Heidelpay wechselt von einem Private-Equity-Eigentümer zum nächsten: KKR legt 600 Millionen Euro für den Zahlungsdienstleister hin.

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06.08.19
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KKR bewertet Heidelpay mit 600 Millionen Euro

KKR übernimmt die Mehrheit an Heidelpay. Der Private-Equity-Investor bewertet den Zahlungsdienstleister dabei mit dem fast 15-fachen Ebitda.

KKR hat sich im Bieterrennen um Heidelpay durchgesetzt: Wie der US-Finanzinvestor in einer Mitteilung bekannt gab, erwirbt er eine Mehrheitsbeteiligung von 60 Prozent an dem Heidelberger Zahlungsdienstleister. Verkäufer ist der Private-Equity-Investor Anacap.

FINANCE-Informationen zufolge wird das Unternehmen dabei mit 600 Millionen Euro bewertet. Zuerst hatte die „Financial Times“ über die Bewertung berichtet. KKR wollte sich auf Anfrage dazu nicht äußern.

KKR zahlt ein hohes Ebitda-Multiple

Heidelpay plant im laufenden Geschäftsjahr mit einem Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) von 40,5 Millionen Euro. Damit bewertet KKR das Unternehmen mit dem 14,8-fachen Ebitda.

Der „Financial Times“ zufolge hat sich KKR im Rennen um Heidelpay gegen die Finanzinvestoren Nordic Capital und EQT sowie die Zahlungsdienstleister Worldline und Nets durchgesetzt. Der Deal soll im ersten Quartal 2020 abgeschlossen werden, er steht noch unter Vorbehalt der Bafin und der Finanzaufsicht in Luxemburg.

Heidelpay will weiter zukaufen

Anacap war vor rund zwei Jahren bei Heidelpay eingestiegen. In dieser Zeit setzte AnaCap mit sieben Zusatzakquisitionen auf einen starken Wachstumskurs. Mit dem neuen Eigentümer KKR will Heidelpay eine „Schlüsselrolle bei der Konsolidierung des fragmentierten europäischen Zahlungsmarktes“ einnehmen.

Das Unternehmen wolle weiter organisch als auch mit strategischen Zukäufen in ganz Europa wachsen. „Mit der langjährigen Erfahrung in den Bereichen Finanzdienstleistungen und Technologie und seinem internationalen Netzwerk wird KKR uns dabei helfen, noch größere Kunden anzusprechen und die Zahlungslandschaft weltweit mitzugestalten“, äußerte sich Heidelpay-Gründer und -Geschäftsführer Mirko Hüllemann zuversichtlich.

Private Equity schielt auf Zahlungsdienstleister

Das 2003 gegründete Unternehmen wickelt die Zahlungen von mehr als 30.000 internationalen Onlinehändlern und Marktplatzbetreibern ab. Unter den Kunden befinden sich unter anderem der Kosmetikkonzern L’Oréal, der Elektronikanbieter Alternate oder das Internetportal Immobilienscout24.

Größter Konkurrent ist der Dax-Konzern Wirecard, der den Markt gemeinsam mit dem ebenfalls börsennotierten, niederländischen Dienstleister Adyen dominiert. An zukünftigen Übernahmekandidaten dürfte es speziell in Deutschland nicht mangeln: Hierzulande buhlen mehr als zehn Zahlungsdienstleister um Kundschaft.

Auch Private Equity hat die Branche ins Visier genommen: In Deutschland übernahmen beispielsweise Advent und Bain 2017 den Zahlungsverkehrsspezialisten Concardis. Im gleichen Jahr haben auch CVC und Blackstone das Londoner Unternehmen Paysafe gekauft, und Hellmann & Friedman griff beim dänischen Konkurrenten Nets zu.

martin.barwitzki[at]finance-magazin.de

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