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Gothaer steigt mit 150 Millionen Euro bei Juwi IPP ein

Der regenerative Energieerzeuger Juwi holt sich Unterstützung: Gothaer Versicherung steigt mit 150 Millionen Euro als strategischer Partner ein.
Juwi

Juwi IPP stärkt sein Finanzpolster: Das Schwesterunternehmen  des Windparkprojektierers Juwi AG hat sich die Gothaer Versicherung als strategischen Partner an Bord geholt. In einer Pressemitteilung teilte das Unternehmen mit, dass der Versicherer Juwi IPP mit bis zu 150 Millionen Euro „eigenkapitalähnlichen Mitteln“ über eine Laufzeit von 20 Jahren unterstützen will. Details zur Art der Finanzierung, der Bilanzierung und der Verzinsung wurden nicht genannt. Manfred Jakobs, einer der beiden Geschäftsführer der Juwi IPP, rechnet sich durch den Zuschuss bessere Wachstumschancen aus: „Mit diesem Geld können wir unsere regenerativen Erzeugungskapazitäten deutlich schneller ausbauen, als bislang geplant”, erläutert er.

Die erste Tranche von 50 Millionen Euro wurde bereits im Dezember 2013 in Windprojekte einer Größenordnung von 124 Megawatt investiert. Ziel des Unternehmens ist es, innerhalb der nächsten drei Jahre seine Erzeugungskapazitäten von 450 Megawatt auf 1.150 Megawatt zu erhöhen. Neben Deutschland sollen auch weitere europäische Länder eine Rolle spielen.

Laut Unternehmen ergibt sich für beide Parteien eine Win-Win-Situation: „Unser langfristiger  Kapitalbedarf mit fester Zinsbindung passt hervorragend zum Anlagebedürfnis der Gothaer Versicherung als strategischem Partner, der sukzessive über die nächsten Jahre sein Engagement in der Juwi IPP ausbauen möchte”. Dabei sei das Engagement bei Juwi IPP gerade in Zeiten von Zinsen nahe Null für den Versicherer besonders attraktiv. Juwi IPP sieht die Zusammenarbeit als  mögliche Blaupause. In der Tat engagieren sich Versicherer zunehmend auch als direkte Kreditgeber.

Juwi will sich von Prokon abgrenzen

Bereits August 2013 hatte die Juwi AG ihren Finanzspielraum erhöht und einen Konsortialkredit von 252 Millionen und einer Laufzeit von 3 Jahren erhalten. 2012 hatte Juwi sich strategisch neu eingestellt und einen Konsolidierungs- und Sparkurs eingeschlagen, um seine Position im Bereich On-Shore-Windanlagen zu stabilisieren. 2012 lag der Umsatz bei 1 Milliarde Euro, neuere Zahlen hat das Unternehmen bislang nicht veröffentlicht.

Mit seiner langfristigen Finanzierungsstrategie nimmt Juwi eine Gegenpostion zum Windparkfinanzierer Prokon ein, der seine Projekte mit kurzfristig kündbaren Genussrechten finanzierte. Wegen Liquiditätsengpässen musste das Unternehmen schließlich eine Insolvenz beantragen. Davon versucht Juwi sich abzugrenzen, indem es auf seiner Internetseite eine Erklärung zur Debatte um Prokon vom „Forum Nachhaltige Geldanlagen" veröffentlicht hat. Darin heißt es: „Prokon ist bereits 2005 aus dem Bundesverband WindEnergie ausgetreten, weil es unterschiedliche Auffassungen über die Unternehmensfinanzierung gegeben hat. (…) Von dieser spezifischen Konstellation allgemeine Rückschlüsse auf Nachhaltige Geldanlagen und Erneuerbare Energien-Investments zu ziehen, ist nicht nur sachlich unbegründet, sondern trägt auch dazu bei, eine Branche zu diskreditieren, die Anlegern eine Vielzahl attraktiver Produkte bietet und zugleich gesellschaftlichen Mehrwert schafft. ”

julia.becker[at] finance-magazin.de

Info

Weitere Informationen zu Prokons Überlebenskampf und der Finanzierungsstruktur finden Sie auf unserer neuen Themenseite zu Prokon.