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10.04.18
Deals

Triton ist aktuell der aktivste PE-Investor in Deutschland

Kein anderer Private-Equity-Investor hat im ersten Quartal so viele Firmen im deutschsprachigen Raum gekauft wie Triton. Das zeigt eine Auswertung des Datenanbieters PitchBook. Ein Investor schlug sogar mehrmals in der gleichen Branche zu.

Der Private-Equity-Investor Triton hat im vergangenen Jahr einen Fonds aufgelegt, der in kleinere Mittelständler investieren soll. Und die Skandinavier investieren die frisch zugesagten Mittel mit Vehemenz: Wie eine Auswertung des Datenanbieters PitchBook zeigt, ist Triton bei der Targetsuche im ersten Quartal vor allem im deutschsprachigen Raum fündig geworden. 

Insgesamt fünf Triton-Transaktionen verzeichnet die Datenbank in den ersten drei Monaten. Mit dem Leuchten- und Lichttechnikanbieter O.Küttel und Von der Lieck (VDL), einem Dienstleister im Bereich Bauwerksdiagnostik und Schadensdetektion, tätigte der PE-Investor zwei Add-on-Zukäufe für bestehende Portfolio-Unternehmen. Hinzu kommt mit dem Verkehrssicherheitsdienstleister AVS ein Buy-out. Die Transaktion wurde bereits im vergangenen Jahr abgeschlossen und im Januar nun vollzogen. Mit BFC Fahrzeugteile tätigte Triton zudem einen Secondary- sowie mit dem Aluminiumverarbeiter Zarges ein Tertiary-Buy-out.

Der Einstieg bei BFC wurde aus dem neuen Smaller-Midcap-Fonds finanziert, der mit Akeab bereits einen schwedischen Baudienstleister und mit Univativ eine deutsche Jobbörse im Portfolio hält. Der Fonds investiert in Unternehmen im Wert von 25 bis 100 Millionen Euro und setzt pro Transaktion zwischen 20 und 50 Millionen Eigenkapital ein.

Nordic Capital setzt auf Zahnmedizin

Der zweitaktivste Private-Equity-Investor im ersten Quartal war gemäß den Daten von PitchBook Nordic Capital mit vier Transaktionen. Der skandinavische Finanzinvestor interessierte sich vor allem für die Zahnmedizin und kaufte den Zahnmedizindienstleister Zahnstation, das Dentallabor DPH Dental, das Zahnarztzentrum Adent sowie darüber hinaus den Klinikbetreiber Oberscharrer.

Den dritten Platz teilen sich mit jeweils drei Deals Equistone (Juwelkerze, Bien-Zenker, Hanse Haus), Apollo (Oldenburgische Landesbank, Generali, Vacuumschmelze) und der amerikanische PE-Investor Towerbrook Capital (Gearhouse Broadcast Germany, Docu Group, Bosal ACPS). 

PE-Investoren stemmen Milliardenübernahmen

Insgesamt kauften PitchBook zufolge 96 PE-Investoren in den ersten drei Monaten des Jahres über Add-ons oder Buy-outs 106 Unternehmen im deutschsprachigen Raum. Dazu zählten auch Leuchtturmtransaktionen wie die 1 Milliarde Euro schwere Übernahme der HSH Nordbank durch eine Gruppe um den US-Fonds Cerberus.

Den größten Deal machte aber das Investorenduo First State und Hermes Investment Management unter Zuhilfenahme des Alteigentümers 3i: Die Finanzinvestoren zahlten 1,7 Milliarden Euro für die deutsch-dänische Reederei Scandlines, Vorbesitzer 3i investierte einen Teil des Verkaufserlöses in eine neuerliche Beteiligung an Scandlines.

philipp.habdank[at]finance-magazin.de