Aufatmen bei Lufthansa: CFO Ulrik Svensson bleibt für weitere drei Jahre an Bord.

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14.03.19
CFO

CFO Svensson soll bis 2022 bei Lufthansa bleiben

Die Deutsche Lufthansa verlängert den Vertrag von CFO Ulrik Svensson für drei weitere Jahre. Im Vorfeld hatte es wilde Spekulationen um einen Weggang des anerkannten Finanzchefs gegeben.

Nun ist es offiziell: Die Deutsche Lufthansa verlängert vorzeitig den Vertrag ihres CFOs Ulrik Svensson. Das gab das Unternehmen in einer Pressemeldung bekannt. Der 57-jährige Schwede soll demnach bis zum 31. Dezember 2022 CFO der Airline bleiben.

Während Vertragsverlängerungen in der Regel nicht für viel Aufsehen sorgen, war es in diesem Fall anders: In den vergangenen Monaten gab es einige Verwirrung um den Verbleib des Finanzchefs. Im November hatte das „Manager Magazin“ unter Berufung auf Unternehmenskreise noch berichtet, Svensson werde die Lufthansa Ende 2020 verlassen und mit Auslaufen seines Vertrages in die Heimat zurückkehren.

Nur wenig später steuerte Lufthansa vehement dagegen und erklärte, Svensson habe nie überlegt, den Konzern zu verlassen. Auch das Manager Magazin sprach daraufhin von Entspannung bei Lufthansa, behauptete aber weiterhin, dass der Schwede „nach einer langen und aufreibenden Karriere das Ende seines Berufslebens ins Auge fasst“. Das Magazin mutmaßt, dass der CFO nicht die volle Amtszeit ausschöpfen wird.

CFO Ulrik Svensson kam von Finanzinvestor

Svensson leitet seit Anfang 2017 die Finanzen der Airline. Seine langjährige Vorgängerin Simone Menne hatte das Dax-Unternehmen im August 2016 verlassen. Nach ihrem Ausscheiden leitete Lufthansa-Chef Carsten Spohr für mehrere Monate das Finanzressort, bis Svensson den CFO-Posten übernahm.

Lufthansa warb seinen jetzigen CFO damals von dem schwedischen Finanzinvestor Melker Schörling ab. Bei dem börsennotierten Investor war Svensson elf Jahre lang Vorstandschef. Vor seiner Zeit als Chef von Melker Schörling verantwortete er die Finanzen der Schweizer Fluggesellschaft Swiss, die inzwischen zum Lufthansa-Konzern gehört. Svensson war auch zum Zeitpunkt seiner Berufung schon kein Unbekannter bei der deutschen Airline.

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Ulrik Svensson, Deutsche Lufthansa AG

Nach seinem Abschluss an der Stockholm School of Economics fängt Ulrik Svensson bei Swedish Match im Jahr 1985 als Leiter Budget und Berichtswesen an, bis er 1989 zu dem britischen Bürobedarfshersteller Esselte in Stockholm wechselt. Dort ist er regionaler Controller und Geschäftsführer. Von 1992 bis 2000 ist Ulrik Svensson in den zur Stenbeck Gruppe gehörenden Telekommunikationsunternehmen Millicom und Société Européenne de Communication in Luxembourg tätig. Dort verantwortet Svensson die Bereiche  Controlling, Investor Relations, Steuern und Accounting.

Im Jahr 2000 kehrt Svensson zu Esselte zurück, diesmal allerdings nach Großbritannien. Dort ist er Finanzvorstand und zeitweise auch CEO des Unternehmens. Anschließend wechselt Ulrik Svensson 2003, ebenfalls als CFO, zu Swiss International Air Lines.

2006 wird Svensson CEO beim Finanzinvestor Melker Schörling. 10 Jahre lang arbeitet er für die Schweden, bis er im Januar 2017 zur Deutschen Lufthansa wechselt und dort Finanzvorstand wird. Im Mai 2017 wird Svensson neben seiner Tätigkeit als CFO in den Aufsichtsrat der Lufthansa-Tochter Austrian Airlines gewählt. Im März 2019 gibt die Deutsche Lufthansa die vorzeitige Verlängerung seines Vertrags bis zum 31. Dezember 2022 bekannt.

zum Profil

Das Hin und Her um den Finanzchef hatte die Lufthansa belastet, denn sein Weggang wäre ein herber Verlust gewesen. Svensson genießt gerade am Kapitalmarkt einen guten Ruf. Als er 2017 sein Amt antrat, war der Aktienkurs der Airline volatil, Leerverkäufer hielten 7 Prozent der Anteile. Auch abseits des Kapitalmarktes sah es damals für Lufthansa aufgrund von Tarifkonflikten, steigenden Kerosinpreisen und einer veralteten Flugzeugflotte nicht gut aus.

Aufwärtstrend in den Lufthansa-Geschäftszahlen

Wirklich rosig ist die Lage immer noch nicht, auch zwei Jahre nach Svenssons Amtsantritt drücken steigende Kerosinpreise auf die Finanzen der Lufthansa. Doch vieles hat sich verbessert. Der Aktienkurs entwickelte sich positiv und erreichte Ende 2017 ein Allzeithoch von über 30 Euro. 2018 sackte die Aktie allerdings wieder etwas ab, unter anderem wegen teurer Flugausfälle und der Integration von Air Berlin.

Trotzdem flog die Lufthansa im vergangenen Jahr den zweithöchsten Gewinn ihrer Geschichte ein, dies zeigen heute veröffentlichte Geschäftszahlen für 2018. Der bereinigte Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) lag mit etwa 2,8 Milliarden Euro nur rund 4 Prozent niedriger als im Rekordjahr 2017.

Ihren Umsatz steigerte die Lufthansa um 6 Prozent auf 35,8 Milliarden Euro. Zudem investiert CFO Svensson in die Modernisierung der Flotte: Die Lufthansa hat 40 neue Langstrecken-Jets der Typen Boeing 787-9 Dreamliner und Airbus A350-900 geordert, was den Konzern einen mittleren bis hohen einstelligen Milliardenbetrag kosten dürfte. Von 2022 bis 2027 werden die neuen Maschinen ausgeliefert. Die Kurzstreckenflotte hat die Lufthansa bereits durch den Kauf zahlreicher A320-Neo-Jets modernisiert.

In das neu angelaufene Geschäftsjahr geht der Konzern vorsichtig und mit einer weiten Prognosespanne hinein: Den operativen Gewinn prognostiziert die Airline mit 2,4 bis 3 Milliarden Euro. Dies lässt einen weiteren Gewinnrückgang möglich erscheinen.

nadine.graf[at]finance-magazin.de

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