GE Aviation beschließt die Übernahme von SLM Solutions.

SLM Solutions

06.09.16
Deals

GE bietet 82x Ebitda für SLM Solutions

Die kurze Börsenkarriere von SLM Solutions könnte bald zu Ende sein. Der US-Riese General Electric will den 3D-Druckerhersteller übernehmen – und ist bereit, ein Ebitda-Multiple von 82x zu zahlen.

Der US-Konzern General Electric (GE) greift nach dem deutschen 3D-Druckerhersteller SLM Solutions. Die GE-Tochter GE Aviation, ein Hersteller von Flugzeugtriebwerken, hat am heutigen Dienstag mitgeteilt, ein freiwilliges öffentliches Übernahmeangebot für die ausstehenden Aktien von SLM Solutions abzugeben. Die Übernahme ist an eine Mindestannahmeschwelle von 75 Prozent geknüpft.

Das US-Unternehmen bietet den Aktionären 38 Euro je Aktie, was einem Aufschlag von fast 37 Prozent gegenüber dem Schlusskurs vom Montag entspricht. GE würde für das TecDax-Unternehmen damit 680 Millionen Euro zahlen. Dieser Betrag würde sich jedoch noch leicht reduzieren um das Nettofinanzguthaben der Lübecker, das sich derzeit auf gut 20 Millionen Euro beläuft. Bei einem Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen Ebitda von 8,1 Millionen Euro im Geschäftsjahr 2015 würde GE somit ein Ebitda-Multiple von 82x zahlen. Für dieses Jahr erwartet SLM Solutions nur ein marginal höheres Ebitda.

Nicht nur das gewaltige Multiple zeigt, welche Hoffnung GE in den 3D-Druck steckt. Heute Morgen gaben die Amerikaner zeitgleich auch die Akquisition von Arcam bekannt, dem größten Wettbewerber von SLM Solutions. Das Übernahmeangebot für die Schweden hat ein ähnliches Volumen wie der SLM-Solutions-Deal. Mit diesem Doppelschlag dürften sich die Amerikaner aus dem Stand die Weltmarktführerschaft in dem chancenreichen 3D-Druck gesichert haben.

Großaktionäre von SLM Solutions unterstützen Übernahmeangebot

SLM ist für GE attraktiv, weil der 3D-Druckerhersteller mit seiner Technologie besonders leichte Bauteile für die Luft- und Raumfahrt herstellen kann. GE ist seit der Anfangszeit Kunde von SLM.

GE hat zugesagt, sowohl die deutschen Standorte als auch die Belegschaft sowie das Management unverändert zu lassen. Das Management von SLM will das Angebot nun prüfen, lässt aber durchblicken, dass es die GE-Offerte wahrscheinlich unterstützen wird. Auch die drei Großaktionäre von SLM, die insgesamt 31,5 Prozent der Aktien halten, wollen ihre Anteile andienen. Angeführt wird diese Gruppe von Gründer Hans-Joachim Ihde und dem Mittelstandsinvestor DPE Deutsche Private Equity, der damit das Investment wohl mit einer sehr hohen Rendite abschließen wird. Die Münchener waren im März 2013 bei SLM Solutions eingestiegen.

SLM Solutions hat erfolgreiche Börsenkarriere hingelegt

Sollte der Deal gelingen, wäre dies das Ende einer kurzen, aber erfolgreichen Börsenkarriere von SLM. CFO Uwe Bögershausen hatte das Unternehmen erst im Mai 2014 an die Börse gebracht. Das Unternehmen sammelte 180 Millionen Euro ein, lag damit allerdings deutlich unter der angepeilten Maximalsumme von 259 Millionen Euro.

Nach einem Ausgabepreis von 18 Euro hat sich das Papier aber sehr gut entwickelt. Der gestrige Schlusskurs von 28 Euro bedeutet einen Kurszuwachs von 54 Prozent. Nach Veröffentlichung des Übernahmeangebots liegt der Kurs jetzt sogar bei 38 Euro. SLM hat seinen Umsatz seit 2014 verdoppelt, er lag im Geschäftsjahr 2015 bei 66 Millionen Euro.

julia.schmitt[at]finance-magazin.de

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Beim Börsengang wurde der 3D-Druckerhersteller SLM Solutions noch für seine Zukunftstechnologie gefeiert. Doch inzwischen steckt das Unternehmen in der Krise fest. Bleiben Sie auf dem Laufenden mit unserer Themenseite zu SLM Solutions.