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M&A-Deals: Nestlé, Funkwerk, Celesio

Nestlé hat seine Beteiligung am Aromaproduzenten Givaudan zum Verkauf gestellt.
Thinkstock / Getty Images

Nestlé verkauft seine Givaudan-Anteile

Der Schweizer Lebensmittelkonzern Nestlé hat seine rund zehnprozentige Beteiligung am Aromaproduzenten Givaudan zum Verkauf gestellt. Die Anteile im Börsenwert von rund 1,15 Mrd. Franken sollen bei institutionellen Investoren platziert werden. Der Verkauf wird von Goldman Sachs begleitet. Nestlé ist seit 2002 an Givaudan beteiligt. Damals erhielt der Konzern eine Kombination aus Cash und Aktienanteilen für den Verkauf seiner Tochter FIS an Givaudan.

Funkwerk trennt sich von mehreren Tochterfirmen

Funkwerk hat in dieser Woche die Tochtergesellschaft Eurotelematik in Ulm an die BPW Bergische Achsen Kommanditgesellschaft verkauft. Bis Ende Februar 2014 sollen alle Bedingungen für den Abschluss erfüllt sein und die Konsortialbanken zustimmen. Der Verkauf ist Teil des Fokussierungsprozesses in den Kerngeschäftsbereichen Traffic & Control Communication und Security Communication. CMS Hasche Sigle berät Funkwerk beim Verkauf der Eurotelematik mit einem Team um Lead Partner Eckhart Braun. Das Leistungsspektrum von Eurotelematik bietet Funkwerk zufolge kaum technische Anknüpfungspunkte zu den restlichen Funkwerk-Aktivitäten. Durch den erzielten Verkaufserlös, der nicht beziffert wurde, könne die Liquiditäts- und Finanzlage der Gruppe verbessert werden. Mit Wirkung zum 31. Dezember trennt sich Funkwerk zudem vom Geschäftsbetrieb in Kiel sowie von der Tochtergesellschaft Information Technologies Malmö in Schweden. Beide Unternehmen aus dem Geschäftsfeld Betriebsleit- und Signaltechnik gehen an das Familienunternehmen Scheidt & Bachmann. Für die Transaktion hat Funkwerk die Schienenverkehr System Technik als neue Gesellschaft gegründet, in die sämtliche Assets des Standortes Kiel und die Geschäftsanteile der Tochtergesellschaft in Schweden eingebracht werden. Für diese M&A-Deals sollen bis spätestens Ende Mai 2014 alle Bedingungen für den Abschluss erfüllt sein und die Zustimmung der Konsortialbanken erfolgen. Die Equinet Bank hat Funkwerk bei dieser Transaktion beraten.

Singer-Hedgefonds Elliot stellt sich bei Celesio-Deal quer

Auch in dieser Woche gab es Neuigkeiten zum Verkauf von Celesio, wenn auch keine positiven. Wie erwartet hat der Hedgefonds Elliott von Paul Singer sich als Celesio-Großaktionär beim Übernahmeangebot des US-amerikanischen Konzerns McKesson für den Pharmahändler quergestellt. Zur Begründung hieß es: „Elliott ist der Überzeugung, dass das Angebot von McKesson für Celesio das Unternehmen substanziell zu niedrig bewertet und nicht im Sinne der Celesio-Aktionäre und Anleihegläubiger ist. Infolgedessen haben wir nicht vor, das Angebot anzunehmen und unsere Anteile abzugeben.“ Singer ist in der Investorenszene dafür bekannt, gezielt in Übernahmeobjekte zu investieren und gilt als Querulant. McKesson hatte die Übernahme von Celesio an die Voraussetzung geknüpft, dass insgesamt 75 Prozent der Aktien und Anleihen angedient werden. Die Andienungsfrist läuft bis zum 9. Januar. Elliot ist mittlerweile mit 25,16 Prozent an Celesio beteiligt. Der Duisburger Konzern Haniel hatte sich mit McKesson bereits auf den Verkauf seiner Celesio-Mehrheit geeinigt. Platzt der M&A-Deal, müsste dieses Geschäft rückabgewickelt werden. Elliott soll für den Fall eines Scheiterns über eine Zerschlagung von Celesio nachdenken, bei der das Großhandelsgeschäfts und das Apothekengeschäft separat verkauft werden könnten. Vorstand und Aufsichtsrat von Celesio haben den Aktionären die Annahme des McKesson-Angebots empfohlen.

