Die Operational Due Diligence zeigt Schwachstellen entlang der Wertschöpfungskette auf.

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03.11.15
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Operational Due Diligence: Blick auf Produktion und Standorte

Die Operational Due Diligence ist besonders bei Übernahmen von Industrieunternehmen wichtig. Sie zeigt auf, welche Risiken entlang der Wertschöpfungskette lauern, und wie es um Produktion und Entwicklung im Zielunternehmen bestellt ist.

Bei M&A-Deals mit Industrieübernahmen kann die Operational Due Diligence dabei helfen, wichtige Risikofaktoren aufzudecken. Die Operational Due Diligence beurteilt, wie es um die operative Leistungsfähigkeit des Zielunternehmens bestellt ist. Dafür nimmt sie einzelne Geschäftsbereiche wie beispielsweise die Produktion an den unterschiedlichen Standorten, die Forschung oder den Bereich Materialwirtschaft unter die Lupe. In der Praxis ist die Operational Due Diligence oft eng verknüpft mit der Commercial Due Diligence.

Während die Commercial Due Diligence sich auf die allgemeine Geschäftsstrategie und die Marktposition des Zielunternehmens fokussiert, geht es bei der Operational Due Diligence dagegen stärker um eine Analyse der konkreten Wertschöpfungskette. 

Operational Due Diligence prüft die Produktivität

Im Rahmen der Operational Due Diligence versucht der Käufer sich einen Eindruck davon zu machen, wie produktiv das M&A-Target arbeitet und wie stabil und effizient die Prozesse aufgestellt sind. Dabei geht es zum einen um die vorhandenen Strukturen an den Standorten: Sind diese groß genug, um weiteres Wachstum einplanen zu können? Ist die Technik auf einem guten Stand? 

Finanziell interessant ist für viele Käufer aber auch der Blick auf Warenmanagement und Logistik. Mitunter lässt sich beispielsweise das Working Capital Management schon kurzfristig verbessern, mit entsprechend positiven Auswirkungen auf die Zahlungsströme und die Kapitalbindung.

Im Rahmen der Operational Due Diligence versucht der Käufer sich einen Eindruck davon zu verschaffen, ob das Warenmanagement gut aufgestellt ist und ob die Zulieferstrukturen stimmen. Manchmal kann es beispielsweise sinnvoll sein, bestimmte Produkte nicht einzukaufen, sondern selber zu fertigen – oder umgekehrt. Ein Vergleich mit Industriebenchmarks oder mit Erfahrungsdaten aus Wettbewerbsunternehmen kann verdeutlichen, wie gut die operativen Prozesse des Zielunternehmens im Vergleich sind.

Ergebnisse der Operational Due Diligence fließen in Kaufpreis ein

Im Laufe des M&A-Prozesses schlagen sich die Erkenntnisse aus der Operational Due Diligence auch auf den Kaufpreis nieder. Dafür sollten die Ergebnisse zum operativen Stand des Zielunternehmens mit denen der Commercial Due Diligence sowie der Financial Due Diligence eng verknüpft werden.

Positiver Nebeneffekt: Hat ein Käufer im Rahmen der Operational Due Diligence einen Überblick über die Arbeitsweise und die operativen Strukturen des Zielunternehmens erlangt, so kann er daraus häufig schon konkrete Ansatzpunkte für eine spätere Integration ableiten.

sabine.reifenberger[at]finance-magazin.de

Viele hilfreiche Informationen über zahlreiche weitere Due-Diligence-Prüfungen finden Sie gebündelt auf unserer FINANCE-Themenseite Due Diligence.