AMS-Osram macht Fortschritte bei der Refinanzierung. Das österreichisch-deutsche Unternehmen will Anleihen mit einem Volumen von umgerechnet einer Milliarde Euro begeben. Ursprünglich hatte AMS-Osram ein Volumen von 800 Millionen Euro angestrebt.
Die Emission besteht aus einer Anleihe in Höhe von 625 Millionen Euro, die im März 2029 fällig wird – der Kupon beträgt hier schlappe 10,5 Prozent. Zudem will das Unternehmen einen US-Bond in Höhe von 400 Millionen US-Dollar mit Fälligkeit im März 2029 platzieren. Auch dieser hat einen zweistelligen Kupon in Höhe von 12,25 Prozent. Die Anleihen sind Teil eines Finanzierungsplans, der insgesamt 2,25 Milliarden Euro in die Kassen des hochverschuldeten Unternehmens spülen soll.
Kapitalerhöhung bei AMS-Osram
Der zweite Baustein der Restrukturierung ist eine Kapitalerhöhung in Höhe von 800 Millionen Euro. Auch diese will AMS-Osram noch in diesem Jahr durchführen. Absichert wird das Bezugsrechtsangebot von den Banken HSBC, Morgan Stanley und UBS.
Neben den Anleihen und der Kapitalerhöhung will AMS-Osram durch eine Sale-and-Lease-back-Transaktion mit einer neuen Fabrik in Kulim in Malaysia 400 Millionen Euro erlösen. Diese Summe macht einen Großteil der 450 Millionen Euro aus, die mit vermögensbasierten Finanzierungen erzielt werden sollen.
„Wir kommen mit unserem vor kurzem angekündigtem, umfassenden Finanzierungsplan zügig voran. Die Sale-and-Lease-back-Transaktion unserer neuen 8-Zoll-LED-Fertigung ist ein zentrales Element, um die Fremdkapitalkosten im heutigen Hochzinsumfeld zu optimieren“, sagt Rainer Irle, CFO von AMS-Osram. Irle kam von Siltronic und ist seit Juli 2023 bei dem Unternehmen.
Refinanzierung von Bonds
Die Mittel sollen verwendet werden, um Bonds in Höhe von 450 Millionen US-Dollar und 850 Millionen Euro, die im Jahr 2025 fällig sind, vollständig zurückzuzahlen. Zudem sollen sie zur Tilgung ausstehender Beträge aus bestimmten Bankkrediten sowie zur Finanzierung allgemeiner Unternehmenszwecke dienen. Die aufgestockten Anleihen machen zusätzliche Finanzierungen in Höhe von rund 200 Millionen Euro, die für 2024 geplant waren, obsolet.
Auch bei der Verlängerung von Krediten konnte AMS-Osram Erfolge erzielen. Das Unternehmen hat eine nicht in Anspruch genommene revolvierende Kreditfazilität (RCF) in Höhe von 800 Millionen Euro um ein Jahr bis September 2026 verlängert. Zudem soll ein Kontokorrentkredit mit der Commerzbank in Höhe von 100 Millionen Euro ebenfalls bis Juni 2026 verlängert werden. Die Verlängerung tritt in Kraft, wenn die Kapitalerhöhung vollzogen worden ist.
AMS-Osram will ins Investmentgrade
CEO Aldo Kamper und CFO Rainer Irle hatten im Sommer angekündigt, die Finanzierung von AMS-Osram auf solide Füße zu stellen. Seit der Übernahme des Lichttechnik-Konzerns Osram im Jahr 2019 ist das Unternehmen hochverschuldet.
Ziel des Finanzierungsplans ist die Eigenkapitalquote auf rund 30 Prozent zu erhöhen und die Verschuldung zu reduzieren, um ein Investmentgrade-Profil bis 2026 zu erreichen. Zusätzlich will sich AMS-Osram auch von unrentablen Geschäften trennen und auf das Halbleiterportfolio mit intelligenten Sensor- und Ermittler-Komponenten fokussieren.
Eva Brendel ist Redakteurin bei FINANCE und DerTreasurer. Sie hat Kommunikationswissenschaft, VWL und Politik in Bamberg und Jena studiert. Neben dem Studium arbeitete Eva Brendel als freie Nachrichtenmoderatorin bei einem Lokalsender und moderierte eine eigene Podcast-Reihe.
