Schrott-Deal: Die Kupferhütte Aurubis übernimmt die belgisch-spanische Recycling-Gruppe Metallo.

Aurubis

24.05.19
Deals

M&A-Deals: Aurubis, BMW, Senvion

Aurubis übernimmt die Metallo-Gruppe, der Deal zwischen BMW und dem FC Bayern München ist geplatzt und um den insolventen Windanlagenbauer Senvion buhlen mehrere Interessenten: Diese und weitere M&A-Deals finden Sie in unserem FINANCE-Wochenrückblick.

Aurubis übernimmt Recycling-Gruppe Metallo

Die Kupferhütte Aurubis erwirbt die belgisch-spanische Recycling-Gruppe Metallo von dem amerikanischen Private-Equity-Investor Towerbrook. Wie die Hamburger bekannt gaben, liegt der Kaufpreis bei 380 Millionen Euro inklusive Nettofinanzschulden. Die Transaktion soll bis zum Jahresende abgeschlossen sein.

Metallo ist ein auf die Rückgewinnung von Nichteisenmetallen spezialisiertes Recycling- und Raffinationsunternehmen und erzielte im Geschäftsjahr 2018 eigenen Angaben zufolge einen Umsatz von knapp 1 Milliarde Euro. Aurubis wurde bei der Transaktion von BNP Paribas und der Wirtschaftskanzlei Freshfields Bruckhaus Deringer (Federführung: Christoph Seibt) beraten.

BMW-Deal mit FC Bayern ist vom Tisch

Der Deal zwischen BMW und dem FC Bayern München ist geplatzt: Der Münchener Automobilkonzern wird den Wettbewerber Audi nicht als Sponsor, Finanzier und Anteilseigner des Fußballklubs ablösen. Damit bleibt Audi weiterhin mit 8,33 Prozent an Bayern München beteiligt.

Der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“ zufolge sei der Grund für den geplatzten Deal eine „nicht erfüllbare“ Forderung von BMW. Im März wurde bekannt, dass BMW Audi als Sponsor und Aktionär der Münchner ablösen wollte. Medienberichten zufolge wäre das Sponsoring- und Aktien-Paket 800 Millionen Euro wert gewesen.

Interessenten prüfen offenbar Senvion-Übernahme

Für Senvion gibt es angeblich mehrere Interessenten: Einem Bericht des „Manager Magazins“ zufolge prüfen die spanische Siemens-Tochter Gamesa, der japanische Elektronikkonzern Toshiba sowie der US-Finanzinvestor Blackstone die Übernahme des insolventen Windanlagenbauers. Senvion wollte sich nicht zu den Übernahme-Gerüchten äußern.

Wie eine Sprecherin jedoch bestätigte, wolle man bis zur Eröffnung des Insolvenzverfahrens am 1. Juli einen Käufer finden. Hierfür habe man die Investmentbank Rothschild mandatiert. Der Bericht löste bei der Senvion-Aktie ein Kurs-Hoch aus: Sie stieg kurzzeitig um 35 Prozent auf rund 1 Euro. Der Windanlagenbauer meldete Anfang April Insolvenz in Eigenverwaltung an.

Evotec kauft US-Biotechfirma Just Biotherapeutics

Evotec übernimmt das US-amerikanische Biologika-Unternehmen Just Biotherapeutics. Dies gab das Hamburger Biotech-Unternehmen am Montag bekannt. Verkäufer ist ein Konsortium, bestehend aus den Finanzinvestoren Arch Venture Partners und Lilly Asia Ventures, dem US-Pharmaunternehmen Merck und der Bill & Melinda Gates Foundation.

Der Kaufpreis könne Evotec zufolge bis zu 90 Millionen US-Dollar (rund 81 Millionen Euro) betragen, da er auch eine leistungsbasierte und über drei Jahre laufende Earn-Out Komponente enthalte. Der Abschluss der Transaktion werde im zweiten Quartal des laufenden Jahres erwartet. Nach Angaben von Evotec hat die US-Biotechfirma 2018 einen Umsatz in Höhe von rund 20 Millionen Euro erwirtschaftet und beschäftigt etwa 90 Mitarbeiter.

Weitere Meldungen

Der Maschinenbauprofessor und Miterfinder des E-Vans, Günther Schuh, soll angeblich Interesse am Deutsche-Post-Elektrotransporter StreetScooter haben. Das berichtete das „Manager Magazin“ unter Berufung auf Insider. Schuh wolle zu den Kauf-Gerüchten keine Stellung beziehen, heißt es in dem Bericht weiter. Die Deutsche Post sucht seit Anfang des Monats nach einem Käufer für StreetScooter.

Die Fraport erhöht ihre Anteile an Lima Airport Partners, dem Betreiberkonsortium des Flughafens Lima, um zehn Prozent auf 80 Prozent. Verkäufer ist der peruanische Infrastrukturfonds AC Capitales. Transaktionsdetails sind nicht bekannt.

Der auf den Finanzdienstleistungssektor spezialisierte Private-Equity-Investor Blackfin kauft den Finanzberater Bonnfinanz. Über den Kaufpreis haben beide Parteien Stillschweigen vereinbart. Begleitet wurde die Transaktion von der Wirtschaftskanzlei Gütt Olk Feldhaus (Federführung: Sebastian Olk und Adrian von Prittwitz).

