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Finanzierungen: Asklepios, Uniper, Gubor

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Der Klinikbetreiber Asklepios hat einen Social-Schuldschein begeben. Foto: jenshagen – stock.adobe.com
Der Klinikbetreiber Asklepios hat einen Social-Schuldschein begeben. Foto: jenshagen – stock.adobe.com

Asklepios refinanziert sich mit Social-Schuldschein

Der Klinikbetreiber Asklepios hat ein Social-Schuldscheindarlehen in Höhe von 500 Millionen Euro mit Laufzeiten von drei, fünf, sieben und zehn Jahren platziert. Es ist der erste Schuldschein des Unternehmens unter dem neu aufgesetzten Social-Finance-Framework. Die Emissionserlöse sollen im Bereich der sozialen Gesundheitsinfrastruktur eingesetzt werden.

„Das neue Social-Schuldscheindarlehen ermöglicht uns die Finanzierung von Investitionen in unsere Gesundheitsinfrastruktur und schafft eine klare Zuordnung von Finanzierungsmitteln zum sozialen Nutzen unseres täglichen Handelns als Gesundheitskonzern“, erklärt Asklepios-CFO Hafid Rifi.

Das ursprünglich angedachte Emissionsvolumen des Schuldscheins in Höhe von 250 Millionen Euro konnte nach Angaben von Asklepios aufgrund einer großen Investorennachfrage auf 500 Millionen Euro verdoppelt werden. Die Helaba, ING, die LBBW und Unicredit begleiteten die Finanzierung als Arrangeure. Linklaters fungierte als Rechtsberater.

Uniper startet die Reprivatisierung

Der Energiekonzern Uniper unternimmt erste Schritte für eine Reprivatisierung. Das in der Energiekrise mit staatlichen Beihilfen gerettete Unternehmen hat eine erste Rückzahlung an den Bund geleistet. Ende September seien 530 Millionen Euro überwiesen worden, teilte Uniper am vergangenen Dienstag bei der Vorlage der Quartalszahlen mit. Das Geld hatte Uniper im August 2022 im Zuge des Gasstreits mit dem russischen Konzern Gazprom einbehalten.

Uniper wurde während der Energiekrise vom Staat gerettet und befindet sich seitdem zu 99 Prozent in Bundeshand. Aufgrund von EU-Auflagen muss der Staat seinen Anteil jedoch bis 2028 auf 25 Prozent zurückfahren und Uniper entsprechend neue Eigentümer finden. Zudem ist der Konzern verpflichtet, ab einer bestimmten Eigenkapitalausstattung den überschießenden Betrag an den Bund zurückzuzahlen.

Dafür hatte Uniper bereits Ende 2023 eine Rückstellung in Höhe von 2,2 Milliarden Euro gebildet, die nun laut Angaben des Unternehmens mit rund 2,5 Milliarden Euro bewertet wurde. Die genaue Höhe der Zahlungsverpflichtung an den Bund wolle man nach dem Vorliegen der Geschäftszahlen für das Jahr 2024 mitteilen, heißt es von Seiten Uniper.

Die Mittel würden dem Staat voraussichtlich zu Beginn des kommenden Jahres zufließen. Es sei damit zu rechnen, dass die Bundesrepublik aus dem Verkauf ihrer Anteile an Uniper weitere Erlöse erzielen werde. Ende September hatte das Bundesfinanzministerium bekannt gegeben, Uniper vor allem über Aktienverkäufe am Kapitalmarkt zu reprivatisieren.

Gubor Schokolade wagt sich an den Bondmarkt

Pünktlich zum Start des Weihnachtsgeschäfts gibt der Schokoladenhersteller Gubor Schokolade aus dem schwäbischen Dettingen unter Teck sein Debüt am Anleihemarkt. Das Unternehmen, das auf die Produktion von Saisonware spezialisiert ist, strebt dafür die Platzierung eines Bonds mit einem Zielvolumen von 60 Millionen Euro an. Das Papier läuft fünf Jahre und ist mit einem Zinssatz zwischen 7,5 und 8,5 Prozent ausgestattet, wobei der finale Zinssatz nach Ende der Angebotsfrist am 27. November festgelegt wird.

Der Nettoemissionserlös der Anleihe soll laut des Wertpapierprospekts bei Erreichung des Zielvolumens für zwei Aktionen verwendet werden: 90 Prozent des Erlöses sollen für die Rückführung einer bestehenden Bankenfinanzierung in Höhe von insgesamt 50 Millionen Euro genutzt werden, mit den übrigen 10 Prozent sollen die Kommanditanteile von Hans Riegelein & Sohn vollständig erworben werden. Bislang hält Gubor rund 51 Prozent der Kommanditanteile des Schokoladenherstellers aus Cadolzburg.

Weitere Finanzierungsmeldungen

Der Technologieausrüster Siempelkamp hat seinen Debüt-Konsortialkredit in Höhe von 250 Millionen Euro abgeschlossen. Die Kreditlinie kann nachträglich um eine ESG-Komponente erweitert werden. Als Lead Banken fungierten Deutsche Bank und Commerzbank. Zudem zählen die LBBW, die Bayern LB und die Unicredit zum Bankenkonsortium. Gleiss Lutz hat Siempelkamp bei dem Deal rechtlich beraten.

Sanha, ein Hersteller für Rohrleitungssysteme aus Essen, hat eine neue Unternehmensanleihe mit einem Zielvolumen von 20 Millionen Euro und einem Zinssatz von 8,75 Prozent platziert. Die Anleihe hat eine Laufzeit von fünf Jahren und dient der vorzeitigen Refinanzierung der bestehenden Anleihe von Sanha aus dem Jahr 2013 in Höhe von 33,7 Millionen Euro, die 2026 fällig wird. Die Neuemission enthält ein öffentliches Umtauschangebot für die Inhaber der alten Anleihe, welches am 2. Dezember endet. Die Zeichnungsfrist der neuen Anleihe über die Website der Emittenten endet am 3. Dezember. Das öffentliche Angebot über Directplace bei der Frankfurter Wertpapierbörse beginnt am 18. November und endet am 6. Dezember.

Rating-Meldungen

Scope hat das „BB-“-Rating der LR Group bestätigt. Der Ausblick wurde von stabil auf negativ geändert.

Lea Teckentrup ist Redakteurin bei DerTreasurer und FINANCE. Zuvor arbeitete sie als Wirtschaftsjuristin im Bereich Debt Capital Markets in einer internationalen Großkanzlei. Sie hat Wirtschaftsrecht im Bachelor und im Master an der Universität Osnabrück sowie an der Universität Siegen studiert.