Stada

06.07.16
CFO

Stada schlägt eigene Aufsichtsräte vor

Stada stellt eigene Kandidaten für den Aufsichtsrat – ohne Rücksprache mit den Aktionären. Der Aktivist AOC arbeitet bereits an einer Liste mit Gegenkandidaten.

Der Arzneimittelhersteller Stada geht weiter auf Konfrontationskurs mit dem aktivistischen Investor Active Ownership Capital (AOC). Das MDax-Unternehmen hat nun eigene Kandidaten für den Aufsichtsrat vorgeschlagen. AOC hatte zuvor kritisiert, dass Stada die Interessen der Aktionäre bei der Auswahl nicht ausreichend berücksichtigt.

In das Gremium einziehen sollen Stada zufolge der ehemalige Manager des Biotech-Unternehmens Amgen Rolf Hoffmann, Birgit Kudlek, zuletzt COO des Medikamentherstellers Aenova, Opels Marketing-Chefin Tina Müller und Gunnar Riemann, früher Vorstand bei Bayer Crop Science. Die Kandidaten hat Stada mit Hilfe der Personalberatung Egon Zehnder ausgewählt.

AOC hält 5 Prozent der Stada-Anteile und kritisiert seit mehreren Wochen, dass das Kontroll-Gremium nicht mehr zu dem Geschäftsmodell des Konzerns passe. In dem Zuge hat der Aktivist eine Liste mit Wunschkandidaten veröffentlicht, darunter der frühere Hexal-CFO Klaus-Joachim Krauth.

AOC setzt Stada seit Wochen unter Druck

Von den Wunschkandidaten des Aktivisten taucht keiner in der Auswahl des Unternehmens auf. Stada habe die von AOC vorgeschlagenen Manager in die Auswahl miteinbezogen, teilte eine Sprecherin gegenüber FINANCE mit. Der Konzern hat sich aber offenbar für andere Kandidaten entschieden.

Der Gegenschlag von AOC dürfte schon in wenigen Tagen folgen. Vor kurzem hat der Investor angekündigt, sich mit anderen Aktionären zusammenschließen zu wollen, um eigene Kandidaten für das Kontrollgremium vorzuschlagen. Die Listen mit Gegenkandidaten will AOC in der kommenden Woche publik machen.

Der Aufsichtsrat soll auf der Hauptversammlung Ende August gewählt werden. Denkbar sind zwei Varianten: Entweder AOC samt der verbündeten Aktionäre auf der einen und Stada auf der anderen Seite einigen sich auf eine gemeinsame Kandidatenliste, die gute Chancen hätte, von den Investoren abgenickt zu werden. Kommt es nicht zum Kompromiss, dann folgt auf der Hauptversammlung der Showdown.

jakob.eich[at]finance-magazin.de