Finanzierungen: Galderma, Sandoz, Lanxess

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Der Dermatologie-Konzern Galderma hat sich erneut an den Kapitalmarkt gewagt. Foto: tatyanarow - stock.adobe.com
Der Dermatologie-Konzern Galderma hat sich erneut an den Kapitalmarkt gewagt. Foto: tatyanarow - stock.adobe.com

Galderma begibt Euro-Anleihe

Der Schweizer Dermatologie-Konzern Galderma hat eine neue Unternehmensanleihe im Volumen von 500 Millionen Euro platziert. Die Anleihe hat eine Laufzeit von fünf Jahren und ist mit einem festen jährlichen Kupon von 3,375 Prozent ausgestattet. Citigroup, ING, JP Morgan und RBC Capital Markets haben die Transaktion geleitet.

Der Nettoerlös aus der Emission wird nach Angaben von Galderma zur vollständigen Rückzahlung des bestehenden Bankkredits des Unternehmens verwendet, der im Zusammenhang mit dem Börsengang im März 2024 aufgenommen wurde. Die Transaktion stelle den letzten Schritt im Refinanzierungsprozess von Galderma dar, heißt es dazu in einer Mitteilung des Unternehmens.

Sandoz platziert Anleihen und verlängert Kreditlinie

Auch der Schweizer Pharmakonzern Sandoz hat sich in der vergangenen Woche mit zwei neuen Anleihen an den Kapitalmarkt gewagt. Das Unternehmen platzierte eine Anleihe in Höhe von 275 Millionen Schweizer Franken (rund 305 Millionen Euro), die mit 1,1875 Prozent verzinst wird. Die Laufzeit dieser ersten Anleihe beträgt sechs Jahre. Die zweite Anleihe in Höhe von ebenfalls 275 Millionen Schweizer Franken läuft zehn Jahre und wird mit 1,55 Prozent verzinst. Die Emissionserlöse sind für allgemeine Unternehmenszwecke, einschließlich der Refinanzierung fälliger Verbindlichkeiten bestimmt.

Darüber hinaus hat Sandoz die Laufzeit seiner revolvierenden Kreditfazilität in Höhe von 2 Milliarden US-Dollar (rund 1,74 Milliarden Euro) um ein Jahr bis zum 31. März 2031 verlängert. Die Fazilität bleibe ungenutzt und beinhalte eine Option zur Verlängerung der Laufzeit um ein weiteres Jahr, teilte der Konzern dazu mit.

Die Transaktion wurde von einem Bankenkonsortium bestehend aus der Deutschen Bank, BNP Paribas und UBS unterstützt. Advestra fungierte als Rechtsberater von Sandoz.

Lanxess verliert Investment-Grade-Rating

Die Ratingagentur Moody’s hat die Kreditwürdigkeit des Chemiekonzerns Lanxess von „Baa3“ auf „Ba1“ herabgestuft. Damit liegt Lanxess nun unterhalb des Investment-Grade-Niveaus. Die Ratinganpassung erfolgte, nachdem bekannt wurde, dass der Verkauf der Lanxess-Anteile an dem Gemeinschaftsunternehmen Envalior gescheitert ist.

Lanxess hatte vor rund zwei Wochen mitgeteilt, dass sich Advent gegen den Erwerb der Lanxess-Anteile an Envalior entschieden und sich dabei auf den vereinbarten Finanzierungsvorbehalt berufen habe. Eigentlich wollte Lanxess dieses Jahr 1,2 Milliarden Euro durch den Verkauf seiner Anteile von rund 41 Prozent an Envalior einnehmen. Nun aber gälten die für 2027 und 2028 vereinbarten Kaufrechte, hieß es.

Der Chemiekonzern sieht sich aber auch ohne die Einnahmen aus dem Anteilsverkauf langfristig solide finanziert. Lanxess verfüge über einen starken Kassenbestand sowie ungezogene, fest zugesagte Kreditlinien im Umfang von über 1,35 Milliarden Euro, sodass die Rückzahlung der im Oktober 2026 fällig werdenden Anleihe in Höhe von 500 Millionen Euro gesichert sei, teilte der Konzern nach der Herabstufung am vergangenen Montag mit. Die Finanzierungsinstrumente seien an keinerlei Financial Covenants geknüpft.

Das neue Rating durch Moody’s habe „sehr begrenzte Auswirkungen auf die bestehenden Finanzierungskosten“. Diese würden sich lediglich um etwa 1 Million Euro pro Jahr erhöhen, bezogen auf die Bereitstellungszinsen der existierenden Kreditlinien. Lanxess arbeite weiter konsequent an der Reduktion seiner Finanzschulden und strebe schnellstmöglich eine Rückkehr zu soliden Investment-Grade-Rating-Kennzahlen an, heißt es vom Konzern.