Das japanische Pharmaunternehmen Maruho will seine Beteiligung an dem deutschen Biotech-Unternehmen Biofrontera von 20,3 Prozent auf 29,99 Prozent aufstocken und hat sein Angebot für die Aktien nochmals erhöht: Die Japaner bieten jetzt 7,20 Euro je Aktie. Das entspricht einer Prämie auf den XETRA-Schlusskurs der Aktie von 27,21 Prozent vor Ankündigung des Angebots Anfang April. Zuletzt bot Maruho noch 6,60 Euro je Aktie, was einer Prämie von 16,61 Prozent entsprach.

Die französische Private-Equity-Gesellschaft Ardian beteiligt sich mehrheitlich am Schweizer Pharmaunternehmen Sintetica. Bestehende Investoren werden sich mit einer Minderheit rückbeteiligen. Transaktionsdetails sind nicht bekannt.

Allianz X
, die Beteiligungstochter der Allianz-Gruppe, übernimmt die Finanzen.de-Gruppe. Verkäufer der Online-Plattform ist der US-amerikanische Finanzinvestor Eli Global. Ein Kaufpreis wurde nicht genannt. Der Abschluss der Transaktion werde für das dritte Quartal dieses Jahres erwartet. Die Wirtschaftskanzlei Freshfields Bruckhaus Deringer (Federführung: Wessel Heukamp) hat Allianz X bei dem Kauf beraten. Die Verkäuferseite wurde von GCA Altium sowie von der Wirtschaftskanzlei Noerr (Federführung: Robert Korndörfer, Holger Ebersberger und Georg Schneider) begleitet.

Der tschechische Milliardär Daniel Kretinsky kauft sich in den deutschen Schienengüterverkehr ein: Einem Bericht von „Die Presse“ zufolge übernimmt das zu Kretinskys EPH-Gruppe gehörende Tochterunternehmen EP Logistics International das Berliner Unternehmen Locon Logistik & Consulting. Über Transaktionsdetails wurden keine Angaben gemacht. Kretinsky mischt in Deutschland aktuell auch bei der Metro-Übernahme mit.

Das Technologieunternehmen Nanogate stockt die Beteiligungen an zwei Tochtergesellschaften auf: Wie die Göttelborner berichteten, wurde Nanogate Goletz Systems vollständig übernommen und soll perspektivisch mit den Schwestergesellschaften Nanogate PD Systems und Nanogate Vogler Systems verschmelzen. Zudem hat das Technologieunternehmen die Anteile an Nanogate North America auf 90 Prozent erhöht. Der Kaufpreis beider Transaktionen enthalte jeweils eine Bar- und eine Aktienkomponente. Die Transaktionen würden im zweiten und dritten Quartal dieses Jahres umgesetzt.

Der IT-Dienstleister Bechtle kauft den Schweizer Software-Anbieter Alpha Solutions. Zum Kaufpreis wurden keine Angaben gemacht. Nach Aussagen des IT-Dienstleisters aus Neckarsulm erzielte Alpha Solutions im vergangenen Geschäftsjahr einen Umsatz von 11,2 Millionen Schweizer Franken. Der Schweizer Lösungsanbieter beschäftige 74 Mitarbeiter an den Standorten St. Gallen und Zürich.

Die Nienburger Beteiligungsgesellschaft Mimung übernimmt den insolventen Fachgroßhändler Lünemann. Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart. Der Fachgroßhändler soll künftig den Namen „Lünemann Stahlhandel“ tragen. Klaus Günther, der bisherige Geschäftsführer von Lünemann, werde dem Unternehmen in beratender Funktion erhalten bleiben.

Der Türenhersteller Novoferm kauft den schwedischen Stahltürproduzenten Robust von dem Private-Equity-Investor Norvestor Equity. Ein Kaufpreis wurde nicht genannt. Norvestor wurde bei dem Verkauf von der M&A-Beratung MCF Corporate Finance unterstützt. Robust beschäftigt 175 Mitarbeiter und unterhält Produktionsstätten in Nykroppa, Schweden und Longton, Großbritannien. Hinter Novoferm steht die japanische Sanwa Group.

Der österreichische Softwarehersteller und Cloud-Dienstleister Fabasoft beteiligt sich mit 60 Prozent an dem Münchener Technologieunternehmen Xpublisher. Der Kaufpreis ist nicht bekannt. Die übrigen 40 Prozent werden weiterhin von den Gründungsgesellschaftern Matthias Kraus und Thomas Werzmirzowsky gehalten. Fabasoft zufolge erwirtschaftete Xpublisher im Jahr 2018 einen Umsatz von rund 1,7 Millionen Euro.

Die Londoner Copyright Promotions Licensing Group (CPLG) kauft die Münchener Lizenzagentur Team Licensing. Team Licensing wurde bei der Transaktion von der Kanzlei McDermott Will & Emery (Federführung: Ralf Weisser und Nadine Hartung) beraten. Transaktionsdetails sind nicht bekannt.

olivia.harder[at]finance-magazin.de

Die wichtigsten Transaktionen der vergangenen Wochen finden Sie im Überblick auf unserer Themenseite M&A-Deals.