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CFO Neukirch verlässt Vita 34 – jetzt endgültig?

Vita 34 ernennt einen neuen CFO.
Vita 34

CFO-Wechsel bei Vita 34: Falk Neukirch verlässt das Biotech-Unternehmen und Andreas Schafhirt übernimmt. Schafhirt ist seit heute neuer Finanzchef des deutschen Betreibers einer Nabelschnurdatenbank, wo Eltern Stammzellen einfrieren lassen, die später die Grundlage von Stammzellentherapien für ihre Kinder sein können.

Jedoch ist der Posten des 59-Jährigen erstmal nur interimistisch. Offiziell endet seine Tätigkeit Ende April 2022. Wieso das Unternehmen nur einen interimistischen CFO einsetzt, kommentiert ein Sprecher auf FINANCE-Anfrage so: „Die interimistische Tätigkeit ist nur eine Spielart in der Vertragsgestaltung. Es spricht nichts dagegen, dass Herr Schafhirt auch nach der kommenden Hauptversammlung 2022 fest in das Amt tritt.“

Andreas Schafhirt war CFO von Biella-Neher

Schafhirt verfüge laut Vita 34 über mehr als 20 Jahre Erfahrung als Finanzvorstand sowohl börsennotierter als auch privater mittelständischer Unternehmen. Vor allem in den Bereichen internationales Rechnungswesen, Controlling, Konzernrestrukturierungen, M&A-Prozesse sowie Kapitalmarkttransaktionen soll er viel Expertise gesammelt haben. Zuletzt war er über 15 Jahre CFO bei dem Büromaterialhersteller Biella-Neher. Dort begleitete er 2006 den IPO an der Schweizer Börse sowie den Verkauf des Unternehmens im Rahmen eines strukturierten Bieterverfahrens im Jahr 2019 und die anschließende Integration.

Seine M&A-Erfahrung wird ihm bei dem Zellbanken-Unternehmen weiterhelfen, denn Vita 34 steckt mitten in einem größeren M&A-Deal. Ende März unterschrieb das Unternehmen einen Zusammenschluss mit der polnischen Stammzellbank Polski Bank Komórek Macierzystych (PBKM). Dazu sollen alle PBKM-Aktien in Vita-34-Aktien ausgetauscht werden. Die dazu erforderliche Kapitalerhöhung wurde im Juli von den Aktionären durchgewunken. Zusammen wollen sie die größte europäische Stammzellbank mit einem Gesamtmarktanteil von mehr als 30 Prozent werden.

Auch Vita 34 weist auf die wichtige Rolle des neuen CFOs im M&A-Prozess hin: „Im Zuge des geplanten Zusammenschlusses mit PBKM wird er das Unternehmen mit seiner Expertise optimal unterstützen und die Transaktion so zu einem erfolgreichen Abschluss bringen können.“

Falk Neukirch kam zu Vita 34 zurück

Sein Vorgänger Falk Neukirch hatte bewegte Zeiten bei dem Biotech erlebt. Er war zunächst von 2015 bis April 2017 CFO der Leipziger. Damals verließ er Vita 34, um sich neuen Herausforderungen zu stellen – einen Nachfolger präsentierte das Unternehmen nicht. Stattdessen nahm Vita 34 wieder Kontakt zu Neukirch auf und holte ihn im September des gleichen Jahres zurück. Zu diesem Zeitpunkt schloss Vita 34 gerade die Übernahme des holländischen Wettbewerbers Seracell ab.

Nun heißt es, dass Neukirch sein Amt „auf eigenen Wunsch“ niedergelegt hat und aus dem Unternehmen ausgeschieden ist, „um sich einer neuen Herausforderung zu widmen“. Vorstand und Aufsichtsrat dankten ihm für seine Unterstützung. Wohin es ihn zieht, ist nicht bekannt.

Zuletzt dürfte den CFO nicht nur die anstehende Fusion, sondern auch die Kontrolle durch die Deutsche Prüfstelle für Rechnungslegung (DPR) beschäftigt haben. Sie kritisiert zwei Bilanzposten aus dem Jahr 2019. So sollen unter anderem die Vertragsverbindlichkeiten auf der Passivseite „deutlich zu niedrig“ ausgewiesen gewesen sein, während das Eigenkapital „deutlich zu hoch“ sei. Während sich Unternehmen und DPR in den meisten kritisierten Punkten einig wurden, gab es bei anderen Fehlerfeststellungen Uneinigkeiten. Ob diese inzwischen beigelegt wurden, gab das Unternehmen nicht bekannt.

Vita 34 legte solides erstes Quartal hin

Im Corona-Jahr 2020 stagnierte der Umsatz von Vita 34 mit 20,1 Millionen Euro faktisch. Der Gewinn (Ebitda) sank nur geringfügig auf 5,3 Millionen Euro.

Das erste Quartal dieses Jahres konnte Vita 34 hingegen eine bessere Entwicklung vermelden. Der Umsatz stieg gegenüber dem Vorjahresquartal um 16,1 Prozent auf 5,4 Millionen Euro. Auch das bereinigte Ebitda wuchs um 0,6 Millionen Euro auf 1,7 Millionen Euro gegenüber dem Vorjahresquartal. Den Wachstum erklärt Vita 43 mit einer spürbaren Belebung der Nachfrage in den Kernmärkten.

sarah.backhaus[at]finance-magazin.de

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Sarah Backhaus ist Redakteurin bei FINANCE und DerTreasurer. Sie hat Journalismus an der Hochschule für Medien, Kommunikation und Wirtschaft in Köln studiert. Sarah Backhaus arbeitete während ihres Studiums unter anderem für Onlinemagazine von Gruner + Jahr und schrieb als freie Journalisten für die Handelszeitung, faz.net und Impulse.

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