Deutz AG

08.01.18
CFO

Deutz-Finanzchefin Haase zieht sich zurück

Margarete Haase wird ihre CFO-Position bei dem Motorenbauer Deutz schon im März an Andreas Strecker abgeben. Sie hinterlässt tiefe Spuren.

Am 1. März bekommt der börsennotierte Motorenhersteller Deutz einen neuen CFO. Andreas Strecker wird dann die Verantwortung für die Finanzen des Kölner Konzerns übernehmen und außerdem auch Arbeitsdirektor werden, gab Deutz bekannt. Der 56-Jährige wird neben den Finanzen unter anderem auch die Bereiche Einkauf, Personal und Information Services leiten.

Strecker folgt auf Margarete Haase, die laut Unternehmensangaben aus Altersgründen ihren auslaufenden Vertrag nicht verlängert. Die 64-Jährige bleibt noch bis zum 30. April Vorstandsmitglied.

Andreas Strecker bringt 20 Jahre Berufserfahrung mit

Andreas Strecker promovierte 1988 an der Universität Stuttgart. Ab 1998 leitete er vier Jahre lang die Strategische Planung und das Controlling bei  der Bussparte des Daimler-Konzerns. 2002 machte der Diplom-Kaufmann einen Karrieresprung und wurde Nordamerikachef von Daimler Buses. Diesen Posten behielt er acht Jahre lang.

Nach insgesamt zwölf Jahren bei Daimler wechselte Strecker 2010 als CFO zum Türen- und Garagentorhersteller Novoferm. Gut vier Jahre später ging Strecker nach Polen, um dort die Führung des dort ansässigen Straßenbahn- und Omnibusherstellers Solaris zu übernehmen. Zuletzt arbeitete Strecker Deutz-Angaben zufolge als Strategieberater.  

Margarete Haase führte Deutz durch ein tiefes Tal

Dr. Margarete Haase, Deutz AG

Bevor Haase promoviert, arbeitet sie ab 1979 als Analystin für Unternehmensbewertungen für die Kapitalbeteiligungs AG in Wien. Kurz vor ihrer Promotion wird sie 1983 Abteilungsleiterin für Leasing- und steuerliche Transaktionen bei der RZB Leasing GmbH in Wien. 1986 wechselt sie zu CIS Information Systems nach Genf und betreut als Regionalleiterin den Vertrieb und die Refinanzierung.

Von 1987 bis 1990 arbeitet Haase bei Daimler Benz und leitet zunächst das Controlling der Leasinggesellschaften und ab 1990 die Beteiligungen Nord- und Südamerika. Von 1995 bis 2000 ist sie dann für Daimler- Benz in München, Amsterdam und Dublin tätig. Unter anderem leitet sie den Bereich für Absatzfinanzierungen der DASA und die Geschäfte von Fokker Flugzeug Leasing, die Absatzfinanzierungsgesellschaft für Airbus.

Die folgenden zwei Jahre leitet Haase dann den Bereich Konzernfinanzplanung und –steuerung von DaimlerChrysler. 2002 wechselt sie von Stuttgart nach Berlin und leitet bis 2006 das Motorenwerk Berlin. Von 2006 bis 2007 ist sie Direktorin des Corporate Audit, bis sie in den Vorstand von DaimlerChrysler Financial Services berufen wird. Von April 2009 bis März 2018 war Haase Finanzvorstand von Deutz und verantwortete das Personalressort und das Ressort Investor Relations.

zum Profil

Die scheidende Finanzchefin hinterlässt ein beachtliches Erbe. Die promovierte Betriebswirtin kam 2009 zum Deutz-Konzern und übernahm den CFO-Posten in einer turbulenten Phase. Die Finanzkrise hatte auch den zyklischen Kölner Motorenhersteller schwer getroffen. Kurz nach ihrem Einstieg gelang Haase eine wichtige Refinanzierung der Passivseite.

Später zeigten die operativen Geschäftsergebnisse ein starkes Auf und Ab. Zwar verbesserte sich die Lage von Deutz in der Tendenz, doch zwischenzeitlich gerieten erneut wichtige Kreditauflagen (Covenants) in Gefahr.

Deutz ist wieder im Angriffsmodus

Der finale finanzielle Befreiungsschlag gelang Haase im Frühjahr vergangenen Jahres, als es ihr gelang, den Stammsitz des Konzerns in Köln-Deutz für 125 Millionen Euro plus Bonuszahlungen an einen Immobilienentwickler zu verkaufen, der dort ein großes Wohnquartier errichten möchte. Seitdem ist die Konzernkasse wieder gut gefüllt, und Deutz ist wieder auf Akquisitionskurs. Im September übernahmen die Kölner für einen nicht genannten, aber wohl hohen zweistelligen Millionenbetrag den Weltmarktführer für elektronische Bootsmotoren Torqueedo.

Deutz steuert auf ein starkes Geschäftsjahr 2017 zu, mit dessen Bilanzierung Haase dann an ihren Nachfolger übergeben wird. Nach neun Monaten lagen Umsatz und Auftragseingang um 15 beziehungsweise 25 Prozent über Vorjahresniveau. Der Sondererlös aus dem Immobilienverkauf wird auch zu einem starken Anstieg des Nettogewinns führen.

andreas.mehring[at]finance-magazin.de

Nähere Informationen über die langjährige Finanzchefin des Motorenherstellers finden Sie auf dem FINANCE-Köpfe-Profil der Deutz-Finanzchefin Margarete Haase