Ein junges Einhorn auf der Suche nach einem neuen CFO: Matthias Oetken, Finanzchef der N26 Bank, verlässt das Unternehmen.

N26

22.01.19
CFO

N26 Bank sucht neuen CFO

Der Finanzchef Matthias Oetken verlässt die N26 Bank. Ihre Mutter N26 ist erst vor kurzem nach einer aufsehenerregenden Finanzierungsrunde mit 2,7 Milliarden Dollar bewertet worden.

Das Fintech N26 ist auf der Suche nach einem neuen CFO und CRO (Chief Risk Officer) für seine Bank. Matthias Oetken, der diese Positionen seit Juli 2016 innehat, wird das Unternehmen in diesem Jahr verlassen. Das Fintech bestätigte den Weggang auf FINANCE-Anfrage. Zuerst hatte das Nachrichtenportal Finanz-Szene.de über den Wechsel berichtet.

Die N26 Bank, bei der er die Finanzen verantwortet, ist eine Tochtergesellschaft der N26 GmbH, bei der Mitgründer Maximilian Tayenthal den CFO-Posten besetzt. N26-CEO Valentin Stalf dankt Oetken für einen „herausragenden Beitrag zum Markterfolg von N26“.

Oetken selbst äußert sich ebenfalls positiv über seine Zeit bei dem Fintech und sagt, es sei Zeit für ihn, ein neues Kapital aufzuschlagen. Sein Weggang steht wohl schon seit längerem fest, denn die Suche nach einem Nachfolger läuft bereits: Man sei schon seit mehreren Monaten mit verschiedenen Kandidaten im Gespräch, teilte eine Sprecherin des Unternehmens auf Anfrage mit.

Matthias Oetken wechselte von Bank zu Fintech

Bis ein Nachfolger gefunden ist, soll der ehemalige Banker an Bord bleiben. Er werde in den nächsten Monaten gemeinsam mit N26 Bank-CEO Markus Gunter „den geordneten Übergang in der Geschäftsführung“ sicherstellen, teilt das Fintech mit.

Vor seiner Zeit bei N26 hat Oetken verschiedene Karrierestationen in der Bankenwelt absolviert. Er begann seine Karriere mit einer Banklehre bei der Commerzbank. Nach dem Studium besetzte er Leitungspositionen bei diversen Landesbanken. Zwischen 2004 und 2009 war er CEO und CFO bei dem Finanzdienstleister HSH Financial Markets Advisory in Luxemburg. Vor dem Wechsel zu N26 verantwortete er das Market Risk Management bei der HSH Nordbank.

N26 hat den Sprung zum Einhorn geschafft

Oetken verlässt die Fintech-Bank zu einem für das Haus spannenden Zeitpunkt: Erst vor kurzem hat N26 in einer Finanzierungsrunde 300 Millionen Dollar eingesammelt und neue Investoren dazugewonnen. Die Bewertung des Fintechs stieg dadurch auf 2,7 Milliarden Dollar – N26 zählt damit zu der kleinen Gruppe der Einhörner in der Branche.

Für das erste Halbjahr 2019 hat sich die Bank den Einstieg in den wichtigen US-Markt auf die Fahnen geschrieben. Es wäre für N26 nach Großbritannien der zweite Markt außerhalb der Euro-Zone, in den das Fintech eintritt. N26 hat derzeit etwa 2,3 Millionen Kunden in 24 Ländern mit Geldeinlagen von über 1 Milliarde Euro.

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