SLM Solutions

24.04.17
Deals

SLM Solutions sucht offenbar einen neuen Investor

Der Verkauf von SLM Solutions an General Electric war am Widerstand des Hedgefonds Elliott gescheitert. Jetzt sucht der 3D-Druckerhersteller Berichten zufolge wieder einen neuen Besitzer. Wie verhält sich Paul Singer dieses Mal?

Ein halbes Jahr nach der geplatzten Übernahme durch General Electric (GE) lotet SLM Solutions offenbar erneut einen Verkauf aus. Das berichtet die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf mit der Sache vertraute Personen. Demnach seien die US-Konzerne United Technologies und Applied Materials sowie die Shanghai Electric Group, aber auch Family Offices an dem 3D-Druckerhersteller interessiert. Es könne auf einen Teilverkauf oder eine komplette Übernahme von SLM Solutions hinauslaufen, hieß es.

Die Nachrichtenagentur berichtet weiter, dass zwei SLM-Großaktionäre ihre Anteile verkaufen wollen. Dabei handle es sich um den Unternehmensgründer und Aufsichtsratschef Hans-Joachim Ihde, der mit gut 24 Prozent des größte Einzelaktionär des Tec-Dax-Unternehmens ist, sowie den Finanzinvestor Deutsche Private Equity (DPE), der 5,38 Prozent der Anteile hält.

SLM Solutions hat Lazard mandatiert

SLM Solutions wollte sich zu den Verkaufsgerüchten auf Anfrage von FINANCE nicht äußern. Ein Sprecher bestätigte lediglich, dass sich das Lübecker Unternehmen derzeit von der französischen Investmentbank Lazard beraten lässt. Bei dem Mandat gehe es um die Frage, wie man am besten mit der Situation nach dem gescheiterten Verkauf an GE umgehe, hatte SLM-Chef Uwe Bögershausen gegenüber Bloomberg erklärt.

Bögershausen ist seit September 2013 CFO des Lübecker Unternehmens. Seit der Aufsichtsrat CEO Markus Rechlin im Januar abberufen hat, leitet der Finanzprofi „bis auf weiteres“ den Konzern.

Elliott hält noch immer 20 Prozent der SLM-Anteile

Der 3D-Druckerhersteller stand im vergangenen Herbst schon einmal kurz vor einem Verkauf. GE wollte das Unternehmen damals für 680 Millionen Euro übernehmen. Der US-Industriekonzern blies den geplanten Deal aber im Oktober ab, nach dem er die selbst gesetzte Mindestannahmequote von 75 Prozent klar verpasst hatte.

Hintergrund waren die Störfeuer des US-Milliardärs Paul Singer. Der hatte sich über seinen Hedgefonds Elliott bei SLM Solutions eingekauft und versucht, den Kaufpreis nach oben zu treiben. GE ließ sich darauf nicht ein und erwarb stattdessen den fränkischen SLM-Kontrahenten Concept Laser – sehr zur Enttäuschung des SLM-Managements, das den Deal mit GE befürwortet hatte.

Nach dem geplatzten Verkauf hält Elliott noch immer 20 Prozent der SLM-Anteile. Auch bei einem neuen Übernahmeanlauf dürfte der Hedgefonds also wieder eine wichtige Rolle spielen. Würde der neue Ankeraktionär jedoch lediglich die Anteile von Ihde und der Deutschen Private Equity kaufen, läge er knapp unterhalb der 30-Prozent-Schwelle, ab der ein öffentliches Übernahmeangebot für alle übrigen SLM-Anteile abgegeben werden müsste. In diesem Fall müsste sich der potentielle Teilkäufer zunächst nicht mit Elliott befassen.

Derweil befügelten die Übernahmegerüchte die SLM-Aktie: Der Kurse legte deutlich zu und notierte am Nachmittag bei rund 38 Euro – exakt so viel hatte GE im Herbst geboten.

desiree.backhaus[at]finance-magazin.de

Seit September 2013 ist Uwe Bögershausen CFO von SLM Solutions, Ende Januar hat der Diplom-Ökonom zudem bis auf weiteres des CEO-Posten bei dem Tec-Dax-Unternehmen übernommen. Alles über den Werdegang des Finanzprofis finden Sie auf dem FINANCE Köpfe-Profil von Uwe Bögershausen.