Axel Springer übernimmt N24 Media

Axel Springer hat den Nachrichtensender N24 Media vollständig übernommen und wird diesen mit der Welt-Gruppe zusammenführen. Gesellschafter Stefan Aust (67), der am Management-Buyout bei N24 im Jahr 2010 beteiligt war, wird Herausgeber der Gruppe. Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart, die Kartellbehörden müssen noch zustimmen. Das Berliner Team von Morrison & Foerster um die Partner Christoph Wagner und Hanno Timner hat Axel Springer bei der Transaktion beraten.

Cevian stockt bei ThyssenKrupp auf

Die schwedische Investmentgesellschaft Cevian hat ihren Anteil an ThyssenKrupp auf 10,96 Prozent aufgestockt. Cevian hatte sich in der vergangenen Woche an der Kapitalerhöhung beteiligt und seinen Anteil von zuvor 6,1 Prozent dadurch erweitert. Die Investmentgesellschaft ist damit nun zweitgrößter Anteilseigner des Konzerns, der zurzeit mit der teilweisen Rückabwicklung des Inoxum-Deals zu kämpfen hat.

Auch Globus kauft Max-Bahr-Filialen

Nach den Wettbewerbern Bauhaus und Hagebau hat sich nun auch Globus mehrere Filialen der insolventen Baumarktkette Max Bahr gesichert. Hagebau hatte vor wenigen Tagen die Übernahme von 16 Häusern verkündet. Globus will acht Max-Bahr-Immobilien übernehmen und diese als Globus Baumärkte eröffnen, um seine Präsenz in Niedersachsen und Sachsen-Anhalt zu vergrößern. Die Kette wächst damit auf insgesamt 87 Baumärkte. Die Übernahme der Märkte erfolgt, vorbehaltlich der Zustimmung des Bundeskartellamts, zum 1. März 2014.

Dufry übernimmt griechischen Wettbewerber ganz

Der Reiseeinzelhändler Dufry übernimmt den griechischen Wettbewerber Hellenic Duty Free vollständig von der Folli Follie Group. Bereits im April hatte das Unternehmen die Übernahme eines 51-prozentigen Mehrheitsanteils abgeschlossen. Für die verbleibenden 49 Prozent der Aktien bezahlt Dufry insgesamt 328 Mio. Euro, davon sollen 175 Mio. Euro in bar und der Rest mit eigenen Aktien gezahlt werden. Für den Mehrheitsanteil zahlte Dufry im Frühjahr bereits 200,5 Mio. Euro.

Riverside und Halder kaufen Add-on für Keymile

Die PE-Investoren The Riverside Company und Halder haben über ihre Portfoliogesellschaft Keymile die Firma Hytec Gerätebau in Mannheim übernommen. Der Telekommunikationszulieferer Keymile gehört seit November 2011 zum Portfolio, damals haben die PE-Investoren das Unternehmen von der Hannover Finanz übernommen. Riverside wurde damals Mehrheitsgesellschafter. Hytec ist auf die Entwicklung von Nachrichtentechnik zur Langstreckenkommunikation spezialisiert. Die Transaktion wurde bei Riverside von Peter Schaberger geleitet. Beraten haben KPMG, Jones Day und Willis.

Weitere M&A-Deals

Die ProSiebenSat.1 Group hat ihre Aktivitäten im Onlinehandel erneut erweitert. Über die Beteiligungstochter Seven Ventures übernimmt die TV-Gruppe vom Investor Media Ventures sämtliche Anteile am Unternehmen Comvel, das die Reiseportale weg.de und ferien.de betreibt. Das Unternehmen mit Sitz in München wurde im März 2005 gegründet. Seven Ventures hat sich in diesem Jahr bereits an Silver Tours und mydays.de beteiligt.

Das Schweizer Investmenthaus Partners Group übernimmt den Cateringservice Hofmann Menü Manufaktur. Die Wettbewerbsbehörden müssen der Transaktion zustimmen. Die Partners Group will die Internationalisierung des Unternehmens vorantreiben. Ein Team von Clifford Chance unter Federführung von Partner Burc Hesse hat die Partners Group bei dem M&A-Deal beraten.

Gemeinsam mit dem PE-Investor Capvis übernimmt die Partners Group zudem im Rahmen einer Nachfolgeregelung die Mehrheit am Vakuumventilhersteller VAT Holding. Die Gründerfamilie behält einer Mitteilung zufolge „einen signifikanten Anteil am Unternehmen“. VAT beschäftigt weltweit rund 1.000 Mitarbeiter, davon über 700 in der Schweiz, und erwirtschaftet einen jährlichen Umsatz von über 300 Mio. Schweizer Franken.

