Das Private-Equity-Haus Silverfleet schafft den Exit beim Fondsverwalter Ipes: Das Portfoliounternehmen geht an die Apex Group.

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07.06.18
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Silverfleet verkauft Fondsverwalter Ipes

Der Private-Equity-Investor Silverfleet will den Fondsverwalter Ipes nach gut vier Jahren Haltedauer an die Apex Group verkaufen. Apex hatte zuletzt mehrfach in Europa zugekauft.

Der Private-Equity-Investor Silverfleet will sich von dem Fondsverwalter Ipes trennen. Ipes mit Hauptsitz in Guernsey ist spezialisiert auf Outsourcing-Dienstleistungen im Private-Equity-Bereich und soll Teil des Vermögensverwalters Apex Group werden. Apex investiert gemeinsam mit Genstar Capital, einem auf Midmarket-Unternehmen fokussierten Private-Equity-Haus aus San Francisco. Apex will mit dem Zukauf seine Position in Europa stärken. Eigenen Angaben zufolge steigt der Anbieter damit zum fünftgrößten Fondsverwalter weltweit auf.

Die Kartellbehörden müssen der Transaktion noch zustimmen, das Closing soll im dritten Quartal erfolgen. Silverfleet erwartet aus dem Verkauf von Ipes, das seit 2013 zum Portfolio gehört, eine solide Rendite: Der Private-Equity-Investor rechnet nach eigenen Angaben mit einem Investment Multiple von 3,8 sowie einem internen Zinsfuß (Internal Rate of Return, IRR) von 30 Prozent. Bei der Übernahme 2013 kursierte im Markt ein Kaufpreis von rund 60 Millionen Euro.

Ipes mit Wachstumsrate von 13 Prozent

Ipes hat in den vergangenen Jahren davon profitiert, dass die regulatorischen Anforderungen an Fonds komplexer geworden sind. Das Unternehmen betreut mit 265 Mitarbeitern in fünf europäischen Niederlassungen insgesamt 195 Kunden und verwaltet ein Anlagevermögen von insgesamt 165 Milliarden US-Dollar in 390 Fonds. Die Zahl der Kunden und Mitarbeiter hat sich Silverfleet zufolge während des Engagements des PE-Hauses mehr als verdoppelt.

Silverfleet zufolge erzielte Ipes in den zurückliegenden zehn Jahren eine durchschnittliche jährliche Wachstumsrate (Compound Annual Growth Rate, CAGR) von gut 13 Prozent, basierend auf starkem organischen Wachstum. Zudem habe das Unternehmen unter Silverfleet, das seinen Fokus häufig auf Buy-and-Build-Strategien legt, in neue Technologien investiert.

Apex baut Zugriff auf Europa weiter aus

Apex wird nach dem Abschluss der Übernahme an die 2.000 Mitarbeiter beschäftigen, die verwalteten Assets steigen auf rund 535 Milliarden US-Dollar. Für Apex ist der Zukauf ein weiterer Schritt, um seine Präsenz auf dem europäischen Markt zu stärken. Zuletzt übernahm der Fondsverwalter mit Sitz in Bermuda Ende 2017 das Geschäft mit Alternative Fund Services der Deutschen Bank. Seit Januar arbeitet Apex zudem an der Übernahme des Asset-Servicing-Geschäfts von M.M. Warburg in Luxemburg, die im Sommer abgeschlossen sein soll.

Silverfleet will Smallcap-Investments forcieren

Silverfleet, das derzeit rund 1,2 Milliarden Euro verwaltet, hat in Deutschland zuletzt den Callcenter-Betreiber CCC an den Vorbesitzer Ardian verkauft. Der Private-Equity-Investor will künftig stärker auf Smallcap-Investments setzen.

Die Verkäufer wurden bei der Ipes-Transaktion von Rothschild (Corporate Finance), PwC (Financial & Tax), Duff & Phelps (Compliance) und Travers Smith (Legal) beraten. Apex und Genstar wurden von Macquarie Capital (Financial Advisor) und Willkie Farr & Gallagher (Legal) begleitet. Travers Smith war Rechtsberater von Ipes.

sabine.reifenberger[at]finance-magazin.de