Die Private-Equity-Branche ist so kapitalstark wie lange nicht. Auch der Finanzinvestor Afinum hat nun einen neuen Buy-out-Fonds aufgelegt.

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20.09.17
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Finanzinvestor Afinum sammelt 410 Millionen ein

Der deutsche Finanzinvestor Afinum hat den Private-Equity-Boom genutzt, um Geld für einen neuen Fonds einzusammeln. Bei den Münchenern dreht sich dabei auch weiterhin alles um den Mittelstand.

Die Goldgräberstimmung in der Private-Equity-Branche hält an: Mit dem Münchener Investor Afinum Management hat nun ein weiterer Finanzinvestor einen neuen Fonds aufgelegt. Dabei hat Afinum 410 Millionen Euro eingeworben.

Wie bei vorherigen Fonds wird auch das neue Vehikel auf Nachfolgesituationen im Mittelstand abzielen. Dabei konzentriert sich Afinum auf Mehrheitsbeteiligungen an etablierten Mittelständlern in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Afinum wurde bei der Strukturierung des Fonds von der Wirtschaftskanzlei Pöllath + Partners beraten.

Auf Nachfolgesituationen hoffen derzeit einige Private-Equity-Häuser, wie zu Jahresbeginn eine Befragung des FINANCE Private Equity Panels ergeben hat. Die Investoren spekulieren darauf, dass sie in diesen Situationen verstärkt zum Zuge kommen.

PE-Investor Afinum erreicht mit neuem Fonds die Obergrenze

Das Fundraising habe wenige Monate gedauert, teilte Afinum mit. An dem neuen Fonds haben sich den Münchenern zufolge neben Altinvestoren auch mehrere neue Geldgeber beteiligt. Afinum-Partner Gernot Eisinger bezifferte den Anteil der neuen Investoren gegenüber FINANCE auf rund 30 Prozent.

Afinum will jährlich bis zu 100 Millionen Euro an Eigenmitteln in neue Beteiligungen investieren. Das Team haben für den neuen Fonds bereits mehrere potentielle Investitionen geprüft. Die Pläne sind ehrgeizig: Afinum rechnet „in wenigen Wochen“ mit der ersten Transaktion.

Private-Equity-Investoren buhlen um den Mittelstand

Der Wettbewerb um attraktive M&A-Ziele ist groß. Immer mehr Private-Equity-Investoren nehmen auf der Suche nach Beteiligungen auch den kleineren den Mittelstand ins Visier – das Segment, in dem Afinum in der Vergangenheit besonders oft zum Zuge gekommen ist. Mehrere Häuser haben zuletzt neue Fonds geschlossen. Neben etablierten Wettbewerbern wie der Deutschen Private Equity, die für ihren dritten Fonds 575 Millionen Euro eingeworben hat, wagen sich auch neue Teilnehmer wie das Buy-out-Vehikel Legian an den Markt.

Afinum ist bereits seit Anfang 2000 im Private-Equity-Markt aktiv und hat seitdem im Schnitt alle drei bis vier Jahre einen neuen Fonds aufgelegt. Für Afinum arbeitet ein 21 Personen starkes Team, darunter 13 Investment Professionals. In Deutschland wurde Afinum, das neben München auch Büros in Zürich, Wien und Hongkong unterhält, besonders über seine Beteiligung an dem Automobilzulieferer Alfmeier bekannt. Die Alfmeier-Anteile hat der Investor in diesem Frühjahr verkauft. Seit 2014 ist Afinum an der Schuhhandelskette Görtz beteiligt, 2015 erfolgte der Einstieg bei dem Wellnessanbieter Meridian Spa.

sabine.reifenberger[at]finance-magazin.de


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