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PE-Investor General Atlantic investiert in Chrono24

Chrono24 hat erneut Geld über eine Finanzierungsrunde einsammeln können. Dieses Mal mit dabei: General Atlantic, Aglaé Ventures.
Vesna - stock.adobe.com

Der Private-Equity-Investor General Atlantic ist bei dem Online-Marktplatz für Luxusuhren Chrono24 eingestiegen. Das junge Unternehmen hat in der Serie-C-Finanzierungsrunde insgesamt über 100 Millionen Euro eingesammelt. Mehr als die Hälfte der Finanzierungsrunde wurde nach FINANCE-Informationen von General Atlantic gestemmt. Ebenfalls als Investor dabei ist Aglaé Ventures, ein Investmentvehikel um den französischen Milliardär und LVMH-Großaktionär Bernard Arnault.

Chrono24 sieht sich als Unicorn

Insgesamt hat Chrono24 nach eigenen Angaben bereits mehr als 200 Millionen eingesammelt. In der Vergangenheit hatten unter anderem Sprints Capital sowie Insight Partners in Chromo24 investiert. Eine Mehrheit der bestehenden Anteilseigner, darunter Co-CEO Holger Felgner und CFO Stephan Kniewasser, haben dem Unternehmen zufolge bei der jüngsten Runde erneut mitinvestiert. Nach zwei Finanzierungsrunden über 37 Millionen Euro und 43 Millionen Euro in den Jahren 2015 und 2019 ist die jüngste die mit Abstand größte des Uhren-Marktplatzes.

Wie sich die Anteile genau auf die verschiedenen Anteilseigner verteilen und wie viele Anteile die Investoren im Zuge der jüngsten Finanzierungsrunde erhalten haben, will Chrono24 auf FINANCE-Anfrage nicht kommentieren. Allerdings sieht sich das Unternehmen im Kreise der „Unicorns“ angekommen. Man sei schon vor dieser Finanzierungsrunde mit mehr als 1 Milliarde US-Dollar bewertet worden, zitiert die Nachrichtenagentur Reuters den Mitgründer Tim Stracke.

Will Chrono24 an die Börse?

Damit ist das Unternehmen in einer Größenordnung, in der es an den nächsten großen Schritt denken kann: den ans Börsenparkett. Reuters zufolge soll das Unternehmen auf Bewertungen von bis zu 1,5 Milliarden Euro hoffen können. Co-CEO Stracke kommentierte gegenüber der Agentur, man halte sich alle Finanzierungsmöglichkeiten offen. „Dazu gehört perspektivisch auch ein Börsengang.“ Der IPO-Markt boomt gerade.

Dem Mitgründer zufolge sollen auch die beiden neuen Investoren General Atlantic und Aglaé Ventures sich der Milliardenbewertung von Chrono24 angeschlossen haben. Damit gäbe es ein weiteres Unicorn in der deutschen Tech-Szene.

Chrono24 hält sich zu Zahlen bedeckt

Konkrete Finanzkennzahlen kommuniziert das Unternehmen nicht. Stephan Kniewasser, seit November 2020 CFO von Chrono24, sprach Reuters gegenüber lediglich von einem starken Finanzprofil. Der Umsatz sei 2020 um mehr als 50 Prozent gewachsen – allerdings bleibt offen, von welcher Basis ausgehend. Die Ebitda-Rendite sei „deutlich“ zweistellig.

Ein Verkauf an einen großen Wettbewerber ist für die Karlsruher offenbar keine Option. Vor drei Jahren wurde etwa der Gebrauchtuhren-Händler Watchfinder an den Konkurrenten Richemont verkauft. Die Schweizer „Handelszeitung“ schätzte den Kaufpreis damals auf etwa 20 Millionen Franken (nach heutigem Wechselkurs rund 18,5 Millionen Euro).

Der Markt für Luxusuhren ist umkämpft und gilt als Milliardenmarkt. Allerdings gerieten Online-Marktplätze wie Chrono24 in der Vergangenheit in die Kritik, weil sie die Angebote nur vermitteln, nicht aber jedes Mal selbst prüfen und als echt zertifizieren. Diesen Kritikpunkt will Chrono24 nach FINANCE-Informationen mit den frisch eingeworbenen Mitteln adressieren: Das Geld soll auch in Sicherheitsanwendungen fließen. So sollen Zertifikate, Garantien und Versicherungen den Käuferschutz verbessern.

Chrono24 wurde 2003 im baden-württembergischen Karlsruhe gegründet und hat 400 Mitarbeiter, die auch in Niederlassungen unter anderem in Karlsruhe, Berlin, New York und Hongkong tätig sind. Nach eigenen Angaben hat Chrono24 mit mehr als 3.000 Händlern vertriebliche Partnerschaften aufgebaut.

jan.schuermann[at]finance-magazin.de

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