Nach der Übernahme von Primacom durch Tele Columbus bleibt Tele-Columbus-CFO Frank Posnanski Finanzchef. Für sein Pendant findet der Kabelkonzern eine andere Aufgabe.
14.10.15
CFO

Primacoms Noch-CFO Jens Müller soll Tele Columbus-Zukäufe integrieren

Der Kabelnetzbetreiber Tele Columbus baut nach der Übernahme von Primacom und Pepcom das Management um. Primacom-CFO Jens Müller spielt in der neuen Konstellation eine wichtige Rolle – zumindest vorübergehend.

 

Wie nach jedem M&A-Deal wird auch beim Kauf von Primacom durch Tele Columbus ein CFO überflüssig. Während der bisherige Tele-Columbus-Finanzchef Frank Posnanski sein Amt behält, wird sein  Pendant bei Primacom, Jens Müller, Chief Integration Officer des Kabelnetzbetreibers. Das gab Tele Columbus heute im Rahmen einer Neuaufstellung des Managements bekannt.

Müllers Hauptaufgabe als CIO werde es sein, das Potential für Skalen- und Synergieeffekte zu heben und die übernommenen Unternehmen in eine neue Einheit zu überführen. Damit wird der bisherige CFO in den kommenden Monaten wohl einiges zu tun haben: Tele Columbus hatte kürzlich angekündigt, auch den Wettbewerber Pepcom zu kaufen.

Tele Columbus: Weitere Wachstumsambitionen

Die Wachstumsambitionen des drittgrößten Kabelnetzbetreibers scheinen damit aber noch nicht am Ende zu sein, wie eine Formulierung in der Pressemitteilung vermuten lässt: Müller solle Synergieeffekte auch bei künftigen Zukäufen „bestmöglich ausschöpfen“. Im Gegensatz zu Primacom-CEO Joachim Grendel, der sich Tele Columbus nicht anschließen wird, bleibt Müller damit an Bord.

Müller war seit 2014 CFO bei Primacom und zuvor zwölf Jahre bei Unitymedia, wo er zuletzt als Geschäftsführer und Co-CFO tätig war.

Tele Columbus ist im Kaufrausch

Mitte Juli legte Deutschlands drittgrößter Kabelnetzbetreiber satte 711 Millionen Euro auf den Tisch, um Deutschlands Nummer Vier zu übernehmen. Nur wenige Monate später schlug Posnanski gleich wieder zu und übernahm den Konkurrenten Pepcom für 608 Millionen Euro.

Finanziert hat Posnanski die Deals über den Börsengang, der Tele Columbus 367 Millionen Euro in die Kassen gespült hat, und über Fremdkapital. Zudem sind eine weitere Kapitalerhöhung und weitere Kapitalmarktaktivtäten geplant.

philipp.habdank[at]finance-magazin.de