Im Metro-Übernahmekampf ist nun klar: Die drei Großaktionäre Kretinsky, Beisheim und Meridian kommen auf keinen grünen Zweig.

Metro

11.07.19
Deals

Kretinsky knüpft Metro-Übernahme an Bedingungen

Daniel Kretinsky hat die Details für die geplante Metro-Übernahme vorgelegt. Der tschechische Milliardär bessert bei den Konditionen nicht nach – und knüpft das Angebot an eine sportliche Mindestannahmeschwelle.

Daniel Kretinsky bessert bei seinem vor gut zwei Wochen angekündigten Übernahmeangebot für Metro nicht nach: Der tschechische Investor bietet weiterhin 16 Euro je Stammaktie und 13,80 Euro je Vorzugsaktie, wie aus der jetzt veröffentlichten offiziellen Angebotsunterlage hervorgeht.

Das entspricht einem Eigenkapitalwert aller Metro-Aktien von 5,8 Milliarden Euro – ein Betrag, den Metro-CEO Olaf Koch und CFO Christian Baier bereits als „erheblich unterbewertet“ deklariert haben. Auch die Aktionärsvereinigungen SdK und DSW haben das Übernahmeangebot als zu gering bezeichnet.

Spannend wird daher sein, wie die Metro-Aktionäre reagieren: Bis zum 7. August haben sie nun Zeit, ihre Papiere anzudienen. Dabei liegt die Mindestannahmeschwelle bei 67,5 Prozent aller Metro-Stammaktien. Diese Schwelle ist aus Sicht des tschechischen Milliardärs ausreichend, um nach Abschluss des Deals die Zustimmung für einen Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag mit Metro zu erhalten. Auf der Hauptversammlung benötigt Kretinsky dafür eine Mehrheit von 75 Prozent der Stimmen.

Kretinsky muss Metro-Aktionäre überzeugen

Es steht bereits fest, dass der Großaktionär Haniel, der 15,2 Prozent am Handelskonzern hält, seine Anteile an Kretinsky verkaufen wird. Mit seinem bestehenden Anteil von 17,5 Prozent, den er mit seinem Geschäftspartner Patrik Tkac über das Investmentvehikel EPH kontrolliert, erreicht der Tscheche damit aktuell 32,7 Prozent aller Stimmrechte.

Der Elektronikhändler Ceconomy hat seine Metro-Aktien bereits an Kretinsky abgegeben. Unklar ist, wie nun die verbleibenden Aktionäre reagieren: Weitere 14,2 Prozent hält die Berliner Meridian Stiftung, noch einmal 6,56 Prozent entfallen auf die Holding des Unternehmers Otto Beisheim. Die beiden Großaktionäre haben sich bislang zu ihren Absichten bedeckt gehalten, zeigten aber wenig Begeisterung für die Höhe der jetzt lancierten Metro-Offerte. Otto Beisheim erklärte auf Anfrage von FINANCE, man werde die Angebotsunterlage „sorgfältig prüfen“. Anschließend werde die Beisheim Gruppe über das weitere Vorgehen entscheiden.

45,5 Prozent der Aktien befinden sich im Streubesitz. Mit Blick auf die Mindestannahmeschwelle rücken diese nun in den Blick. Denn sollten die beiden Großaktionäre ihre Anteile an Kretinsky verkaufen, müsste er nur noch wenige Aktionäre aus dem Streubesitz von seinem Angebot überzeugen. Tendern Beisheim und Meridian hingegen nicht, bräuchte Kretinsky rund drei Viertel aller frei verfügbaren Aktien, um die selbst definierte Mindestannahmeschwelle zu überwinden.

Wird Kretinsky mit seinem Übernahmeangebot für Metro Erfolg haben?

Kretinsky verschlankt Metros Aktionärsstruktur

Entsprechend wirbt der Tscheche noch einmal um die Unterstützung der Aktionäre: Das Angebot sei „im besten Interesse aller Metro-Aktionäre und aller weiteren Interessensgruppen“, lässt sich Kretinsky zitieren. Der Preis sei attraktiv und spiegele eine deutlich verbesserte operative und finanzielle Performance wider, die durch eine erfolgreiche Umsetzung der geplanten Transformation von Metro erst noch erreicht werden müsse.

Auch versucht Kretinsky den Aktionären schmackhaft zu machen, dass der Konzern im Falle einer Übernahme von einer „klaren Aktionärs- und Governance-Struktur profitieren“ werde, mit deren Hilfe Metro den „Herausforderungen der Digitalisierung und Konsolidierung sowie den steigenden Kundenansprüchen besser begegnen kann“.

X+bricks und SCP stören Real-Verkauf

Und nicht nur bei der Metro-Übernahme durch Kretinsky tut sich etwas: Auch Metro selbst erhielt in der vergangenen Woche ein verbessertes Angebot zweier Investoren für die Krisentochter Real. Ursprünglich waren die Investoren X+bricks und SCP schon aus dem Bieterrennen ausgeschieden, und Metro in exklusive Verkaufsverhandlungen mit dem Immobilieninvestor Redos gegangen.

Redos bietet für Real 500 Millionen Euro, die Investorengruppe nun „deutlich mehr“ als die halbe Milliarde. Daniel Kretinsky selbst steht dem Real-Verkauf grundsätzlich positiv gegenüber, verlangt aber auch einen Deal zu „fairen Konditionen für Metro“.

olivia.harder[at]finance-magazin.de