Der Luftfahrtkonzern Airbus trennt sich von Airbus Electronics. Den Zuschlag für die Sparte für Verteidigungselektronik bekommt der PE-Investor KKR.

Airbus Group

21.03.16
Deals

KKR kauft Verteidigungselektronik von Airbus für 1,1 Milliarden

Die US-Investmentgesellschaft KKR übernimmt die Ulmer Militärtechnik-Sparte von Airbus. Für den Milliardendeal hat der PE-Investor deutsche Bieter und Branchenkollegen ausgestochen.

Der Finanzinvestor KKR bekommt den Zuschlag für die Verteidigungselektronik-Sparte von dem europäischen Flugzeughersteller Airbus. 1,1 Milliarden Euro lässt KKR sich das Unternehmen für Verteidigungs- und Sicherheitselektronik kosten, das seinen Hauptsitz in Ulm hat und jährlich einen Umsatz von rund einer Milliarde Euro erwirtschaftet. Für Airbus ist der Verkauf  Teil der Neuordnung des Bereichs Defense and Space innerhalb des Konzerns.

Mit dem Deal gelingt KKR in Deutschland nach Jahren wieder ein Zukauf im Milliardenbereich. Der Private-Equity-Pionier ist hier zuletzt vor allem durch Investments abseits dieser Größenordnung in Erscheinung getreten. So hatte KKR 2014 das Start-up Arago gekauft, im gleichen Jahr ist der Investor beim Fußballclub Hertha BSC eingestiegen.

Bis zum Abschluss der Milliarden-Transaktion wird noch rund ein Jahr vergehen, sie ist für das erste Quartal 2017 geplant. Die Zustimmung der Behörden steht noch aus. Anders als ursprünglich geplant, wird der Geschäftsbereich der elektronischen Grenzsicherung nicht mit verkauft, da Airbus ein Projekt im Rahmen des Geschäfts nicht in der versprochenen Zeit abschließen konnte.

KKR setzt sich bei Airbus-Sparte gegen Carlyle durch

Medienberichten zufolge setzte sich KKR im Bieterrennen gegen fünf Mitbewerber durch. Als härtester Konkurrent kristallisierte sich der ebenfalls aus den USA kommende Finanzinvestor Carlyle heraus. Beide Private-Equity-Häuser hätten signifikant höhere Gebote abgegeben als andere Bieter, heißt es.

Ebenfalls interessiert war Medienberichten zufolge der deutsche Rüstungskonzern Rheinmetall gemeinsam mit dem Investor Blackstone und auch der deutsche Luft- und Raumfahrtkonzern OHB. Doch auch wenn die Empfehlung aus der Politik war, die sensible Militärtechnik an ein deutsches Unternehmen zu verkaufen, reichten deren Angebote offenbar nicht aus.

Zuletzt hatte Airbus der Tochter ein Sparprogramm verordnet. Die Strategie soll unter KKR laut Pressemitteilung wieder auf Wachstum ausgerichtet sein. Der Europa-Chef von KKR, Johannes Huth, führt die Erfahrung des Hauses mit den Beteiligungen an deutschen Industrieunternehmen wie MTU Aero Engines, Demag Cranes und Kion an. Die Firmen gehören aktuell nicht mehr zum Portfolio des Investors.

Airbus wird dennoch einen Minderheitsanteil an dem Unternehmen behalten, um den Übergang zu vereinfachen. Laut einem Bericht der Welt soll der Luftfahrtkonzern noch drei Jahre lang mit 25 Prozent beteiligt bleiben.

antonia.koegler[at]finance-magazin.de

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