Borussia Dortmund: Real Madrid geschlagen, aber keine Lust auf ein wirtschaftliches Kräftemessen mit den Bayern.

dpa

13.05.13
CFO

BVB will kein Wettrüsten mit den Bayern

Trotz des Götze-Transfers und der Avancen für Stürmerstar Robert Lewandowski will sich Borussia Dortmund keinen finanziellen Schlagabtausch mit Bayern München liefern. Der BVB schwimmt zwar im Geld, aber BVB-CFO Thomas Treß kämpft immer noch mit Altlasten und einer ganz neuen Hypothek – dramatisch steigenden Personalkosten.

Knapp zwei Wochen vor dem Champions-League-Finale zwischen Borussia Dortmund und Bayern München hat BVB-CFO Thomas Treß Mutmaßungen zurückgewiesen, der BVB werde jetzt wieder große Risiken eingehen, um den Bayern mittelfristig Paroli bieten zu können. „Wir werden uns kein Wettrüsten mit den Bayern leisten“, sagte Treß bei FINANCE-TV. „Das könnten wir überhaupt nicht gewinnen.“

Die finanziellen Mittel dafür stünden Treß und seinen Managementkollegen Joachim Watzke und Michael Zorc gleichwohl zur Verfügung. Auf über 70 Millionen Euro beziffert Treß die Einnahmen des BVB aus der diesjährigen Champions League – budgetiert hatte der Finanzchef nur die Gruppenphase und damit lediglich einen Bruchteil der tatsächlich erzielten Erlöse. Zudem wird der BVB von seinen Sponsoren weitere Prämien erhalten, wie Treß bei FINANCE-TV andeutete. Hinzu kommt die in der Bundesligageschichte bislang einmalige Ablösesumme von 37 Millionen Euro, für die Mittelfeldstar Mario Götze im Sommer zu den Bayern wechseln wird.

BVB-Personalkosten steigen rasant an

Die prall gefüllte Kasse will die BVB-Führung jetzt gezielt „für die Verpflichtung junger, talentierter Spieler“ einsetzen. Außerdem sollen die Altschulden weiter zurückgeführt werden, die laut Treß aktuell noch rund 50 Millionen Euro betragen. BVB-Coach Jürgen Klopp mache dem Management keinen Druck, einen Großteil der Zusatzeinnahmen in die Mannschaft zu reinvestieren, erklärte Treß weiter.

Dennoch wird sich der immense sportliche Erfolg auch in den Personalkosten des börsennotierten Unternehmens niederschlagen. Schon in der vergangenen Saison 2011/12 stiegen die Personalkosten  von 60 auf 80 Millionen Euro, in der laufenden und wahrscheinlich auch in der nächsten Saison dürften es deutlich mehr werden. Der Anstieg ist rasant: In den Spielzeiten 2008/09 und 2009/10 lagen die Personalausgaben noch bei jeweils rund 45 Millionen Euro.

Mit einem hohen variablen Anteil will Treß verhindern, dass der BVB erneut in finanzielle Schieflage gerät, wenn der sportliche Erfolg in der nächsten Spielzeit ausbleiben sollte. „Über 40 Prozent unserer Kaderkosten sind variabel. Wir achten stark darauf, dass unsere Personalkosten nicht aus dem Ruder laufen.“

michael.hedtstueck[at]finance-magazin.de