DBAG-Vorstandschef Torsten Grede kann aus dem neuen Fonds eine Milliarde Euro in deutsche Unternehmen stecken.

Deutsche Beteiligungs AG

27.07.16
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DBAG knackt Milliardenmarke mit neuem Fonds

Die Deutsche Beteiligungs AG hat einen 1 Milliarde Euro schweren Private-Equity-Fonds aufgelegt. Das ist nicht nur für die DBAG ein Rekord.

Die Deutsche Beteiligungs AG (DBAG) legt einen neuen Private-Equity-Fonds mit einem Investitionsvolumen von 1 Milliarde Euro auf. Der DBAG Fund VII enthält 800 Millionen Euro von externen Investoren und 200 Millionen Euro von der börsennotierten DBAG selbst, gab die Beteiligungsgesellschaft am Mittwochvormittag bekannt. Die DBAG ist damit das erste Private-Equity-Haus, das mit einem rein auf deutsche Zukaufsziele konzentrierten Fonds die Milliardenmarke knackt.

Dabei spielt dem Midcap-Investor, der seit Jahren zu den aktivsten auf dem hiesigen Markt gehört, das Finanzierungsumfeld in die Hände: Durch die niedrigen Zinsen stellen Versicherungen und Pensionskassen den Private-Equity-Häusern so viel Kapital wie nie zur Verfügung.

DBAG kann jetzt große Mittelständler kaufen

Noch bemerkenswerter als der Sprung über die Milliardenmarke sind die Veränderungen was das Spektrum der Zielunternehmen des Fonds angeht: Lag zuletzt der maximale Eigenkapitalanteil, den die DBAG in ein Zukaufsziel stecken konnte, noch bei 80 Millionen Euro, sind es jetzt 200 Millionen Euro.

Damit rücken erstmals Firmen im Wert von einer halben Milliarde Euro und mehr ins Visier des Frankfurter Finanzinvestors, der sich bisher auf kleine und mittelgroße Mittelständler konzentriert hatte. Aktuell werden für mehrere Unternehmen dieser Größenordnung Verkaufsprozesse ausgelotet, zum Beispiel für den stark wachsenden Medizintechniker Amann Girrbach. „Mit der Möglichkeit, nun bis zu 200 Millionen Euro Eigenkapital in eine Beteiligung investieren zu können, sind wir künftig auch bei großen Mittelständlern leistungsfähig“, kommentiert DBAG-Vorstandschef Torsten Grede.

DBAG öffnet Expansion-Fund für Smallcap-Buy-outs

Auch am unteren Ende des Spektrums hat sich die DBAG von ihren Investoren eine erhöhte Flexibilität einräumen lassen: Bisher investierte der 2011 aufgelegte DBAG Expansion Capital Fund ausschließlich in Minderheitsanteile an kleinen, schnell wachsenden Familienunternehmen. Jetzt kann die DBAG aus dem Fonds heraus auch als Buy-out strukturierte Mehrheitsübernahmen mit einem Eigenkapitalanteil von 10 bis 30 Millionen Euro tätigen. Viele Branchenteilnehmer sehen das untere Ende des M&A-Markts als die Nische, in der Investoren jetzt noch echte Wertschöpfung betreiben können. Zuletzt hatte der schwedische Investor IK Investment einen paneuropäischen Smallcap-Fonds aufgelegt.

Mit der Nachjustierung rückt der Expansion-Fund der DBAG vom Profil her in die Nähe des KMU-Fonds des Berliner PE-Investors Odewald, der seit Jahren sehr erfolgreich in Buy-outs an der Grenze zwischen Small- und Midcap investiert. Anders als die DBAG glaubt Odewald aber nicht mehr an gute Investitionschancen im größeren Mittelstand. Die Berliner lassen ihren großen Buy-out-Fonds auslaufen und steigen damit aus dem Segment aus.

Mit ihrem nochmals ausgeweiteten Fondsvolumen reagiert die DBAG insofern genau entgegengesetzt zu Odewald auf die Hausse am Private-Equity-Markt, die die Kaufpreise guter Unternehmen in immer größere Höhen schraubt. Auch die DBAG drohte, Unternehmen aus ihrem klassischen Zielfokus aus den Augen zu verlieren, weil deren Wert über die Investitionsgrenzen des Fonds hinauswuchs. Jetzt zieht die DBAG nach.

florian.bamberg[at]finance-magazin.de

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