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Ex-Sixt-CFO Jörg Bremer heuert bei KraussMaffei an

Freut sich auf seinen neuen CFO-Job bei KraussMaffei: Jörg Bremer
KraussMaffei

Neue Herausforderung für den ehemaligen Sixt-CFO Jörg Bremer: Der 44-Jährige wird ab Juli neuer Finanzchef des Maschinenbauers KraussMaffei. Das teilte das Unternehmen mit. Jörg Bremer kommt vom Autovermieter Sixt, den er überraschend verlässt, wie Mitte April bekannt wurde. Sein Vertrag wäre noch bis Oktober dieses Jahres gelaufen. Ein Grund für seinen frühzeitigen Wechsel könnte der gerade stattfindende Generationswechsel bei Sixt sein. Mit dem KPMG-Berater Kai Andrejewski hat Sixt aber bereits einen Nachfolger für Bremer gefunden.

Harald Nippel begleitete China-IPO von KraussMaffei

Bremer folgt bei dem Maschinenbauer KraussMaffei auf Harald Nippel, der das Unternehmen Ende Mai dieses Jahres auf eigenen Wunsch hin verlassen wird. Er war insgesamt sechs Jahre bei den Münchenern tätig und trug in seiner Funktion die Verantwortung für zahlreiche Bereiche wie Finanzen, Controlling und Treasury, IT, Human Resources oder das Business Excellence & Facility Management.

„Wir danken Herrn Dr. Nippel für seine Leistungen, seinen wertvollen Beitrag und seinen großen persönlichen Einsatz für KraussMaffei“, lässt sich Vorstandchef Michael Ruf zitieren. Nippel habe in seinen Aufgabenbereichen weltweit wichtige Initiativen und Projekte vorangetrieben und dadurch einen entscheidenden Beitrag zur positiven Entwicklung der KraussMaffei Gruppe geleistet, heißt es in der Unternehmensmitteilung weiter.

Bei den Münchenern begleitete Nippel zwei Meilensteine: Den Verkauf von KraussMaffei im Jahr 2016 für 925 Millionen Euro an den chinesischen Chemiekonzern Chemchina, ebenso wie den Börsengang in China rund drei Jahre später.

Harald Nippel hat viel CFO-Erfahrung

Darüber hinaus blickt Harald Nippel auf eine lange CFO-Karriere zurück: Seinen Werdegang startete er 1999 in der Unternehmensentwicklung des Fertighausanbieters Allkauf. Im Jahr 2000 wechselte er in das Konzerncontrolling des Autozulieferers FAG, der rund ein Jahr nach seinem Amtsantritt von Schaeffler übernommen wurde. Die Übernahme katapultierte Nippel zu seiner ersten CFO-Position der Schaeffler-Geschäftseinheit Aerospace.

Nach rund fünf Jahren wechselte er als Finanzchef zu dem Augsburger Automatisierungstechniker Böwe Systems. Bevor er letztlich zu KraussMaffei stieß, war er außerdem CFO bei dem Autozulieferer Ixetic sowie dem kanadischen Getriebehersteller Magna Powertrain, der Ixetic 2012 übernommen hatte. 2016 wurde er Finanzchef bei KraussMaffei. Im Jahr 2018, als die KraussMaffei Company Limited (KMCL) an der Börse in Shanghai gelistet wurde, übernahm er auch für KMCL die Position des CFO. Wohin es ihn als nächstes zieht, ist noch nicht bekannt.

CFO Jörg Bremer arbeitete bei Sixt und Brose

Sein Nachfolger Jörg Bremer bringt auch viel Erfahrung aus der Automotive-Branche mit. Bremer war zuletzt rund zweieinhalb Jahre CFO bei Sixt, wo er im schwierigen Corona-Jahr unter anderem eine KfW-Finanzierung auflegte und den Kredit kurz vor seinem Weggang noch mit einem neuen Bankenkonsortium ablöste.

Davor war er rund 13 Jahre für den Autozulieferer Brose in verschiedenen Funktionen tätig, darunter als CFO für die Geschäftseinheit „Drives“ sowie als Finanzchef für das Nordamerika-Geschäft. Bei KraussMaffei wird er alle Aufgaben von Nippel sowie zusätzlich die Verantwortung für das Ressort Steuern übernehmen. Auch die CFO-Position bei KMCL übernimmt Bremer von seinem Vorgänger.

„Wir freuen uns sehr, dass wir einen so versierten Manager wie Jörg Bremer als CFO für KraussMaffei gewinnen konnten. Seine langjährigen Erfahrungen in internationalen Unternehmen sind für KraussMaffei ein großer Gewinn. Ich bin fest davon überzeugt, dass wir mit seiner Dynamik und Kompetenz unsere ambitionierten Wachstumsziele erreichen werden“, so CEO Ruf. Bei KraussMaffei soll Bremer vor allem die weitere Digitalisierung vorantreiben, die Prozesse verbessern sowie die Kostenstruktur des Konzerns optimieren.

KraussMaffei streicht Stellen, investiert aber weiter

Zahlen für das Geschäftsjahr 2020 hat der Maschinenbauer noch nicht veröffentlicht, doch auch an den Münchenern dürfte die Coronakrise nicht spurlos vorangegangen sein. So gab der Maschinenbauer bereits im Februar 2020 bekannt, bis 2022 weltweit rund 10 Prozent der Arbeitsplätze zu streichen, den Großteil davon in Deutschland. Damals beschäftigte KraussMaffei rund 5.100 Mitarbeiter.

Als Grund für den Stellenabbau führte KraussMaffei damals die wirtschaftlichen Entwicklungen an, insbesondere bei den für die Münchener wichtigen Kunden im Bereich Automotive, die weniger investieren – und die Lage dürfte sich mit Corona zumindest nicht verbessert haben. Auch dass KraussMaffei viel in China tätig ist, dürfte sich zumindest zu Beginn der Krise negativ auf die Geschäfte ausgewirkt haben. Aufgrund der Krise mussten die Werke für einige Wochen geschlossen werden.

Darüber hinaus wird Kunststoff als Werkstoff für Verpackungen immer seltener genutzt – auch in diesem Feld ist KraussMaffei aktiv. Dennoch hält der Konzern an seiner Investitionsstrategie fest und baut derzeit drei neue Werke in Deutschland. In China ist im vergangenen Sommer bereits ein neues Werk in Betrieb genommen worden.

olivia.harder[at]finance-magazin.de

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Olivia Harder ist Redakteurin bei FINANCE und verfolgt schwerpunktmäßig die aktuellen Entwicklungen im M&A-Geschäft. Sie hat Philosophie, Politikwissenschaften, Soziologie und Geographie an der Justus-Liebig-Universität in Gießen studiert, wo sie auch einen Lehrauftrag innehatte. Vor FINANCE arbeitete Olivia Harder in den Redaktionen mehrerer Wochen- und Tageszeitungen, unter anderem beim Gießener Anzeiger.

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