Weitere Finanzierungsmeldungen

Trotz der aktuellen Marktturbulenzen hat der Lübecker U-Boot-Zulieferer Gabler am vergangenen Montag einen erfolgreichen Börsenstart hingelegt. Die Aktie startete mit einem ersten Kurs von 47,20 Euro in den Handel und lag damit 7,3 Prozent über dem Ausgabepreis von 44 Euro je Aktie. Bei dem Börsengang wurden insgesamt rund 3 Millionen Aktien platziert. Das Angebot umfasste 1,05 Millionen neue Aktien aus einer Barkapitalerhöhung, rund 1,57 Millionen bestehende Aktien aus dem Bestand des Hauptaktionärs Possehl sowie rund 394.000 Aktien im Zusammenhang mit einer Mehrzuteilungsoption. Unter der Annahme einer vollständigen Ausübung dieser Option belief sich das Gesamtplatzierungsvolumen damit auf etwa 133 Millionen Euro. Im Verlauf der ersten Börsenwoche verlor die Aktie leicht und lag bei Börsenbeginn am vergangenen Freitag bei rund 46 Euro.

Auch der Rüstungszulieferer Vincorion drängt an die Börse. Wie das Unternehmen aus Wedel am vergangenen Freitag mitteilte, soll der IPO schon am 20. März erfolgen. Den Angebotspreis für den Börsengang hat Vincorion auf 17 Euro pro Aktie festgelegt. Das Angebot werde aus insgesamt bis zu 20,3 Millionen Aktien bestehen, die vollständig aus dem Bestand von Star Capital, dem derzeitigem Hauptaktionär, bereitgestellt werden. So könnten Star Capital aus dem Börsengang bis zu 345 Millionen Euro zufließen. Die Marktkapitalisierung zum Angebotspreis liege bei 850 Millionen Euro, teilt Vincorion mit. Die Cornerstone-Investoren Fidelity International, Invesco Asset Management Limited sowie T. Rowe Price Associates haben sich bereits vorab verpflichtet, Aktien im Gegenwert von 105 Millionen Euro zu erwerben.

Branicks kann Schuldscheindarlehen in Höhe von 87 Millionen Euro mit Fälligkeiten im März und April 2026 nicht wie geplant zurückzahlen. Das teilte das Unternehmen am vergangenen Dienstag mit. Der börsennotierte Immobilieninvestor befindet sich deshalb in Gesprächen mit den Gläubigern über eine kurzfristige Laufzeitverlängerung bis Ende Juni 2026. Als Grund gibt Branicks an, dass Gespräche zur Refinanzierung und zu Objektverkäufen, „aktuell mehr Zeit benötigen als erwartet”.

Biesterfeld, ein Distributions- und Dienstleistungsunternehmen aus Hamburg, hat einen neuen Kreditrahmenvertrag abgeschlossen, der alle bisherigen bilateralen Linien vorzeitig ablöst. Im Zuge der Refinanzierung wurde das Kreditvolumen zudem von 135 Millionen Euro auf 200 Millionen Euro erhöht. Der Umfang der Linie kann auf bis zu 300 Millionen Euro ausgeweitet werden. Die Laufzeit der neuen Kreditlinie beträgt drei Jahre mit zwei Verlängerungsoptionen. Zudem enthält der Rahmenvertrag einen ESG-Link. Das Bankenkonsortium besteht aus Deutscher Bank, Commerzbank, ING, LBBW, Hamburger Sparkasse und HSBC. Biesterfeld wurde bei der Refinanzierung von Hogan Lovells rechtlich beraten.

Das Berliner Technologieunternehmen Qdrant hat in einer Series-B-Finanzierungsrunde über 50 Millionen US-Dollar (rund 44 Millionen Euro) eingesammelt. Mit dem frischen Kapital will Qdrant seine Technologieplattform weiterentwickeln und seine internationale Expansion vorantreiben. Qdrant entwickelt eine Open-Source-Vektordatenbank für Anwendungen der Künstlichen Intelligenz. Die Technologie ermöglicht es Unternehmen, große Mengen unstrukturierter Daten zu verwalten und in Form hochdimensionaler Vektoreinbettungen zu durchsuchen. Zum Einsatz kommt die Infrastruktur beispielsweise bei Chatbots auf Webseiten wie Tripadvisor. Angeführt wurde die Runde vom Investor AVP. Co-Investor ist der Venture-Capital-Arm der Bosch-Gruppe, Bosch Ventures. Greengate Partners hat Qdrant rechtlich beraten.

Rating-Meldungen

Moody’s hat Lanxess von „Baa3“ auf „Ba1“ herabgestuft. Der Ausblick ist negativ.

Moody’s hat den Ausblick von AMS-Osram von stabil auf positiv geändert. Das „B3“-Rating wurde bestätigt.

Lea Teckentrup ist Redakteurin bei DerTreasurer und FINANCE. Zuvor arbeitete sie als Wirtschaftsjuristin im Bereich Debt Capital Markets in einer internationalen Großkanzlei. Sie hat Wirtschaftsrecht im Bachelor und im Master an der Universität Osnabrück sowie an der Universität Siegen studiert.