Am Ende konnte Strenesse die Insolvenz nicht verhindern.

Strenesse

16.04.14
Finanzierungen

Strenesse stellt Antrag auf Eigenverwaltung

Nun doch das Aus: Nach FINANCE-Informationen hat Strenesse Antrag auf Eigenverwaltung beim zuständigen Amtsgericht in Nördlingen gestellt. Der Insolvenzrichter bestätigte den Eingang des Antrags, der jetzt geprüft wird.

Strenesse will die Sanierung in Eigenverwaltung fortsetzen. Nach FINANCE-Informationen hat das Modeunternehmen den diesbezüglichen Antrag heute Morgen beim zuständigen Amtsgericht im bayerischen Nördlingen eingereicht, wie der Insolvenzrichter Volker Plaetschke gegenüber FINANCE bestätigte. Er werde den Antrag prüfen und zeitnah eine Entscheidung fällen. Im Rennen um die Rolle des Eigenverwalters hat offenbar die Münchener Kanzlei Pluta den Zuschlag bekommen, die auf Insolvenzrecht spezialisiert ist. Pluta wollte die Information zunächst allerdings nicht kommentieren.

Der Kurs der Mittelstandsanleihe über 12 Millionen Euro brach heute ein und liegt derzeit bei 28. Der 16. Ausfall eines Emittenten ist ein neuerlicher Rückschlag für das Mini-Bond-Segment, das aus den Negativschlagzeilen nicht herauskommt.

Strenesse: Sanierung in Eigenverwaltung?

Bis zuletzt hatte Strenesse um das Überleben gekämpft. Im Februar hatten die Gläubiger der Mittelstandsanleihe zugestimmt, die Laufzeit des Papiers bis 2017 zu verlängern. Gemeinsamer Vertreter der Anleihegläubiger ist Frank Günther von One Square Advisors, der für einen Kommentar nicht zu erreichen war.

Dennoch blieb die Lage dramatisch: Im laufenden Geschäftsjahr 2013/2014 ging der Umsatz um 25 Prozent auf 44,2 Millionen Euro zurück. Hohe Verluste und Wertberichtigungen haben das wirtschaftliche Eigenkapital des Unternehmens verbrannt. Mit den verbliebenen Mitteln soll nun eine Eigenverwaltung durchgeführt werden. Damit waren die Einschränkungen, die der Wirtschaftsprüfer Ebner Stolz bei seiner Fortführungsprognose gemacht hatte, mehr als berechtigt. Darin war neben der Verlängerung der Finanzierung u.a. frisches Eigenkapital von 10 Millionen Euro gefordert worden. Außerdem müsste es Strenesse gelingen, Verlustbringer wie Tochtergesellschaften in den USA abzuschneiden.

markus.dentz[at]finance-magazin.de

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