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Schuhhersteller Lloyd findet interne CFO-Lösung

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Thomas Schmies wird neuer CFO des Schuhherstellers Lloyd. Foto: Lloyd
Thomas Schmies wird neuer CFO des Schuhherstellers Lloyd. Foto: Lloyd

Der Schuhhersteller Lloyd kann zwei Wochen nach dem Tod seines Finanzchefs Jörg Wetzel einen Nachfolger präsentieren: Thomas Schmies rückt auf den CFO-Posten des Sulinger Unternehmens. Konkret übernimmt er die Verantwortung für alle bis dato von Wetzel betreuten Bereiche. Im Einzelnen sind dies Finanzen, Controlling, Recht, Personalwesen, Logistik und IT.  

Schmies sollte sich dabei sehr schnell zurechtfinden: Er fungiert seit knapp 19 Jahren als Group CFO des Langenfelder Schuhproduzenten Ara, zu dessen Tochtergesellschaften neben Salamander auch Lloyd zählt. Zudem begleitet Schmies Lloyd als Beiratsmitglied seit Langem eng. Wie eine Sprecherin auf Anfrage von FINANCE erklärte, wird er die Finanzgeschicke von Ara und Lloyd künftig in Personalunion leiten. 

CFO Schmies startete bei Big-Four-Haus EY 

Der gelernte Diplom-Kaufmann startete seine Karriere 1997 als Wirtschaftsprüfer beim Big-Four-Haus EY. Nach rund sechseinhalb Jahren erfolgte 2004 dann der Wechsel zu Ara. Auf „Linkedin“ drückte Schmies vor wenigen Tagen sein Beileid für die Hinterbliebenen von Wetzel und dessen Frau aus, die gemeinsam infolge einer Kohlenmonoxidvergiftung in deren italienischen Ferienhaus verstorben sind: „Ein unglaublich sympathischer und extrem kompetenter Kollege, der mit seiner Frau auf so tragische Art und Weise viel zu früh aus dem Leben gerissen wurde. Ich werde mich immer gerne an die gemeinsamen Gespräche und Projekte erinnern, die stets von gegenseitigem Respekt, viel Humor und hoher fachlicher Expertise geprägt waren.“  

Jörg Wetzel war im März 2016 als Finanzchef zu Lloyd gewechselt. Gemeinsam mit Andreas Schaller, dem Sprecher der Lloyd-Geschäftsführung, führte er den Schuhanbieter durch die anspruchsvollen Jahre der Corona-Pandemie. Im vergangenen Jahr konnten die Sulinger dank eines Wachstums von knapp 50 Prozent einen Umsatz von rund 115 Millionen Euro erwirtschaften. Für das laufende Jahr peilt das 1888 gegründete Unternehmen nun wieder das Vor-Pandemie-Niveau an, das sich auf etwa 130 Millionen Euro (2019) belief. 

Viele Insolvenzen in der Schuhbranche  

Dass diese Rückkehr zu alter Stärke keine Selbstverständlichkeit ist, zeigen gleich mehrere aktuelle Beispiele aus der Schuhbranche. Das Osnabrücker Traditionsunternehmen Reno etwa musste vor gut zwei Monaten ebenso Antrag auf Insolvenz stellen wie im September 2022 der Wettbewerber Görtz.  

Und auch Ara selbst kann wohlgemerkt ein Lied von der schwierigen Situation singen: Ende vergangenen Jahres schickte der Konzern seine Töchterunternehmen Klauser und Salamander ins Schutzschirmverfahren.  

Philipp Hafner ist Redakteur bei FINANCE. Er hat Volkswirtschaftslehre an der Universität Bayreuth sowie an der University of Amsterdam studiert. Vor FINANCE arbeitete Philipp Hafner mehr als sechs Jahre bei der Verlagsgruppe Knapp/Richardi, zunächst als Volontär, anschließend dann als Redakteur für die Fachzeitschrift „Immobilien & Finanzierung“.