Lothar Lanz soll zukünftig dem Aufsichtsrat bei Zalando vorstehen.

Axel Springer

02.03.16
CFO

Ex-Springer-CFO Lothar Lanz wird Aufsichtsratschef bei Zalando

Lothar Lanz, der langjährige Finanzchef von Axel Springer, soll Aufsichtsratschef von Zalando werden. Der Großaktionär Kinnevik gibt diesen Posten frei – aus unklaren Gründen.

Lothar Lanz steht vor dem Sprung an die Spitze des Aufsichtsrats des Modehändlers Zalando. Der 67 Jahre alte Manager ist für diesen Posten nominiert worden, die Zustimmung durch die Hauptversammlung Ende Mai gilt als reine Formalität.
 
Lanz war bis vor zwei Jahren CFO des Medienkonzerns Axel Springer und davor zwölf Jahre Finanzvorstand bei ProSiebenSat.1. Seit 2014 sitzt er im Aufsichtsrat von Zalando, aktuell ist er Vorsitzender des Prüfungsausschusses. Sein Nachfolger an dieser Stelle soll sein bisheriger Stellvertreter werden, der frühere Telekom-Chef Kai-Uwe Ricke.

Der Posten an der Spitze des Aufsichtsrates wird durch den Abgang der bisherigen Vorsitzenden Cristina Stenbeck, Chefin des schwedischen Internetinvestors Kinnevik, vakant. Stenbeck will über den 31. Mai hinaus nicht mehr zur Verfügung stehen, obwohl Kinnevik mit einem Anteil von fast 32 Prozent nach wie vor der größte Anteilseigner von Zalando ist. Dies könnte auf einen bevorstehenden Abbau der Beteiligung hindeuten, so wie es Kinnevik auch schon bei Rocket Internet getan hat. Allerdings lässt Stenbeck ausrichten, dass Kinnevik vorhat, größter Anteilseigner zu bleiben.

Zalando mit starken Geschäftszahlen 2015

Im Gegensatz zu Rocket Internet hat Zalando ein starkes Jahr hinter sich. 2015 wuchs der E-Commerce-Konzern um 33,6 Prozent auf 2,96 Milliarden Euro. Damit konnte Zalando sein mittelfristiges Wachstumsziel von 20 bis 25 Prozent klar übertreffen. Zalando ist profitabel und kann für das Jahr 2015 eine operative Gewinnmarge von 3,6 Prozent vorweisen.

Auch für dieses Jahr rechnet Zalando mit einem starken Wachstum, erneut liegt das Wachstumsziel bei 20 bis 25 Prozent. Die bereinigte operative Marge soll zwischen 3,0 und 4,5 Prozent liegen, belastet von hohen Investitionen in den weiteren Ausbau des Geschäfts und die Integration diverser Zukäufe.

julian.woehr[at]finance-magazin.de