Newsletter

Abonnements

Continental wehrt Cyber-Angriff ab

Continental konnte einen Cyber-Angriff abwehren. Foto: Continental
Continental konnte einen Cyber-Angriff abwehren. Foto: Continental

Cybercrime wird immer präsenter und besonders Cyber-Attacken bedrohen Unternehmen immer stärker. So wurde auch der Autozulieferer Continental Opfer eines Angriffs, wie das Unternehmen am gestrigen Mittwochnachmittag bekannt gab. Continental zufolge habe die IT-Abteilung bereits Anfang August festgestellt, dass Angreifer in Teile des IT-Systems eingedrungen seien.

Das Unternehmen habe den Cyber-Angriff allerdings „selbst festgestellt“ und daraufhin abgewehrt. Die Geschäfte des Autozulieferers seien „zu keinem Zeitpunkt“ beeinträchtigt gewesen und man habe „die volle Kontrolle“ über die IT-Systeme, gibt Continental an. Und auch eine Beeinträchtigung von IT-Systemen Dritter liege „nach aktuellem Kenntnisstand“ nicht vor.

Continental hat frühzeitig in Cyber-Sicherheit investiert

Die Hannoveraner haben die zuständigen Behörden informiert, darunter auch die Sicherheitsbehörden. Eine genauere Untersuchung der Attacke dauere weiterhin an. „Das Unternehmen ist sich seiner datenschutzrechtlichen Verpflichtungen bewusst und ergreift – in Absprache mit den zuständigen Datenschutzbehörden – die notwendigen Schritte zu deren vollständiger Erfüllung“, betont der Autozulieferer.

Wie die Abwehr des Cyber-Angriffs konkret gelungen ist, ist nicht bekannt. In der Unternehmensmitteilung verweist der Konzern lediglich auf präventive Maßnahmen: Der Autozulieferer schreibt der Sicherheit von Daten nach eigener Aussage große Relevanz zu, deshalb habe er bereits in der Vergangenheit Maßnahmen zum Schutz der Cyber-Sicherheit ergriffen.

Die Aktionäre ließen sich von dem Cyber-Angriff nicht beunruhigen. Die Aktie zeigte nach Bekanntwerden der Attacke kaum Reaktionen und bewegt sich seitdem bei Werten rund um die 60 Euro. Zuversichtlich ist auch die Ratingagentur Moody’s, die den Ausblick für Continental von negativ auf stabil erhöht hat. Dazu hat Moody’s das Langfristrating mit Baa2 bestätigt. Die Ratingagentur geht davon aus, dass sich das Unternehmen im kommenden Quartal erholen wird, nachdem die Performance bislang von der Inflation, Lieferengpässen und der Coronakrise beeinträchtigt wurde.

Alles zum Thema

Cybercrime

Ob Hacker-Attacke oder Angriff mit Schadsoftware: Finanzabteilungen sind regelmäßig von Cybercrime bedroht. FINANCE hat zusammengetragen, welche Strategien die Angreifer nutzen und wie CFOs ihre Daten vor Attacken schützen können.

Cyber-Attacke trifft Hensoldt stark

Anders als bei Continental sah die Situation bei dem Rüstungskonzern Hensoldt aus, der vor nicht einmal einer Woche über einen Cyber-Angriff informierte: Das Unternehmen wurde Mitte August Opfer einer Cyber-Attacke, bei der Hacker zwei Serverstandorte der französischen Tochtergesellschaft Nexeya in Toulouse sowie in La Couronne angegriffen haben. Dabei konnten diese eine erhebliche Menge an Daten abgreifen sowie Systeme verschlüsseln. Daraufhin sackte die Aktie des Rüstungskonzerns zeitweise um rund 5,7 Prozent ab.

Die Cyber-Attacke gegen Hensoldt reiht sich in eine Serie von Hackerangriffen gegen deutsche Unternehmen ein. Ebenfalls von Cyber-Attacken betroffen waren in den vergangenen Monaten die Insolvenzrechtskanzlei Schultze & Braun, der Pumpenkonzern KSB, der Hersteller von Industriekameras Basler oder der Autoverleiher Sixt.

+ posts

Jasmin Rehne ist Redakteurin bei FINANCE und verfolgt scherpunktmäßig die Themen Controlling und Personal. Sie hat in Marburg Sprache und Kommunikation studiert. Neben ihrem Studium arbeitete Jasmin Rehne bereits als studentische Hilfskraft bei FINANCE.

Augenöffner für Finanzentscheider
Inside Corporate Banking: Die Serie zum Banken-Survey 2022
Jetzt Insights sichern »
Jetzt lesen »
Inside Corporate Banking: Die Serie zum Banken-Survey 2022