Drei Automobilzulieferer aus der insolventen DGH-Group, einem Produzenten von Druckgussteilen, sind an Oak Hill Advisors verkauft worden. In den Gesellschaften in Sachsen und Bayern sollen dadurch rund 900 Arbeitsplätze erhalten bleiben. Nach der Zustimmung des Gläubigerausschusses soll die Betriebsübernahme Anfang Januar 2014 erfolgen. Oak Hill Advisors wurde bei dem M&A-Deal von einem Team der Kanzlei Noerr um den Frankfurter Corporate-Partner Thorsten Reinhard begleitet. Die DGH-Group hatte im Juni 2012 Insolvenz angemeldet und war seitdem von Insolvenzverwalter Franz-Ludwig Danko (Kübler) fortgeführt worden.

Die Gesellschafter der KGAL, Bayerische Landesbank, Commerzbank, Haspa und Sal. Oppenheim haben als Gesellschafter knapp 90 Prozent ihrer Anteile an der auf Fonds- und Asset Management spezialisierten KGAL verkauft und bleiben mit rund 10 Prozent beteiligt. Käufer sind die Privatinvestoren Francis Louvard und Gregory Ingram. Die Aufsichtsbehörden müssen noch zustimmen. Ein Team der Kanzlei Freshfields Bruckhaus Deringer hat die Gesellschafter beim Verkauf beraten. CMS Hasche Sigle hat die Käufer rechtlich beraten.

Der Energieversorger E.on will die 100-prozentige Tochter Ferngas Nordbayern an den europäischen Infrastrukturfonds der First State Investments (EDIF) verkaufen. Die Kartellbehörden müssen dem M&A-Deal noch zustimmen. Die Ferngas Nordbayern ist Eigentümer eines Hochdruck-Erdgasleitungsnetzes im nordöstlichen Teil Bayerns. Hengeler Mueller berät E.on beim Verkauf.

Die Beteiligungsgesellschaft Aurelius will von der Telvent-Gruppe, einer Tochter des französischen Konzerns Schneider Electric, die IT-Beratungsaktivitäten in Spanien, Brasilien und Chile erwerben. Der Deal soll im ersten Halbjahr 2014 abgeschlossen werden. Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart.

Der Outdoor-Ausrüster Bergfreunde ist von den Gesellschaftern an den US-amerikanischen Onlinehändler Backcountry verkauft worden. Die Kanzlei Luther hat die Verkäufer mit einem Team unter Federführung von Partner Jörgen Tielmann beraten.

Die ABN Amro hat sich mit der Credit Suisse auf die Übernahme des deutschen Private-Banking-Geschäfts geeinigt. ABN Amro wird die Sparte über ihre Tochter Bethmann Bank erwerben. Die Vereinbarung umfasst das gesamte lokal in Deutschland gebuchte Private-Banking-Geschäft der Credit Suisse Deutschland. Das Bankhaus verwaltet in dem Bereich mehr als 10 Milliarden Euro Vermögen. Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart. Nach Zustimmung der Kartellbehörden soll die Transaktion im Laufe des Jahres 2014 vollzogen werden. Ein Team der Kanzlei Noerr um den Frankfurter Partner Thorsten Reinhard hat ABN Amro und die Bethmann Bank bei Fragen zum deutschen Recht beraten. Durch die Transaktion wächst das verwaltete Vermögen der Bethmann Bank einer Mitteilung zufolge auf rund 34 Milliarden Euro an.

Die Standorte Weißenhorn und Neu-Ulm des Aluminiumschmelzwerks Oetinger und der Karl Konzelmann Metallschmelzwerke gehören jetzt Orlando Management. Sie hat die Geschäftsbetriebe zu einem nicht genannten Preis über die Beteiligungsgesellschaft Special Situations Venture Partners III von Insolvenzverwalter Frank Kebekus erworben. Insgesamt erzielten die beiden Standorte im Geschäftsjahr 2012 Umsätze von ca. 300 Mio. Euro bei einem Produktionsvolumen von ca. 165.000 Tonnen. Noerr hat Special Situations Venture Partners III bei der Transaktion mit einem Team unter Federführung von Florian Becker begleitet.

sabine.reifenberger[at]finance-magazin.de

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Sabine Reifenberger ist Chef vom Dienst der FINANCE-Redaktion. Ihre redaktionellen Themenschwerpunkte sind Restrukturierung, die Transformation der Finanzabteilung und Finanzierungsthemen. Seit 2012 moderiert sie beim Web-TV-Sender FINANCE-TV. Außerdem verantwortet sie den Themenhub FINANCE-Transformation, die Distressed Assets Konferenz und das FINANCE CFO Panel. Die Politologin volontierte bei einer Tageszeitung und schrieb während des Studiums als freie Journalistin unter anderem für das Handelsblatt und die Financial Times Deutschland.

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