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Finanzierungen: Infineon, Eurogrid, Lufthansa

Infineon hat zum ersten Mal in seiner Geschichte eine US-Privatplatzierung abgeschlossen.
Infineon

Infineon schließt Privatplatzierung in den USA ab

Infineon hat in den USA eine Privatplatzierung von Anleihen mit einem Volumen von 935 Millionen US-Dollar beendet. Es ist für den Halbleiterhersteller die erste US-Privatplatzierung überhaupt und gleichzeitig die größte Transaktion eines Emittenten außerhalb der USA in den letzten zwei Jahren. 28 Investoren beteiligten sich an der Transaktion. Die Anleihen wurden in zwei Tranchen über 350 Millionen Dollar mit Laufzeiten von acht und zehn Jahren platziert. Darüber hinaus gab es eine Tranche mit einem Volumen von 235 Millionen Dollar, die über zwölf Jahre läuft. Goldman Sachs und Bank of America Merrill Lynch haben die Transaktion begleitet.

Mit dem Erlös will CFO Finanzvorstand Dominik Asam ein Dollar-Darlehen mit fünfjähriger Laufzeit ablösen, das Infineon im August 2014 im Zuge der Übernahme von International Rectifier abgeschlossen hat. Gleichzeitig verbessere sich durch die US-Privatplatzierung das Fälligkeitenprofil von Infineon.

Eurogrid platziert neuen Bond

Eurogrid, die Muttergesellschaft des Stromnetzbetreibers 50Hertz, hat einen neuen Bond über 750 Millionen Euro emittiert. Die Anleihe hat eine Laufzeit von zwölf Jahren und wird mit 1,5 Prozent verzinst. Die Anleihe wurde über die Luxemburger Börse emittiert. Begleitet wurde die Transaktion von den Eurogrid-Kernbanken Commerzbank, Helaba, ING, MUFG und RBS. Mit dem Bond sichert 50Hertz-CFO Marco Nix den Großteil der Finanzmittel, die Eurogrid 2016 benötigen wird. Die Mittel sollen zur Finanzierung des Investitionsprogramms verwendet werden, das insgesamt in den nächsten fünf Jahren 3,5 Milliarden Euro umfassen soll.

Neuer Schuldschein für Lufthansa

Die Deutsche Lufthansa schließt sich dem Boom an und platziert eine neuen Schuldschein über 475 Millionen Euro. Ursprünglich wollte die Fluggesellschaft nur 300 Millionen Euro einsammeln. Über 80 Investoren beteiligten sich laut Lufthansa an der Transkation, die Hälfte des Volumens kam dabei von Investoren außerhalb Europas. Der Schuldschein ist in Tranchen mit Laufzeiten von vier und fünfeinhalb Jahren unterteilt. Die genauen Konditionen sind nicht bekannt.

Singulus beginnt mit Anleihe-Restrukturierung

Singulus kann mit der Restrukturierung seiner Mittelstandsanleihe beginnen. Die Anfechtungsklagen gegen die Beschlüsse, die den Prozess bisher bremsten, sind von den Klägern zurückgezogen worden. Dadurch konnte Singulus die beschlossenen Maßnahmen bei der Verwahrstelle Clearstream bereits durchführen. Zum einen gilt ein temporärer Verzicht auf bestimmte Kündigunsrechte. Zum anderen sind die Zinsen des Bonds bis zum 23. März 2017 gestundet. Die weiteren Maßnahmen, wie die Einbringung der Anleihe in die Firma in Form einer Sachkapitalerhöhung, werden folgen.

VAT schafft den Sprung an die Börse

Den Private-Equity-Investoren Partners Group und Capvisist der IPO von VAT Vakuumventilegelungen. Das Schweizer Unternehmen ist an der Six Swiss Exchange notiert. Der Ausgabepreis pro Aktie lag bei 45 Schweizer Franken. Nach dem Börsengang halten die PE-Investoren noch etwa 45,8 Prozent des Aktienkapitals, rund 40 Prozent haben sie veräußert. Ihnen fließen dadurch rund 540 Millionen Franken (496 Millionen Euro) zu.

Weitere Finanzierungen

Die Großaktionäre von Scout24 haben rund ein halbes Jahr nach dem IPO ein Paket mit 12 Millionen Aktien in einem beschleunigten Bookbuilding-Verfahren an den Markt gebracht. Das entspricht etwa 11,2 Prozent des Grundkapitals. Zu den Verkäufern gehören die US-Investoren Hellman & Friedman gemeinsam mit Blackstone, die Deutsche Telekom und die German BMEP Ord. Die Aktionäre haben einen Bruttoerlös von 360 Millionen Euro eingespielt. Mit 280 Millionen Euro geht der Löwenanteil an die US-Investoren. Die Transaktion wurde von Goldman Sachs und Credit Suisse als Joint Global Coordinators und Joint Bookrunners begleitet. Weitere Bookrunner waren Barclays, Jefferies und Morgan Stanley. Hellman & Friedman wurde von Latham & Watkins beraten. Die Deutsche Telekom wurde bei dem Verkauf durch die Wirtschaftskanzlei Hogan Lovells unter Federführung von Michael Schlitt begleitet.

Neben dem Erlös aus dem Aktienverkauf von Scout24 fließen der Deutschen Telekom diese Woche weitere 500 Millionen Euro zu. Der Telekommunikationskonzern hat eine Anleihe über 500 Millionen Euro platziert. Das Papier läuft bis 2021 und wird mit 0,25 Prozent verzinst.

