Im April, Mai und Juni haben weniger CFOs eine neue Stelle gefunden als in den ersten drei Monaten 2018.

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10.07.18
CFO

Unternehmen holen weniger neue CFOs

In den vergangenen drei Monaten haben nur wenige CFOs eine neue Stelle gefunden. Die Nachfrage könnte jedoch bald wieder anziehen.

Im zweiten Quartal dieses Jahres haben Unternehmen in Deutschland, Österreich und der Schweiz wesentlich weniger Finanzchefs berufen als im Vorquartal. Insgesamt ernannten im April, Mai und Juni 58 Unternehmen offiziell neue CFOs, wie aus einer Analyse hervorgeht, die FINANCE quartalsweise durchführt. Im Vergleich zum vorangegangenen Quartal ist das ein Rückgang um fast 30 Prozent.

Auffallend ist, dass die Zahl der CFO-Abgänge bei 52 deutlich weniger stark unter dem Vergleichswert lag (Vorquartal: 63). Eine mögliche Erklärung für die wenigen Neuzugänge ist, dass einige Unternehmen ihre vakanten Finanzchef-Posten schlicht noch nicht nachbesetzt haben.

Die Zahl der Neuberufungen könnte in den kommenden Monaten daher wieder deutlich ansteigen könnte. Finanzchefs wie Harald Wilhelm (Airbus), Darius Kauthe (Kik) und Michael Spielberger (ADAC) haben ihren Abschied angekündigt oder sind bereits gegangen. Sie müssen von ihren Konzernen entsprechend ersetzt werden.

CFO-Wechsel stagnieren im ersten Halbjahr

Die geringe Anzahl an CFO-Berufungen ist zudem nicht ungewöhnlich: Im dritten Quartal 2017 etwa hatten nur 59 Finanzchefs einen neuen Job gefunden. Das vierte Quartal des vergangenen Jahres erreichte mit 77 Neuzugängen dann wieder ein starkes Niveau, das in den ersten drei Monaten 2018 mit 81 Neuberufungen gehalten werden konnte.

Aufgrund des starken Auftaktquartals bewegten sich die CFO-Zugänge im ersten Halbjahr insgesamt auf stabilem Niveau. In den ersten sechs Monaten 2018 wurden 139 Neuzugänge von Finanzchefs verkündet – nach 137 im vergleichbaren Vorjahreszeitraum und 136 in der zweiten Jahreshälfte 2017. Einer der prominentesten CFO-Wechsel im ersten Halbjahr 2018 fand in Hamburg statt: Dessi Temperley hat bei dem Konsumgüterkonzern Beiersdorf den Dänen Jesper Andersen ersetzt.

Den Zugängen stehen 115 CFO-Abgänge gegenüber, darunter Helmut Schmale von Gea. Der CFO muss den vom aktivistischen Aktionär Paul Singer unter Druck gesetzten Anlagenbauer verlassen, wie im April bekannt wurde. Die Abgänge haben im Vergleich zum zweiten Halbjahr 2017, als 95 Finanzchefs ihren Posten verließen, deutlich zugenommen.

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