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Gastro-Investor McWin übernimmt Mehrheit an L’Osteria

Der Private-Equity-Investor McWin sichert sich eine Mehrheitsbeteiligung an L’Osteria. Foto: L’Osteria.
Der Private-Equity-Investor McWin sichert sich eine Mehrheitsbeteiligung an L’Osteria. Foto: L’Osteria.

Nach Fast Food jetzt auch Italienisch: Der auf Systemgastronomie spezialisierte Private-Equity-Investor McWin erwirbt im Rahmen einer Mehrheitsbeteiligung rund zwei Drittel der Anteile an der deutschen Restaurantkette L’Osteria. Ende 2021 war McWin, hinter dem die beiden US-Investoren Henry McGovern und Steve Winegar stehen, bereits eine Mehrheitsbeteiligung an Burger King Deutschland eingegangen. Die L’Osteria-Gründer Klaus Rader und Friedemann Findeis werden dem Unternehmen in Zukunft als Minderheitsgesellschafter erhalten bleiben.

L’Osteria wird bei dem Deal mit 400 Millionen Euro inklusive Schulden bewertet. Gemessen am Umsatz des Geschäftsjahres 2022 von 390 Millionen Euro entspricht das einem Umsatz-Multiple von etwas mehr als 1x. Das ist nicht viel, vergleicht man es etwa mit Unternehmensbewertungen in der Nahrungs- und Genussmittelbranche: Die FINANCE-Multiples für Large-Cap-Unternehmen (mit einem Umsatz von mindestens 250 Millionen Euro) aus diesem Sektor rangieren im Durchschnitt bei 1,5x Umsatz.

Wie viel McWin letztlich genau für die zwei Drittel der L’Osteria-Anteile auf den Tisch legt, wurde nicht kommuniziert. Bekannt ist aber, dass das Investment über den im August 2022 aufgelegten, 525 Millionen Euro schweren McWin Restaurant Fund (MRF) gestemmt wird, dessen größter Geldgeber eine Tochter der Abu Dhabi Investment Authority (Adia) ist.

Private-Equity-Investor plant langfristiges Investment

Der MRF sei nach dem Engagement bei Burger King Deutschland sowie dem Zukauf von Popeyes (Osteuropa) nun etwa zur Hälfte investiert, wie Harry Goss, Partner und Leiter des Bereichs Systemgastronomie bei McWin, im Gespräch mit FINANCE verriet.

Gefragt nach dem Fremdkapitalanteil im Rahmen der L’Osteria-Beteiligung sprach er von einem „moderaten Leverage deutlich unterhalb von 50 Prozent“. Goss zufolge sei das Investment zudem mit einer langfristigen Perspektive getätigt worden. Konkretisiert hat der Investor den Investmentzeitraum nicht, langfristige Engagements jenseits der fünf Jahre sind für Private Equity aber eher untypisch.

L’Osteria wurde 1999 in Nürnberg gegründet und hat seitdem kräftig expandiert. Mittlerweile betreibt die in München beheimatete Kette 157 Restaurants in der DACH-Region, Großbritannien, Frankreich, Luxemburg, den Niederlanden sowie Tschechien. Von der neuen Partnerschaft mit McWin erhofft sich L’Osteria insbesondere die beschleunigte Expansion sowohl in Deutschland, als auch in neuen und bestehenden Märkten in ganz Europa.

Investor will L’Osteria zum Marktführer ausbauen

Groß ist zweifellos die Vision von Henry McGovern, Gründungspartner bei McWin, für den jüngsten Zukauf: „Wir sind der festen Überzeugung, dass L’Osteria das Potenzial hat, die marktführende Restaurantgruppe in Europa zu werden, und freuen uns darauf, mit dem Team zusammenzuarbeiten, um diese Chance zu nutzen.“

Durch die Beteiligung an L’Osteria steigt die Gesamtzahl der Restaurants im Portfolio von McWin und dessen Tochtergesellschaften auf mehr als 1.500. Das insgesamt verwaltete Vermögen soll sich laut Unternehmensangaben auf über 1 Milliarde Euro belaufen.

McWin besteht aus über 20 Fachleuten und einem zehnköpfigen Team, welches auf Portfolio-Level aktiv ist. Headquarter ist Prag, zudem verfügt das Unternehmen über Niederlassungen im Vereinigten Königreich, in Spanien und in Polen sowie über Teams in sieben Ländern, um die Geschäftstätigkeit der Portfoliounternehmen zu optimieren.

Philipp Hafner ist Redakteur bei FINANCE. Er hat Volkswirtschaftslehre an der Universität Bayreuth sowie an der University of Amsterdam studiert. Vor FINANCE arbeitete Philipp Hafner mehr als sechs Jahre bei der Verlagsgruppe Knapp/Richardi, zunächst als Volontär, anschließend dann als Redakteur für die Fachzeitschrift „Immobilien & Finanzierung“.