Der Technologiekonzern Linde hat einen neuen Bond platziert. Insgesamt 750 Millionen Euro hat das Unternehmen mit der 12-jährigen Anleihe eingesammelt. Der Kupon des Papiers liegt bei 1 Prozent. Die Transaktion wurde von DZ BANK, Mizuho, Citigroup, BayernLB und Barclays begleitet.

Die saarländische Brauerei Karlsberg will eine neue fünfjährige Mittelstandsanleihe über 40 Millionen Euro begeben. Das Unternehmen hat die Zinsspanne für den neuen Bond zwischen 5,25 Prozent und 5,75 Prozent festgelegt. Die Zeichnungsfrist beginnt am 19. April und läuft bis zum 21. April. Beraten wird das Unternehmen dabei von der Kanzlei Heuking Kühn Lüer Wojtek.

Der Möbelhändler Steinhoff will Wandelanleihen mit einem Volumen von 1 Milliarde Euro emittieren. Die Bonds sollen eine Laufzeit bis Oktober 2023 und einen Kupon zwischen 0,5 und 1,25 Prozent haben. Mit dem Erlös will das MDax-Unternehmen bestehende Schulden und Fazilitäten aus M&A-Aktivitäten refinanzieren. Außerdem plant das Unternehmen möglicherweise Aktienrückkäufe mit den Mitteln. Der Wandlungspreis soll eine Prämie zwischen 40 und 45 Prozent enthalten.

Die Schweizer Finanzgruppe Bellevue plant eine Kapitalerhöhung zur Finanzierung der Übernahme von Starcapital. Bis zu rund 2,9 Millionen neue Aktien sollen ausgegeben werden. Sieben bisherige Aktien berechtigen zum Bezug von zwei neuen. Der Bezugspreis liegt bei 11 Schweizer Franken. Das Unternehmen rechnet mit einem Bruttoerlös von 32,9 Millionen Schweizer Franken.

Die geplante Kapitalerhöhung der Accu Holding verzögert sich. Das Unternehmen verschiebt die Transaktion um mindestens zwei Wochen, da gegen den Verwaltungsratspräsidenten von Accu ein Untersuchungsverfahren wegen möglicher Vermögensdelikte eröffnet wurde. Das Unternehmen sei davon nur indirekt betroffen.

Deutsche Bank, HSBC und KfW-Ipex-Bank strukturieren eine 3,5 Milliarden Euro schwere Finanzierung für drei Gas- und Dampfkraftwerke in Ägypten. Das Fremdkapital wird von 17 Konsortialbanken zur Verfügung gestellt. Die Gesamtinvestitionskosten belaufen sich auf 6 Milliarden Euro. Siemens stellt für die Kraftwerke die Gasturbinen bereit. Für den deutschen Konzern ist es der größte Auftrag seiner Firmengeschichte.

3W Power hat im Rahmen der Rückkaufaktion seiner Unternehmensanleihen Angebotserklärungen mit einem Volumen von fast 40 Millionen Euro erhalten. Das Unternehmen hat das maximale Rückkaufvolumen jedoch auf 4,95 Millionen Euro beschränkt.

Leclanché
plant eine Kapitalerhöhung um rund 70 Millionen Schweizer Franken. 20 Millionen Schweizer Franken davon sollen zur Finanzierung von Akquisitionen verwendet werden. Die restlichen 50 Millionen Schweizer Franken sollen zur Finanzierung des Wachstums dienen.

Transtec
nimmt Abstand vom eigenen Downlisting. Das Unternehmen hat den Antrag auf Widerruf der Zulassung für den Handel im regulierten Markt zurückgezogen, um den Aktionären weiterhin eine Plattform mit hohen Publizitäts- und Transparenzanforderungen zu erhalten.

Solvesta hat eine Wandelanleihe über rund 1,6 Millionen Euro platziert. Das Unternehmen wollte bis zu 2,8 Millionen Euro einsammeln. Die Anleihe wurde als Nullkupon-Anleihe platziert, woraus sich eine implizite Verzinsung von 6,27 Prozent ergibt.

Ratingmeldungen

Creditreform hat das Unternehmensrating von PNE Wind bei BB- bestätigt und den Zusatz „watch“ zurückgezogen. Grund dafür seien die unveränderte operative Entwicklung und auch die Entwicklung der Finanzierungsstrukturen durch den Aufbau eines Windparkportfolios.

Creditreform senkt das Rating von Sanha von B+ auf B. Das vergangene Geschäftsjahr verlief bei dem Technikunternehmen für Heizungen und Sanitär zwar besser als das Vorjahr, das Unternehmen bleibt aufgrund eines weiteren Verlusts jedoch unter den Erwartungen. Die Ratingagentur rechnet 2016 mit einer Verbesserung der Ergebnisse.

antonia.koegler[at]finance-magazin.de

Info

Einen Überblick über die Finanzierungen der vergangenen Wochen und Monate finden Sie auf unserer Themenseite Unternehmensfinanzierung.

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Antonia Kögler ist Redakteurin bei FINANCE und DerTreasurer. Sie hat einen Magisterabschluss in Amerikanistik, Publizistik und Politik und absolvierte während ihres Studiums Auslandssemester in Madrid und Washington DC. Sie befasst sich schwerpunktmäßig mit Finanzierungsthemen und verfolgt alle Entwicklungen rund um Green Finance und Nachhaltigkeit in der Finanzabteilung.

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