Dr. Julian Deutz

Axel Springer SE

Name:
Dr. Julian Deutz
Unternehmen:
Axel Springer SE
Ressort:
Finanzen, Rechnungswesen, Controlling, IR
Position:
CFO ab April 2014
Ausbildung:

Nach dem Abitur absolviert Deutz zunächst eine Banklehre bei der Deutschen

Bank. Von 1989 bis 1993 absolviert er ein BWL-Studium an der WHU – Otto Beisheim School of Management in Koblenz mit Auslandsstationen in den USA und in Frankreich (Diplom-Kaufmann). Anschließend promoviert Deutz bis 1996 berufsbegleitend über ein Thema zum Privatkundengeschäft von Filialbanken.
Geburtstag:
03.04.1968
Familie:
Verheiratet, vier Kinder (drei Söhne, eine Tochter)
Ehrenamt:
Ehrenamtlicher Geschäftsführer für kaufmännische Themen des jüdischen Museums in Berlin
Hobbies:
Familie, Laufen, Tennis

Karriere

Von 1994 bis 1996 arbeitet Deutz als Strategieberater bei OC&C Strategy Consultants, bis er 1996 in einer schwierigen wirtschaftlichen Lage als Leiter Finanzen und Controlling zur Steilmann-Gruppe geht. Nach einer ersten Phase der Restrukturierung wechselt er an den Neuen Markt zur Pixelpark AG. Dort ist er zunächst für M&A und Investor Relations zuständig, später auch für einen Venture-Capital-Fonds. Das Timing ist ungünstig, Deutz kann den Fonds gerade noch „friedlich auflösen.“ Als ihn Klaus Steilmann 2001 bittet, CFO der Steilmann-Gruppe zu werden, sagt er gern zu.2004 wechselt Deutz dann zu Axel Springer, wo er zunächst unter CFO Steffen Naumann an Akquisitionen arbeitet. Später wird er CFO von Axel Springer International und kurzfristig auch CFO der PIN Group. Seit 2010 leitet Deutz das Konzerncontrolling und die Konzernentwicklung. Im April 2014 steigt Deutz zum CFO von Axel Springer auf.

Karriere-Highlights:

1) Deutz begleitet Steilmann durch die schwierige Restrukturierung und den Konzernumbau. Dabei werden Arbeitsplätze verlagert und abgebaut, die deutsche Produktion geschlossen und Teilbereiche verkauft.In einer zweiten Phase legt Deutz die Basis für den Verkauf von Steilmann an Demiro-Radicci. 2) Bei Axel Springer ist er federführend an der Akquisition digitaler Unternehmen beteiligt. 3) Deutz leitete das Projekt Chancengleichheit, das die Gleichberechtigung von Frauen im Verlag stärken soll.

MEHR zur Person

Julian Deutz, Axel Springer: Der Aufsteiger

Zielstrebig hat Julian Deutz seine Karriere vorangetrieben. Sein Weg führt ihn gleich zweimal zur restrukturierungsbedürftigen Steilmann-Gruppe, anschließend klettert er die Karriereleiter bei Axel Springer hinauf. Auch vermeintliche Rückschläge haben ihn dabei nach vorn gebracht.

Banklehre, BWL-Studium an der WHU, Einstieg in die Strategieberatung und berufsbegleitende Promotion: Der Weg des Bremers Julian Deutz verläuft geradeaus. 1996 dann wechselt er wie viele Berater in die Corporate-Welt. Der damalige Steilmann-CFO, ein früherer Weggefährte aus der Beratungswelt, sucht einen zweiten Mann und holt ihn zur  restrukturierungsbedürftigen Wattenscheider Modegruppe. Die stellt damals gerade ihre inländische Produktion ein und verlagert diese nach Osteuropa, 650 Arbeitsplätze fallen weg. Deutz, damals erst 28 Jahre alt, erinnert sich an „intensive Lehrzeiten“, immerhin ist er damals schon für 130 Mitarbeiter zuständig.

Im Jahr 2000 reizt ihn dann nach seinem ersten Ausflug in die Old Economy die Dynamik des Neuen Marktes. Paulus Neef holt ihn als Leiter M&A zu der Webagentur Pixelpark, später übernimmt er den hauseigenen Venture-Capital-Fonds. Doch das Zeitfenster ist denkbar ungünstig gewählt, der Neue Markt bricht gerade zusammen. Deutz kann den VC-Fonds dann nur noch „friedlich und verlustschonend“ für Investoren wie Goldman Sachs oder die Deutsche Bank abwickeln.

Als ihn dann der Unternehmer Klaus Steilmann in höchster Not bittet, als CFO zurückzukommen, kann Deutz „nicht nein sagen.“ Er führt die operative und finanzielle Restrukturierung zu Ende und bereitet den Exit der Familie vor, der 2004 dann in Teilen erfolgt. Mit dem nun endgültig vollendeten Mandat  bei Steilmann wechselt er die Branche. Zu Axel Springer hatte es bereits vorher Kontakte gegeben. Deutz steigt im internationalen Geschäft ein und ist in M&A-Projektteams an mehreren Onlinetransaktionen und auch an der am Verbot des Kartellamts gescheiterten Übernahme von ProSiebenSat1 beteiligt. Ein kurzer Ausflug führt ihn als CFO zur PIN Group, deren Geschäftsmodell mit Postdienstleistungen nach dem Mindestlohnentscheid in sich zusammenbricht.

Seit 2010 leitet der Vater von drei Söhnen und einer Tochter, der gerne läuft und Tennis spielt, so oft ihn die Arbeit lässt, das Konzerncontrolling von Axel Springer. Er nutzt die Zeit, um von dem erfahrenen Springer-CFO Lothar Lanz zu lernen. Denn Deutz weiß: Er ist der Kronprinz. Im April 2014 steigt er zum CFO der Mediengruppe auf – die bislang größte Bewährungsprobe seiner abwechslungsreichen Laufbahn.

marc-christian.ollrog[at]finance-magazin.de