Nun jetzt doch: Der Autovermieter Sixt und sein Finanzchef Kai Andrejewski werden künftig getrennte Wege gehen. Er werde seine Funktion „in bestem gegenseitigem Einvernehmen“ niederlegen, teilte Sixt am heutigen Donnerstagnachmittag mit. Ein Nachfolger für Andrejewski ist bereits gefunden: Der 56-jährige Finanzvorstand wird sein Ressort mit Wirkung zum 1. Juni dieses Jahres an Franz Weinberger übergeben.
Franz Weinberger ist seit 13 Jahren bei Sixt

Für die Besetzung des CFO-Postens bedient sich Sixt personell im eigenen Haus: Weinberger ist seit mehr als zehn Jahren für den Autovermieter tätig und kennt den MDax-Konzern entsprechend gut. So stieß er im Jahr 2013 zu Sixt, zunächst als Director Legal. Es war seine erste Station auf Unternehmensseite: Zuvor war Weinberger als Rechtsanwalt bei Taylor Wessing angestellt. Fast sechs Jahre später, im August 2019, stieg er zum stellvertretenden Leiter der Sixt-Rechtsabteilung auf.
Im April 2021 wurde der 41-jährige Manager zum Leiter des Bereichs Corporate Finance berufen, diese Position hat er bis heute inne. Eine Nachfolge für die künftig vakante Position kann Sixt bisher nicht präsentieren. Weinberger werde diese Aufgaben vorübergehend weiterhin ausüben, teilte ein Unternehmenssprecher auf FINANCE-Anfrage mit.
Künftiger Sixt-CFO Weinberger holte Rating ein
Während seiner Amtszeit als Senior Vice President Corporate Finance konnte Weinberger erstmals ein positives Rating von S&P einholen. Die Ratingagentur bewertete das MDax-Unternehmen „BBB“ mit stabilem Ausblick. Darüber hinaus verantwortete er die Platzierung der ersten Benchmark-Anleihe von Sixt in Höhe von 500 Millionen Euro.
„Mit seiner vielfältigen Erfahrung und langen Unternehmenszugehörigkeit ist Franz Weinberger prädestiniert dafür, als CFO daran mitzuwirken, den Kurs des profitablen Wachstums fortzusetzen“, kommentierte Aufsichtsratsvorsitzender Erich Sixt die Personalie.
Gerüchte um Kai Andrejewskis Weggang
Während Weinberger Anfang Juni den CFO-Posten übernimmt, läuft der Vertrag des noch amtierenden Finanzchefs Andrejewski zu diesem Zeitpunkt regulär aus, heißt es seitens des Unternehmens. Kurios: Anfang dieses Jahres machten noch Gerüchte die Runde, dass Andrejewski Sixt verlassen könnte. Dem widersprach das Unternehmen damals: Man befinde sich zum aktuellen Zeitpunkt in „sehr positiven Gesprächen in Bezug auf eine Vertragsverlängerung“, teilte ein Unternehmenssprecher seinerzeit mit.
Nun kehrt der Manager dem Autovermieter doch den Rücken. Er hatte die Finanzverantwortung seit Juni 2021 inne. Am Ende habe man sich dazu entschieden, der Personalpolitik von Sixt zu folgen, „Spitzenpositionen möglichst aus den eigenen Reihen zu besetzen“, so ein Sprecher gegenüber FINANCE – wobei zumindest die vorigen drei CFOs Andrejewski, Jörg Bremer und Julian zu Putlitz allesamt extern rekrutiert wurden. Nähere Details zum Ausscheiden des CFO gab der Autovermieter auf Nachfrage nicht bekannt.
Aufsichtsratsvorsitzender Erich Sixt findet dankende Worte für den scheidenden Finanzvorstand: „Für seine berufliche wie private Zukunft wünschen wir Kai Andrejewski alles erdenklich Gute und freuen uns, dass er uns in beratender Funktion auch künftig zur Seite stehen und sich darüber hinaus weiterhin in der Regine Sixt Kinderhilfe Stiftung engagieren wird.“
Vor seiner Zeit bei Sixt war Andrejewski knapp 20 Jahre bei dem Big-Four-Haus KPMG tätig, zuletzt als Managing Partner. Wohin es ihn nun zieht, ist bislang nicht bekannt.
Jasmin Rehne ist Redakteurin bei FINANCE und verfolgt schwerpunktmäßig die Themen Controlling, Gehalt und Personal. Sie hat in Marburg Sprache und Kommunikation studiert. Neben ihrem Studium arbeitete Jasmin Rehne bereits als studentische Hilfskraft bei FINANCE.
