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Christian Baier wird Interims-CEO bei Metro

Darf sich bald kurzfristig Metro-CEO nennen: Finanzvorstand Christian Baier
Metro AG

Vorläufige Nachfolge-Regelung in Düsseldorf: Der Handelskonzern Metro hat seine Unternehmensführung nach dem Ausscheiden von CEO Olaf Koch zum 31. Dezember bestimmt. Finanzvorstand Christian Baier soll gemeinsam mit Chief Operating Officer (COO) Rafael Gasset eine Doppelspitze bilden, bis ein Nachfolger oder eine Nachfolgerin für Koch gefunden ist, teilte der MDax-Konzern am Montag mit.

Koch hatte Mitte August angekündigt, sein Amt aufgeben zu wollen. In den vergangenen drei Monaten ist es Metro allerdings offenbar nicht gelungen, einen passenden Kandidaten für den Chefposten zu finden. Die Düsseldorfer erklärten nun, die Suche nach einem neuen CEO verlaufe planmäßig und solle in den kommenden Monaten abgeschlossen sein.

Christian Baier ist seit 2011 bei Metro

In der Zwischenzeit müssen nun Christian Baier und sein spanischer Vorstandskollege Rafael Gasset ran. Die beiden hätten „beim Steuern des Unternehmens durch die bisherige Pandemie hohe Belastbarkeit bewiesen“, erklärte Metro-Aufsichtratschef Jürgen Steinemann. Beide würden bewährte Finanzexpertise und langjährige operative Großhandelserfahrung vereinen.

Christian Baier ist seit 2011 bei der Metro beschäftigt. Zunächst verantwortete er bei der Cash & Carry-Tochter Schaper C&C die Finanzen und Administration. Ein Jahr später wechselte er als M&A-Leiter zum Mutterkonzern, wo er wenig später auch die Unternehmensstrategie übernimmt. 2015 stieg der heute 44-Jährige zum CFO von Metro Cash & Carry auf. Im Zuge der Aufspaltung des Handelsunternehmens in einen Großhandelskonzern („Metro“) und eine Elektroniksparte („Ceconomy“) wird er im März 2017 zum Finanzvorstand von Metro. Seine aktuelle Bestellung zum Mitglied des Vorstands läuft bis zum 30. September 2025.

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Christian Baier, Metro AG

Studienbegleitend absolviert Christian Baier eine Ausbildung bei der Baden-Württembergischen Bank in Freiburg und wechselt 2001 als Beteiligungsmanager zur LBBW-Tochter BWK. Von 2002 bis 2004 unterbricht er seine berufliche Laufbahn für ein MBA-Studium an der New York University. 2004 wechselt er zur Investmentbank Lehman Brothers in die M&A-Beratung. Von 2006 bis 2011 arbeitet er als Investment Executive beim Private-Equity-Haus Permira.

2011 steigt Christian Baier bei dem Handelskonzern Metro ein, wo er zunächst in der Unternehmensleitung von Schaper C&C die Finanzen und Administration verantwortet. Ein Jahr später wechselt er als M&A-Leiter in den Mutterkonzern und übernimmt kurz darauf auch die Unternehmensstrategie.

2015 wird er CFO von Metro Cash & Carry, bevor er im Zuge der Aufspaltung des Metro-Konzerns in die Bereiche Lebensmittelgroßhandel („Metro“) und Elektronikhandel („Ceconomy“) zum Finanzvorstand der Metro AG ernannt wird.

Im November 2020 wird Christian Baier gemeinsam mit COO Rafael Gasset zum Interims-CEO ernannt. Das neue Führungsduo tritt ab Januar 2021 an, bis ein Nachfolger für CEO Olaf Koch gefunden ist.

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Metro stark von Corona betroffen

Der Düsseldorfer Handelsriese hat derzeit mit mehreren Unsicherheiten zu kämpfen. So wurde der Konzern, der stark vom Gastronomiegeschäft abhängig ist, schwer von der Coronavirus-Pandemie getroffen. Im Geschäftsjahres 2019/20, das bis Ende September lief, ging der Umsatz um gut 5 Prozent auf 25,6 Milliarden Euro zurück.

Vor allem Metros drittes Quartal – also der Zeitraum April bis Juni – lief wegen des Lockdowns in Europa schlecht: Damals sackte der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibung (Ebitda) um 57 Prozent auf 176 Millionen Euro ab. In den folgenden Monaten hat sich das Geschäft allerdings stabilisiert. Den Geschäftsbericht für 2019/2020 will Metro Mitte Dezember vorlegen.

Folgt die Metro-Zerschlagung durch Kretinsky?

Neben Corona sorgt auch Großaktionär Daniel Kretinsky für Unruhe. Ende vergangener Woche war bekannt geworden, dass der tschechische Milliardär seine Metro-Beteiligung weiter aufgestockt hat und mittlerweile fast 41 Prozent der Metro-Stammaktien besitzt. Im September hatte Kretinsky den übrigen Aktionären ein erneute freiwillige öffentliche Übernahmeofferte gemacht und 8,48 Euro je Stammaktie und 8,87 Euro je Vorzugsaktie geboten.

Aktuell ist eine Stammaktie am Markt für knapp 8 Euro zu haben. Über die Pläne des Großinvestors ist indes nichts bekannt, am Markt wird jedoch schon länger über eine mögliche Zerschlagung spekuliert.

martin.barwitzki[at]finance-magazin.de

Info

Alles zur beruflichen Karriere von Christian Baier erfahren Sie auf seinem FINANCE-Köpfe-Profil.

Alles, was bisher im Drama um Deutschlands größten Handelskonzern geschah lesen Sie auf unserer FINANCE-Themenseite zu Metro.

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