Philipp Lauenstein (rechts) wird neuer CFO bei MPC Capital. Sein Vorgänger Constantin Baack (links) konzentriert sich nun auf das Shipping-Ressort.

MPC Capital

29.03.18
CFO

MPC Capital macht 28-Jährigen zum CFO

Mit gerade einmal 28 Jahren wird Philipp Lauenstein neuer Finanzchef bei MPC Capital. Sein Vorgänger Constantin Baack hat den Asset-Manager durch eine schwierige Zeit geführt – und wechselt jetzt ins Operative.

Vorstandswechsel bei MPC Capital: Philipp Lauenstein ist neuer Finanzchef bei dem Hamburger Asset-Manager. Überraschend ist das Alter des neuen CFOs – Lauenstein ist gerade einmal 28 Jahre alt. Der junge Finanzchef kam 2016 zu MPC Capital und war zuletzt in verantwortlicher Funktion im Finanzressort der Tochter MPC Container Ships an dem Aufbau der Gesellschaft beteiligt.

Das Tochterunternehmen ist in Oslo börsennotiert und wächst beständig durch den Ankauf kleinerer Containerschiffe, deren Management das Unternehmen übernimmt. Lauenstein hat zu diesem Wachstum beigetragen, indem er an vier Kapitalerhöhungen und zwei Bond-Platzierungen mit einem Gesamtvolumen von 625 Millionen US-Dollar für MPC Container Ships mitgewirkt hat. Vor seiner Zeit bei MPC arbeitete der promovierte Betriebswirt bei der Hamburger Q&A Unternehmensberatung. 

CFO Baack führte MPC Capital durch die Krise

Lauenstein folgt in der Funktion des Holding-CFOs auf Constantin Baack. Der 39-Jährige, der seit 2008 für MPC Capital tätig ist, wurde im April 2015 zum CFO berufen. Ende 2017 übernahm er zusätzlich dazu das Shipping-Ressort und soll sich nun nach Abgabe der CFO-Aktivitäten komplett auf diesen Bereich konzentrieren.

Baack hat das Hamburger Traditionshaus, das im Zuge des Schiffsfonds-Hypes so gute Geschäfte gemacht hatte, dass es kurzzeitig sogar im MDax notiert war, durch eine schwierige Zeit geführt. Der Asset-Manager litt massiv unter der Schifffahrtskrise. Lange Zeit war unklar, ob die Altlasten das Unternehmen in die Tiefe reißen. Viele Jahre lang fristete MPC Capital am Kapitalmarkt ein Schattendasein.

FINANCE-Köpfe

Constantin Baack, MPC Capital AG

Constantin Baack startet seine berufliche Karriere im Jahr 2003 im Operations- und Claims- Department bei der Reederei Hamburg Süd in Sydney. Von dort wechselt er zur Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Ernst & Young, für die er in Hamburg und Shanghai tätig ist.

Im Jahr 2008 geht Constantin Baack zur MPC-Gruppe, wo er verschiedene Positionen durchläuft. So ist er unter anderem Geschäftsführer von Tochterunternehmen der MPC Gruppe sowie von Fondsgesellschaften in Deutschland, den Niederlanden und in Luxemburg.

Seit 2013 verantwortete Constantin Baack den Shipping-Bereich der MPC-Gruppe und ist in dieser Funktion mit der Konsolidierung der Schifffahrtsaktivitäten des Hamburger Emissionshauses betraut. In diesem Zuge verantwortet er unter anderem die Übernahme der Ahrenkiel-Gruppe und die Zusammenführung der Reedereiaktivitäten in der neu gegründeten Tochtergesellschaft Ahrenkiel Steamship.

Von April 2015 bis März 2018 ist Constantin Baack Finanzvorstand des börsennotierten Hamburger Traditionsunternehmens MPC Capital. Anschließend konzentriert er sich auf seine Aufgabe in der Führung der maritimen Aktivitäten des Hamburger Asset-Managers, der unter anderem Mitinhaber einer in Norwegen börsennotierten Gruppe von Containerschiffen ist.

zum Profil

Doch mit der Enthaftung aus alten Risiken und der Stärkung der Bilanz gelang der Turnaround. Seitdem hat das Management die Abhängigkeit vom Schifffahrtsgeschäft stark reduziert. Neu als Standbeine hinzugekommen sind die Bereiche Immobilien, Energie und Infrastruktur. MPC Capital zieht große Projekte an Land und beteiligt institutionelle Investoren an deren Umsetzung. Als Zeichen des Commitments tätigt MPC Capital Co-Investments in die strukturierten Projekte. Entsprechend hohe Investitionen erfordert der geplante starke Ausbau der Assets under Management.

Finanzchef Constantin Baack beschaffte die nötigen Mittel und revitalisierte dafür auch die Kapitalmarktpräsenz von MPC Capital. Dafür lancierte er insgesamt drei Kapitalerhöhungen im Gesamtvolumen von fast 70 Millionen Euro, die vorerst letzte erst vor wenigen Wochen mit einem Volumen von 17,3 Millionen Euro. Die Eigenkapitalquote liegt nun bei 78 Prozent.

MPC Capital erweitert den Vorstand

Der Gewinn von MPC Capital hat sich zuletzt ebenfalls positiv entwickelt. Das Vorsteuerergebnis (EBT) stieg im Geschäftsjahr 2017 um 11 Prozent auf 17,4 Millionen Euro, das Konzernergebnis sogar um 29 Prozent auf 13,2 Millionen Euro. Der Konzernumsatz war allerdings um 12 Prozent auf 47,3 Millionen Euro rückläufig. Die Ursache dafür lag laut MPC darin, dass eine Transaktion aufgrund ihrer Struktur nicht als Umsatz, sondern als sonstiger betrieblicher Ertrag verbucht werden musste. Unter Berücksichtigung dieser Transaktion hätte das Umsatzwachstum bei rund 11 Prozent gelegen.

Die CFO-Personalie ist nicht die einzige Veränderung im Vorstand: Der promovierte Rechtsanwalt Karsten Markwardt, bereits seit 2008 bei MPC Capital, übernimmt den neu geschaffenen Vorstandsposten Legal & Compliance. „Mit der Erweiterung des Vorstands auf fünf Mitglieder tragen wir der breiten Aufstellung der MPC Capital als diversifizierter Asset-Manager Rechnung“, kommentiert Aufsichtsratschef Axel Schroeder die Personalien.

julia.schmitt[at]finance-magazin.de

Mehr über den bisherigen Karriereweg des ehemaligen CFOs von MPC Capital finden im Profil von Constantin Baack bei FINANCE-Köpfe.