Metro will Real nun doch an die Immobilieninvestoren X+bricks und SCP verkaufen.

real GmbH

05.12.19
Deals

Metro schwenkt bei Real-Verkauf um

Eigentlich wollte Metro den Real-Verkauf mit dem Immobilieninvestor Redos unter Dach und Fach bringen. Nun macht der Handelsriese eine Kehrtwende: Die Düsseldorfer verhandeln jetzt exklusiv mit X+bricks und SCP.

Kehrtwende bei Metro: Die Supermarktkette Real geht doch nicht an Redos. Die Verhandlungen mit dem Immobilieninvestor sind beendet. „Metro und Redos haben die Verhandlungen über den Verkauf von Real ohne Ergebnis beendet. Trotz erheblicher Anstrengungen beider Parteien wurde keine Einigung über die Gesamtparameter der Transaktion und die entsprechende Risikoverteilung erzielt“, kommentiert eine Metro-Sprecherin das Ende der Verhandlungen.

Wie der Handelskonzern heute Vormittag mitteilte, führt er nun exklusive Verhandlungen mit dem Konsortium um den Immobilieninvestor X+bricks und das Private-Equity-Haus SCP. Auch eine Absichtserklärung für den geplanten Verkauf hat Metro bereits mit den beiden Investoren vereinbart. Mit einer finalen Vertragsunterzeichnung rechnet der Konzern bis Ende Januar 2020. Der Deal muss noch von den entsprechenden Kartell- und Regulierungsbehörden genehmigt werden.

Am 31. Oktober war ein überarbeitetes Angebot von X+bricks und SCP bei Metro eingegangen. Eigentlich waren sie bereits aus dem Bieterrennen ausgeschieden. Die neue Offerte enthielt Verbesserungen „bezogen auf den Kaufpreis und die Transaktionssicherheit“, teilte Metro nun mit. Durch einen Verkauf von Real an X+bricks und SCP rechnet Metro gemäß dem „aktuellen Verhandlungsstand“ mit einem Nettomittelzufluss von 500 Millionen Euro.

Es ist nicht das erste Mal, das X+bricks und SCP die Verkaufsverhandlungen zwischen Metro und Redos stören: Bereits im Juli dieses Jahres grätschten die beiden Investoren in die Gespräche.

X+bricks-Deal lockt mit besseren Konditionen

Die Offerte der neuen Bieter unterscheidet sich in einigen Punkten vom geplanten Deal mit Redos. X+bricks und SCP wollen das operative Geschäft von Real, den Online-Marktplatz von Real und die 80 Immobilien der Kette, die sich im Besitz von Metro befinden, übernehmen. Damit bleibt Metro nicht mehr an dem operativen Geschäft von Real beteiligt. Bei einem Deal mit Redos hätte Metro noch 24,9 Prozent an Real behalten. Metro hatte mehrfach betont, einen Verkauf von Real als Ganzes zu bevorzugen.

Ein weiterer Knackpunkt, der aus Sicht von Metro für einen Deal mit X+bricks und SCP spricht: Erst nach einer Übernahme von Real würde „ein Großteil“ der Filialen an interessierte Einzelhändler verkauft. Den Verkauf einzelner Filialen wollen X+bricks und SCP – anders als Redos – also eigenständig nach der Übernahme einfädeln, was für Metro weniger Aufwand bedeuten dürfte. Einzelne Märkte sollen zudem geschlossen werden.

X+bricks löst Vereinbarung mit Kaufland

Bei den Verhandlungen mit Redos sollte stattdessen schon zuvor vereinbart werden, welche Märkte an welche Wettbewerber gehen werden. Die Handelsunternehmen Edeka und Tegut hatten in den vergangenen Wochen bereits Pläne für die Übernahme einzelner Real-Märkte beim Bundeskartellamt vorgelegt. Gerade die Verteilung der Märkte an die Konkurrenten hatte sich Medienberichten zufolge aber schwierig und komplex gestaltet.

Der Wettbewerber Kaufland hatte sich zudem frühzeitig vertraglich an das Konsortium um X-Bricks gebunden. Auf Metro-Seite hatte das kartellrechtliche Sorgen geweckt. Wie aus der heutigen Mitteilung von Metro hervorgeht, haben sich X+bricks und SCP nun zur Auflösung dieser exklusiven Kooperationsvereinbarung mit Kaufland verpflichtet.

olivia.harder[at]finance-magazin.de

Alles über die Gemengelage bei dem Düsseldorfer Handelsriesen erfahren Sie auf unserer FINANCE-Themenseite zu Metro. Mehr über den CFO, der unter anderem hinter dem Real-Verkauf steht, lesen Sie auf dem FINANCE-Köpfe-Profil von Christian Baier.