Björn Waldow ist seit April 2015 CFO bei Sixt Leasing. Seine Mission: das Spin-off von der früheren Konzernmutter finanziell unabhängig machen. Mit einer 250 Millionen Euro schweren Anleihe ist er diesem Ziel wieder ein Stück näher gekommen.

Sixt Leasing

06.02.17
CFO

CFO des Monats: Björn Waldow

Sixt Leasing löst sich schrittweise aus der finanziellen Abhängigkeit von der früheren Konzernmutter. CFO Björn Waldow nutzt dazu das gesamte Kapitalmarktspektrum. Am Ziel ist der Finanzchef aber noch nicht.

Die Ende Januar begebene Anleihe über 250 Millionen Euro war ein weiterer wichtiger Schritt für Sixt-Leasing-CFO Björn Waldow, um sein Unternehmen aus der finanziellen Abhängigkeit der früheren Mutter zu lösen. Genau dafür wurde der langjährige M&A-Chef Waldow von Sixt-Patriarch Erich Sixt im April 2015 kurz vor dessen Börsengang zu dem Leasing-Ableger entsandt.

Der Leasing-Spin-off von Sixt bezahlt für den neuen vierjährigen, mehrfach überzeichneten Bond jährlich 1,125 Prozent Zinsen. Zu den emissionsbegleitenden Banken Berenberg und Commerzbank hat Waldow inzwischen einen guten Draht. Beide Häuser haben die noch junge Kapitalmarktgeschichte von Sixt Leasing von Beginn an begleitet.

Sixt Leasing: seit IPO 2015 auf Kurs Unabhängigkeit

Diese begann Anfang Mai 2015 mit dem Börsengang von Sixt Leasing. Mit 20 Euro pro Aktie konnten Waldow und seine Banker den Emissionspreis am oberen Ende der ursprünglichen Preisspanne festsetzen. Der IPO war mehrfach überzeichnet. Inklusive der ausgeübten Mehrzuteilungsoption (Greenshoe) lag der Bruttoemissionserlös bei 239 Millionen Euro.

Waldow kündigte damals bei FINANCE-TV an, dass die Eigenkapitalspritze die Basis sein sollte, um bei dem Leasingspezialisten anschließend schrittweise eine von Sixt unabhängige Finanzierungsstruktur aufzubauen. Bis zu diesem Zeitpunkt unterstützte Sixt – das mit rund 42 Prozent immer noch der Hauptaktionär von Sixt Leasing ist – seinen Ableger noch mit einem 900 Millionen Euro schweren Kredit.

Sixt Leasing: Schuldschein war das erste Kapitalmarktinstrument

Den Anfang der eigenständigen Finanzierungsstruktur machte ein Schuldschein. Waldow sammelte im Mai vergangenen Jahres 30 Millionen Euro ein. Arrangiert hatte die Emission die Bayerische Landesbank.

Nur rund zwei Monate später legte Waldow ein ABS-Programm zur Refinanzierung von Leasingverträgen auf. Die Commerzbank stellte dazu 250 Millionen Euro zur Verfügung. Im August stockte der Sixt-Leasing-CFO das Programm auf 500 Millionen Euro auf und nahm die Landesbank Baden-Württemberg in den Bankenclub auf.

Björn Waldow ist bei Sixt Leasing noch nicht am Ziel

Abgeschlossen ist Waldows Unabhängigkeitsmission aber auch mit der neuen Anleihe noch nicht. Laut den Geschäftszahlen für das dritte Quartal aus dem September 2016 schuldet Sixt Leasing verbundenen Unternehmen immer noch 490 Millionen Euro – die im Januar platzierte Anleihe ist da jedoch noch nicht berücksichtigt. An Sixt zurückgezahlt wurden Stand September erst 209 Millionen Euro.

Und auch operativ muss sich Sixt Leasing für eine überdurchschnittlich erfolgreiche Kapitalmarktstory noch steigern. Den Umsatz erhöhte Sixt Leasing zwischen 2012 und 2015 von rund 500 auf 535 Millionen Euro. Der Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) wuchs von 39 auf 52 Millionen Euro. Den Aktionären ist das nicht genug: Trotz der starken Entwicklung der Börsen notiert die Aktie von Sixt Leasing bei rund 18 Euro und damit mehr als 10 Prozent unter ihrem Ausgabekurs. Die Aktie des dynamischeren Mutterkonzerns hat wesentlich besser abgeschnitten.

philipp.habdank[at]finance-magazin.de

Für herausragende Leistungen, besonderen Spürsinn oder mutige Entscheidungen zeichnet FINANCE jeden Monat einen Finanzvorstand aus. Welche Finanzchefs die Auszeichnung bislang erhalten haben, lesen Sie auf unserer Themenseite CFO des Monats.

Der Sixt-Leasing-CFO löst das Spin-off schrittweise aus der finanziellen Abhängigkeit des Autovermieters Sixt. Erfahren Sie mehr über Björn Waldow auf seinem Profil bei FINANCE-Köpfe.