Edeka braucht einen neuen CFO: Martin Scholvin hat dem Verwaltungsrat des Lebensmittelhändlers mitgeteilt, seinen bis Ende Januar 2024 laufenden Vertrag aus persönlichen Gründen nicht verlängern zu wollen. Scholvin ist seit 2013 Finanzchef von Deutschlands größtem Einzelhändler, zwei Tage vor Vertragsende wird er 60 Jahre alt.
„Wir bedauern die persönliche Entscheidung von Herrn Scholvin sehr, respektieren diese aber natürlich. Für seinen Einsatz und Engagement sowie für die sehr gute Zusammenarbeit bedanken wir uns und wünschen ihm für die Zukunft alles Gute“, erklärt Uwe Kohler, Vorsitzender des Verwaltungsrats.
Scholvin ist seit zwei Dekaden bei Edeka
Scholvin wird bei Vertragsende mehr als 20 Jahre für Edeka tätig gewesen sein. In seinem Vorstandsressort verantwortet er neben den Finanzen die Aufgabenbereiche Personal und Unternehmensentwicklung. Er hatte das Amt 2013 von Reinhard Schütte übernommen. Zuvor leitete Scholvin sechs Jahre den Geschäftsbereich Beteiligungen und Controlling in der Edeka-Zentrale, von 2003 bis 2006 war er als Wirtschaftsprüfer beim Edeka Verband kaufmännischer Genossenschaften tätig. Seine berufliche Laufbahn hatte der Manager bei verschiedenen Wirtschaftsprüfungsgesellschaften begonnen.
Wer auf Scholvin folgen wird, ist zurzeit noch unklar. Edeka wollte sich dazu gegenüber FINANCE nicht äußern. Denkbar wäre ein interner Nachfolger, der oder die ähnlich wie Scholvin oder Noch-Vorstandskollege Claas Meineke vorher schon in anderer Funktion für Edeka tätig war. Auch CEO Markus Mosa kann als interner Zugang gewertet werden. Bevor er 2008 zum CEO berufen wurde, war er sechs Jahre lang Geschäftsführer der Edeka-Tochter Netto.
Edeka ist im Preis-Streit mit Lieferanten
Im abgelaufenen Geschäftsjahr erwirtschaftete der Edeka-Verbund einen Umsatz von 66,2 Milliarden Euro, was eine Steigerung um 5,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr entsprach. Zuletzt machte Edeka Schlagzeilen mit seinem Preis-Streit mit Lieferanten wie Mars, Procter & Gamble aber auch Pepsico sowie Teile von Henkel, Schwartau und Unilever. Der Lebensmittelkonzern weigert sich bislang, die Preiserhöhung der Lieferanten mitzugehen.
Falk Sinß ist Redakteur bei FINANCE. Er hat Soziologie, Politologie und Neuere und Mittlere Geschichte in Frankfurt am Main sowie in Mainz Journalismus studiert, wo er auch einen Lehrauftrag inne hatte. Vor seiner Zeit bei FINANCE war Falk Sinß drei Jahre Redakteur der Zeitschrift Versicherungswirtschaft und zehn Jahre für verschiedene Medien des Universum Verlags tätig.
