Für seinen CFO-Nachfolger André Sombecki ist keine Doppelrolle mehr vorgesehen.

Der Jahreswechsel bringt bei dem Familienunternehmen Weidmüller auch einen Vorstandswechsel mit sich: Der Konzern muss sich von seinem Finanzvorstand und Vorstandssprecher Jörg Timmermann verabschieden. Wie die Detmolder am späten gestrigen Abend bekanntgaben, verlässt Timmermann den Elektronikspezialisten auf eigenen Wunsch hin zum 29. Februar dieses Jahres. Demnach zieht es Timmermann als neuen Geschäftsführer zu Kraft Maschinenbau mit Sitz in Rietberg/Mastholte.

Christian Gläsel, Aufsichtsratsvorsitzender der Gruppe, dankt ihm in einer Mitteilung für die Zusammenarbeit: „Herr Timmermann hat als Vorstandssprecher und Finanzvorstand mit viel unternehmerischem Geschick, motivierendem Führungsstil und strategischem Weitblick den Erfolg der Weidmüller Gruppe in den letzten vier Jahren maßgeblich gestaltet“. Man bedauere seine Entscheidung „außerordentlich“, heißt es weiter.

CFO Timmermann wurde zum Vorstandschef befördert

Jörg Timmermann löste im Januar 2016 den ehemaligen Finanzvorstand Harald Vogelsang ab, der damals zum Technologiekonzern Körber wechselte. Nur ein Jahr nach dem Antritt des CFO-Jobs wurde er zusätzlich zum Vorstandssprecher des Elektronikspezialisten befördert.

Vor seiner Zeit bei Weidmüller arbeitete Timmermann über acht Jahre lang bei der Gea Group, wo er 2011 vom Leiter Konzerncontrolling zum Vice President und CFO des Segmentes Gea Mechanical Equipment aufstieg und dort die die Bereiche Controlling, Rechnungswesen, IT, Recht, Einkauf und Außenwirtschaft sowie die Region Südostasien verantwortete.

André Sombecki wird neuer Finanzvorstand

Als Nachfolger wird ab sofort André Sombecki ernannt. Er wird zunächst noch zwei Monate lang gemeinsam mit Timmermann das Finanzressort leiten. Sombecki hatte schon mehrere CFO- und CEO-Positionen inne, unter anderem als Geschäftsführer bei dem Automobilzulieferer Benteler. Dort leitete er zusätzlich die Finanzen des Bereichs Steel/Tube. Vor seiner Zeit bei Benteler arbeitete er in verschiedenen internationalen CFO-Positionen bei dem französischen Transportunternehmen ABB/Alstom, dem Mischkonzern GE und dem US-amerikanischen Industriekonzern SPX.

Damit ist Sombecki das dritte Mitglied im Vorstandsteam, das noch aus Technologievorstand Volker Bibelhausen und Vertriebsvorstand Timo Berger besteht. Anders als Timmermann wird Sombecki aber nicht die Doppelrolle als Finanzchef und Vorstandssprecher inne haben – neuer Vorstandssprecher wird Volker Bibelhausen, wie Weidmüller auf Nachfrage erklärte.

Weidmüller leidet unter eintrübender Konjunktur

Auf den neuen CFO Sombecki wartet keine leichte Aufgabe: Der Elektronikspezialist ist mit der sich eintrübenden Konjunktur sowie den Herausforderungen der Digitalisierung und Automatisierung im Kerngeschäft konfrontiert. „Die Eintrübung der Konjunktur hat sich auch bei uns und unseren Kunden bemerkbar gemacht und führte zu einem deutlich geringeren Wachstum als wir noch zu Beginn des Jahres erwartet haben“, sagte noch-Vorstand Timmermann im Dezember.

Die Zahlen für das Geschäftsjahr 2019 wird das Unternehmen im Frühjahr bekannt geben. 2018 erwirtschaftete die Gruppe noch 823 Millionen Euro, das war ein Zuwachs von 11 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Auch für 2020 ist die Gruppe wenig optimistisch und rechnet mit einem Wachstum im unteren einstelligen Bereich. 

sarah.backhaus[at]finance-magazin.de