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MS Deutschland-Restrukturierung: „Alle Optionen werden geprüft“

PE-Investor Callista prüft alle Optionen für die Restrukturierung der angeschlagenen MS Deutschland.
MS Deutschland

PE-Investor Callista greift bei der MS Deutschland durch: Der noch von Aurelius ernannte Geschäftsführer Christopher Nolde verlässt das Unternehmen und auch die Geschäftsführung der Reederei Deilmann, nachdem die kommunizierten Umsatzziele für 2014 nicht erreicht werden. Noch Ende Mai hatte Nolde gegenüber FINANCE ein zweistelliges Umsatzwachstum versprochen. Nun räumt die MS Deutschland ein, dass der Umsatz um sechs Prozent unter den Erwartungen liegen werde. Insbesondere bei der Neukundenakquise tut sich das Traumschiff offenbar schwer.

Das Private Equity-Haus Callista kündigt Restrukturierungsmaßnahmen an und entsendet ein Team aus Vertriebs-, Branchen- und Finanzierungsexperten ins Holsteiner Neustadt, das aus Mitarbeitern und externen Beratern besteht. Alle Optionen für eine Restrukturierung würden geprüft, hieß es.

Operativ sollen Vertriebsimpulse gesetzt werden. Zu Beginn des Monats hatte die Reederei Peter Deilmann eine Vertriebskooperation mit dem Reiseveranstalter FTI Group bekanntgegeben. Zur FTI Group gehört bereits das Kreuzfahrtschiff MS Berlin. Beide Unternehmen erhoffen sich dadurch steigende Buchungszahlen. Zudem wurde bereits laut über die Möglichkeit des Zukaufs von weiteren Schiffen nachgedacht, um Synergien auf Reedereiebene heben zu können.

MS Deutschland: Mittelstandsanleihe unter Druck

Aber auch in finanzieller Hinsicht dürften der MS Deutschland einige Restrukturierungsmaßnahmen bevorstehen. Bereits im Mai war eine Investorenpräsentation an die Öffentlichkeit geraten, in der ein Schuldenschnitt via Debt-to-Equity-Swap als Möglichkeit zur Schuldensenkung ins Spiel gebracht wurde.

Zur Verschuldung zählt vor allem die Ende  2012 begebenen Mittelstandsanleihe im Volumen von 50 Millionen Euro. Der Mini-Bond setzte heute seine Talfahrt der letzten Wochen fort und stürzte auf 45 Prozent ab. Bis Ende 2014 ist die Liquidität noch durch den Ex-PE-Investor Aurelius abgesichert.

Aurelius hatte MS Deutschland bereits Kredite über 10 Millionen Euro zur Verfügung gestellt, die auch für Werftaufenthalte und die Zahlungen der Zinskupons der Mittelstandsanleihe bis 2014 genutzt werden können.

Spätestens ab 2015 muss jedoch neues Eigenkapital her, das entweder von dem PE-Investor Callista stammen könnte oder von den Gläubigern. Bei der Übernahme hatte Callista, das über keinen Fonds verfügt, eine Eigenkapitalspritze angekündigt. Zum Jahresende 2013 hatte die MS Deutschland ein negatives Eigenkapital von 15,4 Millionen Euro. Vom Kassenbestand von 7,1 Millionen Euro waren rund 5,4 Millionen Euro an Dritte verpfändet.

antonia.koegler[at]finance-magazin.de

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Antonia Kögler ist Redakteurin bei FINANCE und DerTreasurer. Sie hat einen Magisterabschluss in Amerikanistik, Publizistik und Politik und absolvierte während ihres Studiums Auslandssemester in Madrid und Washington DC. Sie befasst sich schwerpunktmäßig mit Finanzierungsthemen und verfolgt alle Entwicklungen rund um Green Finance und Nachhaltigkeit in der Finanzabteilung.

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