Deutschland urlaubt auf den Dahamas, und der Reiseanbieter FTI Touristik braucht eine weitere Finanzspritze vom Bund.

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28.12.20
Finanzierungen

Noch eine Finanzspritze für FTI Touristik

Keine zwei Monate sind vergangen, seit der Staat dem Reiseanbieter FTI 235 Millionen Euro gewährte. Jetzt zieht der WSF für FTI schon die nächste staatliche Finanzspritze auf.

Nach Tui muss nun auch ein zweiter bekannter deutscher Reiseanbieter mit Hilfe des Staates nachfinanzieren: FTI Touristik. Die Münchener bekommen vom Wirtschaftsstabilisierungsfonds (WSF) einen großen Nachschlag auf die erste Finanzspritze von Anfang November. Nach Informationen der F.A.Z. stellt der WSF dem Reiseanbieter ein stille Einlage über bis zu 250 Millionen Euro zur Verfügung. Über den Zinssatz wurde nichts bekannt. Man weiß jedoch, dass die Lufthansa für ihre stille Einlage bis zu 9,5 Prozent Zinsen bezahlt.

Bund mit großem Exposure in der Touristik

Vor rund acht Wochen hatte der WSF dem Konzern bereits ein Nachrangdarlehen über 235 Millionen Euro gewährt. Auch der Mehrheitseigner von FTI Touristik, der Ägypter Samih Sawiris, hatte damals Geld in unbekannter Höhe nachgeschossen. Bereits im April hatte der Konzern als erste Anti-Krisenmaßnahme ein Finanzierungspaket mit der Unicredit abgeschlossen, für das der Bund eine Garantie übernahm.

Durch die dritte Stützungsaktion seit Ausbruch der Coronakrise steigt das staatliche Finanzengagement bei FTI vermutlich deutlich über eine halbe Milliarde Euro. Diese Mittel gesellen sich zu noch deutlich umfangreicheren Finanzhilfen für den Marktführer Tui. Dort summieren sich die staatlichen Finanzspritzen bis Ende Dezember auf rund 3,9 Milliarden Euro.  

FTI Touristik zu WSF-Kredit: „Vorsichtsmaßnahme“

FTI bezeichnete die stille Einlage gegenüber der F.A.Z. als „Vorsichtsmaßnahme“. Das Ausmaß, in dem der Konzern sie in Anspruch nehmen muss, dürfte wesentlich davon abhängen, ab wann im nächsten Jahr im größeren Stil wieder touristische Reisen möglich sein werden. Vor der Krise wies FTI einen Jahresumsatz von 4,2 Milliarden Euro bei einem kleinen positiven Ergebnis von 2,7 Millionen Euro aus.

michael.hedtstueck[at]finance-magazin.de