Thomas Funke wird neuer Finanzchef des Kabelnetzbetreibers Unitymedia.

Unitymedia

05.09.18
CFO

Unitymedia befördert Thomas Funke zum CFO

Der Kabelnetzbetreiber Unitymedia hat Thomas Funke zum CFO befördert. Funke hat jetzt die schwierige Aufgabe, den Verkauf an Vodafone zu begleiten. Die Transaktion ist umstritten.

Unitymedia hat eine Nachbesetzung für den CFO-Posten gefunden: Thomas Funke ist neuer Finanzchef des Kabelnetzbetreibers. Funke arbeitet bereits seit 2013 bei Unitymedia, zunächst als Director Compliance & Risk Management, seit 2015 als Vice President Accounting & Finance Operations.

Vor seiner Zeit bei dem Kölner Unternehmen war er als Prokurist und Manager bei der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Baker Tilly tätig. Erfahrungen im Finanzbereich sammelte der ehemalige Zeitsoldat als kaufmännischer Leiter bei diversen mittelständischen Unternehmen.

Ex-CFO Winfried Rapp zum CEO befördert

Funke folgt auf Winfried – vom Unternehmen „Winni“ genannt – Rapp, der zu Beginn dieser Woche auf den CEO-Posten gerückt ist. Rapp hat Lutz Schüler abgelöst, der zur Unitymedia-Mutter Liberty Global gewechselt ist. Rapp hatte den CFO-Posten seit Oktober 2013 inne.

Der Wechsel an der Spitze des Kabelnetzbetreibers fällt in eine wichtige Phase: Anfang Mai hatte die Mutter Liberty bekannt gegeben, Unitymedia in Deutschland und Kabelnetze in der Tschechischen Republik, Ungarn und Rumänien für 18,4 Milliarden Euro an den Konkurrenten Vodafone verkaufen zu wollen.

Doch der Deal ist heikel: Durch einen weiteren Zukauf in Deutschland würde Vodafone seine Marktmacht stark ausweiten. Neben Unitymedia ist Pÿur (vormals Tele Columbus) der einzige große Kabelnetzbetreiber, der mit Vodafone zumindest in einzelnen Regionen noch einigermaßen auf Augenhöhe wäre. Vodafone hatte 2014 Kabel Deutschland übernommen und war dadurch zum Marktführer im deutschen Kabelmarkt aufgestiegen. 

Konkurrenz läuft Sturm gegen Unitymedia-Vodafone-Deal

Daher laufen Wettbewerber wie die Deutsche Telekom oder United Internet Sturm gegen die geplante Übernahme von Unitymedia durch Vodafone. So sagte beispielsweise Telekom-Chef Timotheus Höttges, er befürchte eine „Remonopolisierung des Kabelmarkts“, und bezeichnete den Deal als „wettbewerbsverzerrend“. Er wolle „persönlich dafür kämpfen, dass wir im Sinne eines fairen Wettbewerbs für die Kunden alles tun werden, nicht benachteiligt zu sein“.

Mit einem Vollzug der Übernahme ist frühestens Mitte des kommenden Jahres zu rechnen. Auch ein Scheitern ist nicht völlig ausgeschlossen. Der neue Unitymedia-CFO Funke muss das Unternehmen durch diese unruhige Zeit navigieren. Er zeigt sich optimistisch, dafür gewappnet zu sein: „Ich freue mich sehr, dass mir die Geschäftsführung diese vertrauensvolle Aufgabe in dieser entscheidenden Übergangsphase anvertraut“, lässt er sich zitieren.

julia.schmitt[at]finance-magazin.de