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Strenesse: Luca Strehle als Vorstand zurückgetreten

Strenesse-Chef Luca Strehle verlässt den Vorstand des insolventen Modehauses.
Strenesse

Luca Strehle zieht sich aus dem Vorstand von Strenesse zurück. Wie das Modeunternehmen bekannt gab, legt Strehle Ende des Monats seinen CEO-Posten nieder, um Anfang Dezember in den Aufsichtsrat zu wechseln. Mit dem Abgang von Strehle, der seit gut zweieinhalb Jahren Strenesse-Chef ist, scheidet das letzte Familienmitglied aus der Unternehmensleitung aus.

Die Leitung des Nördlinger Unternehmens liegt damit künftig in den Händen von CFO/COO Gerhard Geuder und dem Sanierer Michael Pluta, die Strehles Aufgaben nach Angaben eines Unternehmenssprechers gemeinschaftlich übernehmen werden. Pluta war im April in das Management des kriselnden Modeunternehmens geholt worden, nachdem dieses die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens in Eigenverwaltung beantragt hatte.

Strenesse-CRO Michael Pluta: Turnaround geschafft

Seitdem hatte sich das Unternehmen einen strikten Sparkurs verordnet und mehrere nicht profitable Standorte geschlossen. Anfang November konnte Strenesse dann mit Bekanntgabe der Q1-Zahlen 2014 – das Geschäftsjahr beginnt am 1. Juli – endlich wieder positive Signale senden: Mit einem Ebitda von 0,3 Millionen Euro schaffte das Unternehmen erstmals seit langem wieder den Sprung in die Gewinnzone. CRO Pluta wertete dies als Beleg für den gelungenen Turnaround.

Zu den Hintergründen des Wechsels von Luca Strehle wollte das Unternehmen keine Stellung nehmen. In einer offiziellen Mitteilung hieß es lediglich, dass Strehle „der Gesellschaft seinen Erfahrungsschatz weiterhin zur Verfügung stellen und bei der Suche nach geeigneten Partnern weiterhin unterstützen“ werde.

Strehle-Rückzug könnte Verkaufsprozess einleiten

Auffallend ist jedoch, dass mit Pluta und Geuder jetzt nur noch zwei Zahlenmenschen die Firma führen. Strehle stand immer für das Kreative der Modefirma und war stets sowohl der wichtigste Repräsentant nach außen als auch im Management der Ansprechpartner der Designer. Design-Chefin Natalie Acatrini, die die Marke wieder voranbringen soll, stehen damit im Vorstand ausschließlich Finanzexperten als Ansprechpartner zur Verfügung.

Nicht unwahrscheinlich ist vor diesem Hintergrund, dass Strehles Rückzug auch im Hinblick auf einen anstehenden Investorenprozess erfolgt. Die Marke Strenesse könnte durch eine größere Unabhängigkeit vom Namen der Familie Strehle für zukünftige Geldgeber deutlich attraktiver werden.

Aktuell laufen zwar noch keine Verkaufsgespräche, wie ein Sprecher auf Nachfrage mitteilte. Für das laufende Geschäftsjahr sei das Unternehmen „durchfinanziert“, deshalb gebe es keinen Druck, schnell einen Verkaufsprozess zu starten. Interessenten sollen Firmenkreisen zufolge allerdings bereits bei Strenesse angeklopft haben.

sarah.nitsche[at]finance-magazin.de

Info

Wie es zur Pleite kam und welche Rolle Strehle bei den Rettungsversuchen gespielt hat: Alles über den Überlebenskampf des Modehauses und die Hintergründe der Insolvenz lesen Sie auf der FINANCE-Themenseite Strenesse.

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