Nach Prüfung: Bafin legt Fehler im Zalando-Abschluss offen

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Die Bafin hat den Zalando-Konzernabschluss 2025 unter die Lupe genommen. Nun hat sich der anfängliche Verdacht bestätigt. Foto: Casimiro - stock.adobe.com
Die Bafin hat den Zalando-Konzernabschluss 2025 unter die Lupe genommen. Nun hat sich der anfängliche Verdacht bestätigt. Foto: Casimiro - stock.adobe.com

Der Verdacht auf fehlende Angaben im Zusammenhang mit der About-You-Übernahme hat sich bestätigt: Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) hat den Zalando-Konzernabschluss aus dem Jahr 2025 für fehlerhaft erklärt. Vor knapp einem Monat hatte die Behörde öffentlich gemacht, dass ihr konkrete Anhaltspunkte für einen Verstoß gegen Rechnungslegungsvorschriften vorliegen.

Im Zentrum der Beanstandung steht der Erwerb von Anteilen an der Modeplattform About You für 251,8 Millionen Euro. Wie die Bafin mitteilt, stammten diese von einem Unternehmen, das von einem Mitglied des Zalando-Aufsichtsrats kontrolliert wird. Diese Nähebeziehung hätte Zalando im Konzernanhang offenlegen müssen, die entsprechenden Angaben fehlten jedoch.

Zalando spricht von formalem Fehler

Zalando bestätigte den Befund der Bafin, misst ihm laut eigenen Angaben jedoch keine größere wirtschaftliche Bedeutung bei. Es handle sich um einen „rein formalen und materiell unwesentlichen Aspekt des Konzernanhangs“, teilt der Modekonzern mit.

Alle relevanten Informationen zum Erwerb der About-You-Anteile seien bereits im Verlauf des öffentlichen Übernahmeangebots zugänglich gewesen. Dazu gehörten die beteiligten Unternehmen, die Transaktionsstruktur und der Kaufpreis, heißt es in der Mitteilung von Zalando.

Zalando durch About-You-Übernahme in der Kritik

Aus Sicht des Vertreters der Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger (SdK) Tim Tesdorff wirft der Vorgang vor allem Fragen zur Transparenz und zum Umgang mit möglichen Interessenkonflikten auf. Tesdorff verfügt über Erfahrung in der Wirtschaftsprüfung sowie in der Kapitalmarkt– und Transaktionsberatung und promoviert derzeit in St. Gallen zu Corporate Governance. Bereits vor der Hauptversammlung hatte er die Transaktion kritisch bewertet.

Mit Blick auf die anstehende Neuwahl des Aufsichtsrats hält er eine vollständige Information der Aktionäre für besonders wichtig. Der Umgang mit dem Vorgang zeichne ein „höchst fragwürdiges Bild der Corporate Governance“, wenn eine Zahlung von 251,8 Millionen Euro an ein Unternehmen eines Aufsichtsratsmitglieds in der Abschlussprüfung übersehen und von Zalando anschließend als „rein formaler und materiell unwesentlicher Aspekt“ eingeordnet werde.

Untersuchung auch bei Zalando-Abschlussprüfer KPMG

Seit die Bafin Ende Juni ihre Prüfung öffentlich gemacht hat, zieht der Fall weitere Kreise. Wie FINANCE zuletzt erfuhr, hat inzwischen auch die Abschlussprüferaufsichtsstelle Apas ein berufsaufsichtliches Verfahren gegen das Big-Four-Haus KPMG als Abschlussprüfer des Zalando-Konzernabschlusses eingeleitet.

Katharina Kleint ist Redakteurin bei FINANCE und DerTreasurer und beschäftigt sich schwerpunktmäßig mit Finanzierungsthemen. Sie hat Politikwissenschaften und Germanistik an der Frankfurter Goethe-Universität studiert. Parallel arbeitete sie als freie Journalistin für die Frankfurter Allgemeine Zeitung, die Frankfurter Rundschau sowie die Mediengruppe Offenbach-Post. Nach dem Studium absolvierte sie ihr Volontariat bei F.A.Z. Business Media.